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Reisen mit dem Wohnmobil weiter im Trend

Anbieter von Wohnmobilstellplätzen in der Region berichten von einer deutlich erhöhten Nachfrage.

Von Stefanie Pfäffle
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Lesezeit  2 Min
Reisen mit eigenem Zuhause weiter im Trend
Idylle pur am Hirschfeldsee in Oedheim − nicht nur beim Sperrfechter Freizeitpark hat die Nachfrage der Wohnmobilisten spürbar angezogen. Foto: Stefanie Pfäffle  Foto: Pfäffle, Stefanie

Unterwegs zu wunderschönen Orten, das eigene Bett immer dabei − die Pandemie hat der Wohnmobilbranche einen Boom beschert. Als Auslandsflüge so gar keine gute Idee waren und der Urlaub im eigenen Land zum Trend avancierte, entschieden sich viele Menschen dafür, sich ein fahrbares Eigenheim zuzulegen.

Jetzt muss das gute Stück natürlich auch ausgefahren werden. Kein Wunder also, dass die Betreiber von Wohnmobilstellplätzen im nördlichen Landkreis eine steigende Nachfrage verzeichnen.

Wünsche der Neulinge

"In den Ferien und rund um Feiertage waren wir schon immer gut gebucht, aber vor allem außerhalb dieser Zeiten hat es deutlich angezogen", stellt Isabel Kummer vom Sperrfechter Freizeitpark in Oedheim fest. Früher seien Wohnmobilisten außerhalb der Ferien vor allem Rentner gewesen, jetzt aber kämen auch immer mehr Familien mit kleinen Kindern und junge Pärchen, die einen der 80 Plätze am Hirschfeldsee wollen.

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Dabei stellt Kummer fest, dass die Übergabe durch die Verkäufer meist sehr gut gelaufen ist. "Nur in Einzelfällen suchen sie beim ersten Mal noch die Steckdose oder so, aber da helfen wir natürlich gern." Was nicht immer funktioniert, seien die Wünsche der Neulinge: Sonne und Schatten direkt am Wasser, am liebsten ohne Nachbarn. "Beim Campen hat man nun mal Nachbarn", meint sie augenzwinkernd.

Im Gegensatz zu den Kollegen in Oedheim bietet das Jagstcamp Widdern wirklich reine Stellplätze, 16 an der Zahl. "Es hat schon angezogen", stellt Wolfgang Zipf fest, der den Platz gemeinsam mit Hartmut Schmidt betreibt. Mal mehr, mal weniger, ob das jetzt an den gestiegenen Zulassungszahlen liege, könne er aber nicht sagen.

Zugute komme ihnen die Lage direkt am Jagsttalradweg, der im Gegensatz zu anderen Zielen wie Mosel oder Donau nicht so überlaufen sei. "Das Jagsttal ist ja wunderschön, aber halt nicht so bekannt, das entdecken immer wieder neue Gäste." Außerdem sei es natürlich sinnvoll, auf der ersten Tour nicht gleich ins Ausland zu fahren, sondern wohin, wo man schnell und sprachlich einfach Hilfe bekommt. "Zu uns kommen mehr Paare als Familien mit Kindern, Wohnmobilisten sind generell ein sehr angenehmes Volk", stellt Zipf fest.

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Campingplatz Reisachmühle: schwierig, hier einen Platz zu bekommen

Bei Freddy Schneider, dem Inhaber des Campingplatzes Reisachmühle in Neckarsulm, laufen die Reservierungen richtig gut. "Ich hab festgestellt, dass ich vor Corona etwa 80 Prozent ausländische Gäste etwa aus Holland oder Belgien hatte", erzählt er. Seitdem habe sich die Zahl der Deutschen um 60 Prozent erhöht. Schneider hat rund 50 Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwägen − und in der Hauptsaison ist es schwierig, hier noch einen Platz zu bekommen. "Ich habe sehr viele Gäste für eine Nacht, die auf ihrem Weg in den Norden oder Süden von der Autobahn runter fahren, dementsprechend ist hier ein ständiges Kommen und Gehen."

Und weil er kein typischer Ferienplatz für einen längeren Aufenthalt ist, stört es auch nicht, dass das Aquatoll in unmittelbarere Nähe jetzt geschlossen hat. "Länger bleiben bei mir vor allem Monteure oder auch Ingenieure der umliegenden Firmen, die keine Wohnung finden und dann Montag bis Freitag bei mir leben, am Wochenende aber zu Hause sind", weiß Schneider. Kinder mit Familien, für die das Aquatoll interessant wäre, machen bei ihm nur rund fünf Prozent der Gäste aus.

Zufahrt verbessert

In Bad Wimpfen gibt es acht Stellplätze auf dem Gelände des SRH Gesundheitszentrums. Auch hier hat die Nachfrage angezogen, wird sowohl aus dem Klinikum als auch aus der Tourist-Information berichtet. Vor allem, seit die Zufahrt verbessert wurde und nun auch größere Wohnmobile leichter einfahren können. Da die Buchung nur online möglich ist und für das Zahlen niemand an die Rezeption muss, sondern dies über einen QR-Code an der Einfahrt funktioniert, bekomme man das aber gar nicht mehr so direkt mit. "Wir merken es eher daran, dass immer mehr, vor allem Ältere, vorbeikommen und wegen der Zahlungsmodalitäten fragen", heißt es von der Tourist-Info. 

 

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