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Die Vielfalt der Natur: In Herbolzheim wurde der neue Biodiversitätspfad eingeweiht

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Insgesamt befinden sich acht Stationen auf dem 4,6 Kilometer langen Rundweg. Mit Schautafeln und Mitmach-Angeboten behandeln sie die Themen Streuobstwiese, Blühstreifen, Wiese als Lebensraum, Damwild, Biene, Feldhecke als Lebensraum und Vogellebensraum.

Von Stefanie Pfäffle
Bürgermeister Manfred Hebeiß (links) und Peter Hauk, der baden-württembergische Minister für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, schauen sich das neue Insektenhotel an der Streuobstwiese an.
Foto: Stefanie Pfäffle
Bürgermeister Manfred Hebeiß (links) und Peter Hauk, der baden-württembergische Minister für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, schauen sich das neue Insektenhotel an der Streuobstwiese an. Foto: Stefanie Pfäffle  Foto: Pfäffle, Stefanie

In ihrem Beruf als Umweltplanerinnen sind Kerstin Braun und Charlotte Anefeld für die Erstellung von umweltfachlichen Genehmigungsunterlagen für Bauvorhaben und die Planung von Ausgleichsmaßnahmen zuständig. "Die Planung des Biodiversitätspfades war auch für uns ein besonderes Projekt, bei dem es gezielt um die Förderung der Biodiversität geht. Das hat uns sehr gefreut", erklärt Anefeld.

Die Frauen sind für das Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen Afry tätig und haben dabei geholfen, den Biodiversitätspfad der Gemeinde Neudenau bei Herbolzheim zu erstellen. Dieser wurde jetzt gemeinsam mit Peter Hauk, dem baden-württembergischen Minister für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, eingeweiht.


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Die Idee zu diesen vom Land im Rahmen des Programms "Blühflächen und Biodiversitätspfade" geförderten Projekten wurde vor drei Jahren geboren, als der Landtag das Biodiversitätsstärkungsgesetz verabschiedet hat, erinnert Hauk. Nach einem Volksbegehren habe man sich auf einige Maßnahmen geeinigt.

Eine von acht Gemeinden

"Wir haben aber immer gesagt, es müssen alle mitmachen, die Landwirte, die Bürger in ihren Vorgärten und auch die Kommunen." Die Pfade kombinieren Biodiversitätsmaßnahmen, also Maßnahmen, die biologische Vielfalt ermöglichen, mit Umweltbildung. Informationstafeln und interaktive Elemente sollen dazu dienen, die Bürger für das Thema zu sensibilisieren.

Neudenau hat sich gleich in der ersten Ausschreibungsphase 2021 beworben und als eine von acht Gemeinden den Zuschlag bekommen. Daraufhin schauten sich Charlotte Anefeld und Kerstin Braun das Gebiet am Ortsausgang von Herbolzheim - der Start ist gegenüber von Brunnensteige 14 Richtung Damwild-Gehege - näher an. "Wir haben uns überlegt, wie wir vorhandene Strukturen aufwerten können", erläutert Kerstin Braun. Die einzelnen Maßnahmen müssen gar nicht spektakulär sein - geeignet sind beispielsweise Blühstreifen für Insekten, Totholzhaufen und Nistkästen in Streuobstwiesen, die Anlage artenreicher Wiesen oder auch ein Insektenhotel.

Insgesamt befinden sich acht informative Stationen auf dem 4,6 Kilometer langen Rundweg. Mit Schautafeln und Mitmach-Angeboten behandeln sie die Themen Streuobstwiese, Blühstreifen, Wiese als Lebensraum, Damwild, Biene, Feldhecke als Lebensraum, Vogellebensraum und "unsere rätselhafte Natur". Bänke und Aussichtsplätze bieten sich zum Verweilen an auf der Strecke, die dank asphaltiertem oder geschottertem Untergrund auch für Kinderwagen geeignet ist.

Würfelmemory für Kinder

"Die Pflegemaßnahmen und die Aussaat wurden schon im Sommer umgesetzt, die Tafeln kamen im November und kurz vor Weihnachten die Beschilderung für den Weg", erklärt Christoph Hamberger von der Gemeindeverwaltung. Bewusst habe man erst die Lehrtafeln gesetzt und dann am Ende die Mitmachstationen aufgebaut, etwa das Würfelmemory mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt am Ende des Wegs, um Kinder bei der Stange zu halten.

Der Bauhof wird auf jeden Fall in den kommenden zehn Jahren die Pflege der Anlage übernehmen. Inklusive dieser Kosten beläuft sich der finanzielle Aufwand für den Biodiversitätspfad auf 90.000 bis 95.000 Euro, überschlägt Bürgermeister Manfred Hebeiß. Dafür flossen 45.000 Euro Fördermittel vom Land, das sei mehr als hervorragend. "Der Standard bei der Förderung liegt bei 80 Prozent, damit der Anreiz für die Kommunen groß genug ist", betont Hauk.

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