Oedheim
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Sanierung des Oedheimer Hallenbads schreitet voran

Seit etlichen Jahren ist das Hallenbad in Oedheim das Sorgenkind der Gemeinde. Wegen eines undichten Daches ist die Anlage seit März 2019 geschlossen, Badebetrieb und Schwimmkurse auch für Schüler sind eingestellt. Was sich seitdem getan hat.

Kirsi-Fee Rexin
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Sanierung des Oedheimer Hallenbads schreitet voran
Heller und moderner: Die Visualisierung des Architekturbüros Krummlauf Teske Happold Architekten BDA zeigt, wie das Hallenbad Ende des Jahres aussehen soll.  Foto: Krummlauf Teske Happold Architekten BDA

"Wir planen die Wiedereröffnung für Dezember mit einem großen Fest", verkündet Bürgermeister Matthias Schmitt beim Rundgang auf der Baustelle.

2018 wurde festgestellt, dass das Pultdach des Gebäudes, das erst 2010 ein Flachdach ersetzte, undicht ist. Die Gemeinde hat ein Verfahren angestrengt, um herauszufinden, wo bei der Sanierung 2009 Fehler gemacht wurden. Seit März 2019 ist das Hallenbad deshalb geschlossen. Zahlreiche Gutachter haben das Dach unter die Lupe genommen. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass viele Holzbalken durchgefault sind. "Teilweise lagen die Balken richtig im Wasser", berichtet Thomas Feeser vom Bauamt der Gemeinde.

 

Die Beweisaufnahme ist inzwischen abgeschlossen, ein Ergebnis steht noch aus. Ob die Gemeinde Schadenersatz von der beauftragten Firma erhält, ist unklar. Der Rathauschef rechnet damit, dass das Verfahren noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Bürgermeister Schmitt: "Ohne eine Förderung hätte eine Gemeinde wie Oedheim die Sanierung niemals stemmen können."

Während die Beweisaufnahme lief, konnte die Gemeinde nicht mit der Sanierung beginnen. "Sonst hätten wir Beweise zerstört", erklärt Schmitt. Doch man habe die Zeit genutzt, um sich auf die Sportförderung des Landes zu bewerben. "Das war sonst immer nur für Neubauten möglich, seit 2021 geht es auch für Bestandsgebäude." In einem ersten Schritt erhielt die Gemeinde eine Förderung in Höhe von 1,9 Millionen Euro bei geschätzten Gesamtkosten von 2,9 Millionen Euro. Als die Kostenschätzung unter anderem durch explodierende Holzpreise auf aktuell 3,4 Millionen Euro stieg, beantragte die Gemeinde eine Aufstockung der Förderung und bekam noch einmal 682 000 Euro. "Ohne eine Förderung hätte eine Gemeinde wie Oedheim die Sanierung niemals stemmen können - so ehrlich muss man sein", erklärt Schmitt.

Im März 2022 startete die Sanierung

Das Dach wurde komplett abgenommen. "Wir hatten kurzzeitig ein Freibad ohne Wasser", scherzt der Rathauschef. Inzwischen ist das Dach wieder geschlossen. "Es wird sich nun nicht mehr gen Kocher neigen, sondern gen Westen flach auslaufen, damit sich kein Wasser darauf sammelt." Das Innere des Schwimmbereichs füllt ein riesiges, verwinkeltes Gerüst. Dazwischen sind schon die ersten neuen, weißen Holzbalken zu erkennen. "Im Gegensatz zu davor wird der Raum deutlich mehr Höhe haben, was auch eine angenehmere Atmosphäre erzeugt", berichtet Schmitt.

Daneben wird die Elektrotechnik auf den neuesten Stand gebracht, auch indirekte LED-Beleuchtung soll installiert werden. Während es zuvor einen Temperaturbereich mit nur einer Lüftung sowohl für den Schwimm- als auch den Umkleidebereich gab, sollen nun zwei separate Lüftungen die Temperatur regeln. "Außerhalb des Beckenbereichs wird es etwas kühler sein, dadurch sparen wir auch Energie", geht Thomas Feeser ins Detail.

 

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Zurückhaltender Creme-Ton statt kunterbunter Farbschachtel

Dieser Bereich wird sich hauptsächlich optisch verändern, alles soll in einem zurückhaltenden Creme-Ton gestaltet werden. "Zuvor hatten wir eine kunterbunte Farbschachtel", so Schmitt. Das Lager wird zugunsten einer barrierefreien Toilette und Dusche etwas verkleinert. Außerdem wird ein gendergerechter Bereich für das diverse Geschlecht integriert.

Besucher gelangen später zudem durch eine neue Schiebetüre ins Hallenbad und bezahlen an einem Kassenautomaten, der der aktuellen Kassensicherungsverordnung entspricht. "Aktuell haben wir die Arbeiten für die Auskleidung des Schwimmbeckens mit Folie ausgeschrieben", berichtet Schmitt. Bisher habe aber keine Firma ein Angebot abgegeben. "Wir hoffen, dass dadurch jetzt nicht größere Verzögerungen entstehen." Denn die Schulen, die DLRG, die Volkshochschule und viele andere würden die Wiedereröffnung bereits sehnsüchtig erwarten.

 
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