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Mediathek Neckarsulm: Weg vom reinen Ausleihzentrum

Die Räume der Mediathek Neckarsulm soll umgestaltet werden. Grund ist eine neue Ausrichtung der Neckarsulmer Einrichtung.

Simon Gajer
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Lesezeit 2 Min
Mediathek Neckarsulm: Weg vom reihen Ausleihzentrum
Mediathek im Wandel: Das Innere soll in den kommenden Jahren umgebaut werden, um mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. Foto: privat  Foto: snp

Die Mediathek Neckarsulm soll gestärkt werden. Der Gemeinderat hat mehrheitlich beschlossen, in einem ersten Schritt 50 000 Euro für die konzeptionelle Planung der Räume freizugeben. Die eigentliche Umsetzung soll den aktuellen Plänen zufolge erst in den Jahren 2024/2025 folgen.

Kritik kommt von Stadträten

Stadträte bekennen sich zwar zur Arbeit in der Mediathek, sie haben aber Probleme mit der Vergabe der Planungen. Der Input dazu sollte von innen kommen, sagte beispielsweise Joachim Eble, Sprecher der Freien Wähler im Gemeinderat. Eberhard Jochim, Fraktionssprecher der CDU, sah das genauso. 50.000 Euro seien "enorm viel Geld". Trotz der kritischen Anmerkungen: Das Gremium stimmte bei einer Gegenstimme dafür, das Geld zu setzen. Die Hintergründe dazu hatte Dorothee Wiegand geliefert, die die Einrichtung leitet. Die Mediathek sei zwar ein "super Ort, ein super Gebäude", allerdings sei es vor 20 Jahren geplant worden. Seither habe sich vieles getan, allein die Entwicklung bei der Digitalisierung beschrieb sie als "gravierend". Die Position von Dorothee Wiegand ist deshalb klar: "Darauf müssen wir reagieren."

So entwickeln sich die Nutzerzahlen

Das verdeutlicht das Nutzerverhalten. Der vorgelegten Statistik zufolge ist die Anzahl der jährlichen Gesamtausleihen von fast 330 000 im Jahr 2013 auf knapp 280.000 im Jahr 2019 gesunken. Parallel dazu sind der Statistik zufolge die digitalen Entleihungen in der Onleihe Heilbronn-Franken von fast 9000 (2013) auf etwas über 33 000 (2019) gestiegen.

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Das sind vier Handlungsfelder

Die Mediathek wird in den Augen von Dorothee Wiegand ihre Nutzung ändern. Ein Ausleihort werde die Einrichtung zwar weiterhin sein, aber nicht ausschließlich. Die Leiterin macht vier Handlungsfelder aus. Dazu gehört "Den digitalen Wandel gestalten": Die Leiterin will, dass die Mediathek den Nutzern, die den schnellen Wandeln nicht mitmachen können, "die digitale Teilhabe" ermögliche. Zum Bereich "Medienbildung und Leseförderung" gehört für Dorothee Wiegand, dass ihr Haus "kompetente und kritische Mediennutzung" fördere. Ein weiterer Baustein ist: Der Fokus solle auf dem Menschen liegen, statt den Fokus auf die Medien zu legen. Die Mediathek soll dabei als öffentlicher Ort im Stadtzentrum zeitgemäß gestaltet werden. Zuletzt noch soll das Haus "Impulse setzen" - als kultureller Ort oder als Plattform für eine demokratische Gesellschaft.

Die Menschen suchen Flächen, wo sie sich begegnen können

Für Dorothee Wiegand orientiert sich an diesen Feldern das neue Raumkonzept. Die Menschen suchten mittlerweile stärker die Begegnungsflächen. Medien seien zwar Bestandteil der Arbeit, aber man solle Räume schaffen für Aufenthalt. Die Mediathek hat dem Gemeinderat auch einen ausführlichen Bericht zur laufenden Arbeit präsentiert. Darin enthalten sind Angaben zur Altersstruktur und Geschlecht der Kunden.

In der Analyse heißt es, dass die Mediathek "seit jeher besonders die Altersgruppe der Kinder und deren Elterngeneration" anspreche. Außerdem werde sie sehr viel stärker von Frauen (68 Prozent) als von Männern genutzt. Dies entspreche auch der bisherigen Ausrichtung des Medien- und Veranstaltungsangebotes. Die Verantwortlichen sehen aber Chancen, weitere Nutzer zu erreichen: "Angesichts der Bevölkerungszahlen in den entsprechenden Altersgruppen gibt es jedoch noch ein sehr großes Potenzial für mögliche Neukunden in der Generation 60plus und auch unter den jungen Erwachsenen." Die Mediathek investiere daher verstärkt in Angebote, Veranstaltungen und Raumgestaltungsmaßnahmen für jüngere und für ältere Erwachsene.

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