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Feuerwehr Bad Friedrichshall freut sich auf zusätzliche Wache

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Die Feuerwehr Bad Friedrichshall steht personell und von der technischen Ausrüstung her gut da. Die neue Ausrückwache Süd bringt weitere Vorteile für Feuerwehrkameraden und die Bevölkerung.

Der Bau der Feuerwache Süd neben dem Schwarz-Projekt-Campus ist in den letzten Zügen. Im Oktober soll alles fertig sein.
Der Bau der Feuerwache Süd neben dem Schwarz-Projekt-Campus ist in den letzten Zügen. Im Oktober soll alles fertig sein.  Foto: Müller, Katharina

Zwischen den großen Kräne auf der Baustelle des Schwarz-Projekt-Campus und den Arbeiter-Wohncontainern geht die neue Ausrückwache im Gebiet "Obere Fundel" fast unter. Für die Feuerwehr Bad Friedrichshall ist sie aber eine wichtige Errungenschaft. "Wir können sie im Oktober hoffentlich in Betrieb nehmen", berichtet Kommandant Marcel Vogt. Organisatorisch sei bereits alles vorbereitet. Die Wache ist vor allem wichtig, um bei Notfällen im südlichen Kochendorf und Plattenwald schneller vor Ort zu sein.


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Derzeit läuft der Innenausbau in der Wache Süd, die Arbeiten rund um das Gebäude sollen folgen. Das kleine Feuerwehrhaus, von dem aus später 20 Frauen und Männer ausrücken werden, hat Umkleideräume sowie Duschen und Toiletten, einen Lagerraum für Katastrophenschutzausrüstung, einen Funkraum mit Teeküche sowie eine Halle mit Platz für zwei Feuerwehrfahrzeuge.

20 Kameraden haben Ausrüstung in beiden Wachen

"Wir haben gedanklich einen Stadtteil Süd gegründet", erklärt Marcel Vogt die künftige Einsatzplanung. Wird in diesem Bereich die Feuerwehr gebraucht, fahren die 20 Kameraden zur Ausrückwache, bei anderen Einsätzen werden sie in die Kernstadt gerufen. Sie haben in beiden Wachen einen Satz Schutzkleidung. Auf ihren Einsatzmeldern, über die sie alarmiert werden, ist das laut Kommandant bereits jetzt so eingestellt. So bekämen sie ein Gefühl dafür, wie es später abläuft. "Das muss sich aber noch einspielen", sagt Marcel Vogt.

Die Kameraden freuen sich schon darauf, wenn die Wache Süd in Betrieb geht. Denn auf dem Hof steht ein Übungsturm, an dem die Ehrenamtlichen ganz neue Möglichkeiten haben, Rettungen aus der Höhe oder aus der Tiefe, wie etwa aus einem Schacht, zu trainieren, erklärt Vogt. Zuvor müsse aber noch der Hof gepflastert werden.

Der Bau der zusätzlichen Wache ist das größte Projekt, das im Feuerwehrjahr 2021 in Bad Friedrichshall vorangekommen ist. Es gibt aber auch einige technische Neuerungen. Zum Beispiel ist Bad Friedrichshall jetzt einer von mehreren Wechsellader-Standorten im Landkreis Heilbronn. Mit dem Wechselladersystem wird erreicht, dass gewisse Geräte nur einmal für mehrere Feuerwehren beschafft werden müssen. Nötig sind dafür Trägerfahrzeuge, die über eine Seilwinde unterschiedlich beladene Behälter aufladen und transportieren. So kommen etwa Sandsäcke, ein Wassertank oder ein Aufenthaltscontainer zum Einsatzort.

Um Erfahrung mit dem System zu sammeln, hat die Feuerwehr Bad Friedrichshall ein gebrauchtes Fahrzeug angeschafft, erläutert Marcel Vogt. Fahrer mussten speziell ausgebildet werden. "Die Drei-Achser sind schon eine größere Dimension." Ein neues Wechsellader-Fahrzeug soll 2023 in Betrieb genommen werden und einen Rüstwagen aus den 90er-Jahren ersetzen.

Fahrzeuge lassen wegen Lieferschwierigkeiten lang auf sich warten

Angeschafft wurde im vergangenen Jahr ein Schnelleinsatzboot, ein Löschfahrzeug wurde bestellt, das künftig in der Wache Süd stehen soll. Die Wartezeiten sind aber enorm, sagt Marcel Vogt. War es früher rund ein Jahr, seien es heute zwei oder mehr. Der Kommandant hofft, dass das Fahrzeug 2023 lieferbar ist. Im März soll es kommen. Bis dahin wird ein älteres Fahrzeug aus der Kernstadt in der Wache Süd stationiert.

Sehr erfreulich ist die personelle Situation, betont Marcel Vogt. "Trotz Corona ist die Mitgliederzahl in der Einsatzabteilung stetig gestiegen." Sie liege jetzt bei rund 140 Männern und Frauen. Man merke, dass der Zuzug nach Bad Friedrichshall groß ist. Unter den neuen Einwohnern seien einige ausgebildete Feuerwehrler. Die werden auch dringend gebraucht, da die Einsatzzahlen ebenfalls zugenommen haben. Als Marcel Vogt vor zehn Jahren als Kommandant anfing, waren es 120 bis 140 Einsätze im Jahr, heute sind es 230. Dieses Jahr sind die Ehrenamtlichen bereits 150 Mal ausgerückt.

Großbrände oder außerordentliche Ereignisse waren glücklicherweise nicht dabei, aber viele kleinere Einsätze. Das führt Marcel Vogt darauf zurück, dass Bad Friedrichshall immer städtischer werde. Auf dem Land riefen die Menschen wegen Kleinigkeiten nicht sofort die Feuerwehr, in Bad Friedrichshall inzwischen schon.

Großes Thema bei der Friedrichshaller Wehr ist die Unwetterlage, sagt Vogt. Mit speziellen Schulungen und ausgeklügelten Warnsystemen sei hier für mehr Sicherheit gesorgt worden.

Der Kommandant hat eine neue Stelle bei der Stadt

Marcel Vogt ist nicht nur als ehrenamtlicher Kommandant wiedergewählt worden, sondern ist seit 1. April hauptamtlich bei der Stadt für alles zuständig, was mit Feuerwehr zu tun hat: Brand-, Zivil-, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Zuvor war er Mitarbeiter des Bauhofs und wechselte viel zwischen dieser Tätigkeit und seinen Feuerwehraufgaben, die stetig zunahmen, hin und her. Das war auf Dauer nicht mehr leistbar, sagt Vogt.

Bei Neuwahlen wurde neben Vogt auch sein Stellvertreter Marco Semen wiedergewählt. Neu im Führungsteam sind Florian Burkart und Sebastian Hendel. Als Stellvertreter ausgeschieden sind Volker Windbiel und Hermann Gurt. "Wir hatten mehr Bewerber als Posten", berichtet Vogt. Nachwuchs für Führungsaufgaben zu finden, sei bei ihnen derzeit also kein Problem.

 

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