Widdern
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Erstes Bierfestival in Widdern: Klassik trifft auf Moderne

Anlässlich des internationalen Tag des Bieres am 5. August kommen Bierexperten und Biergenießer zusammen, um verschiedene Sorten zu testen. Dabei trifft die Craft-Beer-Szene auf herkömmliche Hersteller, um mehr über die Herstellung des Gerstensaftes zu erfahren.

Von Ralf Schick
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Bierfestival Widdern
Biersommelier Danilo Paulus (links) und Festivalinititiator Marco Stolz (Kultur- und Eventmanager von Widdern) beim Biertalk auf dem Sofa.  Foto: Ralf Schick

Vor der Wilhelm-Frey-Halle stehen Biertische und Bierbänke sowie ein Sofa und eine umfunktionierte Holzpalette als Biertisch. Drinnen in der Halle gibt es Stehtische und Klappliegestühle sowie fünf unterschiedliche Bierhersteller. Mit einem „Softstart“ beginnt das laubige Festival schon am frühen Nachmittag und vereinzelt ist auch schon neugieriges Publikum da. Der 69-jährige Erhard Bayer etwa, Rentner aus Widdern. „Daheim trinke ich nur Distelhäuser, aber hier trinke ich ein Widderbier“, sagt Bayer, „und das schmeckt“.

Das erste selbstgebraute Bier aus Widdern wurde natürlich nicht von einem Widderner gebraut, sagt Widderns Kultur- und Eventmanager sowie Festivalinitiator Marco Stolz. Gebraut wurde das helle Bier von Niklas Lauer von der Sudwerkstatt in Mössingen, der seinen eigenen Stand gleich neben dem der Widderner hat.

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Ausbildungsberuf „Brau- und Mälzmeister“ 

„Wir wollten einfach mal etwas Größeres machen“, sagt Stolz. Zwar gab es früher schon Bierverkostungen im Museum, „aber eher in kleinerem Rahmen“, sagt Bürgermeister Kevin Kopf. Initiator Stolz hatte daraufhin den Stuttgarter Biersommelier Danilo Paulus kontaktiert und mit ihm das kleine Festival konzipiert.

Paulus ist in der Stuttgarter Craft-Bier-Szene längst kein Unbekannter mehr, seit kurzem hat er den Ausbildungsabschluss zum „Brau- und Mälzmeister“ absolviert. „Ich setze mich dafür ein, dass das Thema Bier bekannt wird, die Biervielfalt liegt mir sehr am Herzen“, betont Paulus. Deshalb hat er viele Kontakte zu Kleinbrauereien in der Region, die sich auf die Herstellung von qualitativ hochwertigen Biersorten spezialisiert haben.

So wie etwa Thomas Feger aus Tübingen, der mit seinem Team vom Brauwerk Freistil nach Widdern gekommen ist. Sie bieten unter anderem ein „Pale Ale“ an, ein fruchtiges Bier mit goldorangenem Ton. Im Geruch schmeckt das Bier deutlich nach Mango und Ananas „und hat einen schönen leichten sommerlichen Körper“, sagt Feger.

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„Dieses Bier passt gut zu einem Burger“, sagt Danilo Paulus beim Talk auf der Bühne über das „Pale Ale“. Auch draußen an den Biertischen und Bierbänken wird das Craft-Bier gelobt und vielfach getrunken. „Das hat schon eine besondere Note“, sagt etwa Paul Volz aus Widdern, der mit zwei Freunden auf ein Feierabendbier vorbeigekommen ist.

Bierliebhaber unter sich

„Wir sind hier, weil wir gerne Bier trinken und wenn sich so ein Festival durchsetzen könnte, unterstützen wir das auch“, sagt Andreas Hellmich, der mit drei Bekannten aus Widdern und Jagsthausen gekommen ist. Am Nachbartisch sitzen derweil Daniel Lingnau und Dana Morgenstern. Auch sie haben schon ein paar Sorten ausprobiert und unterschiedliche Wertungen parat. Das „Summer Ale“ etwa schmeckt ihr sehr gut, während er es als „zu süß“ empfindet. „Ich komme eigentlich aus dem Ruhrpott und bin seit 13 Jahren hier in Widdern“, erzählt Lingnau. „Da ist man dann eher ein Pils gewohnt“, sagt Lingnau.

Es sind zwar nicht die von Eventmanager Stolz erhofften 300 bis 500 Gäste zum Festival gekommen. Aber wer nicht kam, hat etwas verpasst, das betonen viele an diesem Abend mit Live-Musik und Grillgerichten etwa aus dem Food-Truck. „Das ist mal etwas anderes und das Tolle daran ist, dass die  Fachleute dabei stehen und viel über die Herstellung erzählen können“, sagt Hellmich.

In Widdern wird bislang vorwiegend Bier von Distelhäuser getrunken, das erzählen mehrere Gäste am Abend. Claudia Eggert aus Meckesheim bei Heidelberg vertritt die Brauerei mit einem Stand mit Kellerbier und hellem Bier. „Wir sind hier, um einfach präsent zu sein“, sagt Eggert. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenten untereinander, sondern helfen uns gegenseitig“, sagt Biersommelier Paulus zum Abschluss eines rundum gelungenen und launigen Bierabends.

Bierabsatz sinkt

Laut Statistischem Bundesamt (Statista) sinkt der Absatz von Bier in Deutschland zwar in den vergangenen Jahren. Doch im europäischen Vergleich wird in Deutschland immer noch das meiste Bier getrunken. Im vergangenen Jahr lag der Bierabsatz bei knapp 70 Millionen Hektoliter, rund 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Craft-Biere werden nach Statista-Angaben immer beliebter. Dadurch steige auch die Zahl kleinerer Brauereien, auch wenn deren Anteil an der gesamten Biererzeugung noch relativ gering ist.

 

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