Stimme+
Neckarsulm

Ein besonderer Schulleiter nimmt Abschied vom Neckarsulmer ASG

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium Neckarsulm verabschiedet Marco Haaf, der zum Führungsteam der AIM in Heilbronn gehören wird. Der ehemalige Leistungssportler findet emotionale Worte bei seinem Weggang mitten im Schuljahr.

Kollegen und Weggefährten aus Vereinen und der Politik verabschieden Marco Haaf (dritter von rechts), der nach Heilbronn zur AIM wechselt. An der Feier nahmen auch seine Kinder und Ehefrau Sandra Haaf (zweite von rechts) teil.
Kollegen und Weggefährten aus Vereinen und der Politik verabschieden Marco Haaf (dritter von rechts), der nach Heilbronn zur AIM wechselt. An der Feier nahmen auch seine Kinder und Ehefrau Sandra Haaf (zweite von rechts) teil.  Foto: Seidel, Ralf

Marco Haaf als Direktor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums geht, wird ab Februar zur Geschäftsführung der Heilbronner Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM) gehören. Der Schritt, den Schuldienst vorzeitig zu verlassen, ist allein schon ungewöhnlich. Das deutete Claudia Rugart vom Regierungspräsidium Stuttgart bei der Abschiedsfeier an. Üblicherweise verabschiedet sie nach eigenen Angaben Direktoren bei solchen Feiern in den Ruhestand.

Bunter Festakt

Der bunte, kurzweilige Festakt machte aber deutlich, dass mit Marco Haaf ein ungewöhnlicher Schulleiter geht. Einer, der sich nicht als klassischer Schulleiter versteht, der ausschließlich in der Schule anzutreffen ist. Einer, bei dessen Abschied Thomas Bornheim von der Programmierschule 42 in Heilbronn den Festvortrag über "Aufklärung 2.0" hält.


Spätnachts und frühmorgens am Handy

Marco Haaf, der in Bad Friedrichshall-Duttenberg wohnt, ist ein Netzwerker. Ein Mann, der spätnachts und frühmorgens Nachrichten übers Handy verschickt. Einer, der sich für seine Schule, seine Kollegen und Schüler einsetzt. Ein Direktor, der wie selbstverständlich über den Tellerrand hinausblickt.

Partner aus Sport und Gesellschaft

Das zeigte die Veranstaltung, bei der sich die Schulgemeinschaft und Partner aus Sport und Gesellschaft von Marco Haaf verabschiedeten. Der Leistungssportler, sagte Claudia Rugart, stecke wohl noch in Marco Haaf. Dass er das ASG verlässt, das sei keine Entscheidung gegen die Schule. "Es ist eine Entscheidung für etwas Neues", betonte sie. Er habe eine integrative Kraft, führe werteorientiert, nutze Freiräume, auch das Eigenschaften, die sie Marco Haaf zuschrieb. Sie berichtete von persönlichen Erfahrungen, die sie bei einer Reise nach Israel gemacht hatte, um neue Schulpartnerschaften auszuloten. Und sie erinnerte daran, dass Neckarsulm bei der Digitalisierung von Schulen zu den Vorreitern gehört.

Darauf ging auch Oberbürgermeister Steffen Hertwig in seiner Rede ein, in der er Marco Haaf als einen "absolut verlässlichen Partner" und als Visionär bezeichnete. Der Direktor habe auch als Geschäftsführender Schulleiter der Neckarsulmer Schulen die Bildungslandschaft begleitet − und auch seinen Teil dazu beigetragen, dass es nur noch drei anstatt fünf weiterführende Schulstandorte gibt.

Schulleiter überraschte immer wieder

Marco Haaf überrascht die, die ihn kennen, immer wieder. Als Schulleiter setzte er nie ausschließlich für das ASG Akzente. Bei unzähligen Veranstaltungen, auch nichtschulischen, war er in der Region anzutreffen. Er überraschte aber auch in der Stadt Neckarsulm mit ungewöhnlichen Schritten. Marco Haaf sprach in seiner Abschiedsrede unter anderem zwei Entscheidungen an. Als den Schulen vor einigen Jahren das Investitionspaket in die Standorte präsentiert wurde, habe das Rathaus ein Abnicken erwartet. Die Schulverantwortlichen blickten aber kritisch auf die Gemeinschaftsschulen in Amorbach und Obereisesheim. In Zuge der Weiterentwicklung entstand die Franz-Binder-Verbundschule, die Marco Haaf zeitweise zusätzlich zum ASG leitete.

Haaf und Roland Berger, damals Schulleiter der Hermann-Greiner-Realschule, brachten Rathaus und Gemeinderat dazu, die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben. Marco Haaf dankte den Kollegen, mit denen er die Schule gemeinsam geprägt habe. Er dankte seiner Ehefrau Sandra und den Kindern. Seine Bitte, bevor er die Bühne verließ: "Bleibt behütet, vielen Dank."

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben