Offenau
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Die neue Offenauer Mitte mit Markthalle feiert ihren ersten Geburtstag

Trotzd Pandemie hat sich die Markthalle als neuer Versorger in der Offenauer Ortsmitte etabliert. Die Betreiber aus Bäcker, Metzger und Obst- und Gemüseerzeuger sind zufrieden mit dem ersten Jahr.

Kirsi-Fee Rexin
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Lesezeit 3 Min
Die neue Offenauer Mitte mit Markthalle feiert ihren ersten Geburtstag
Kundenmagnet: Die Offenauer Markthalle ist seit einem Jahr in Betrieb und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Betreiber sind zufrieden. Foto: Kirsi-Fee Rexin  Foto: Rexin, Kirsi-Fee

Es sollte der Treffpunkt der Bürger im Offenauer Ortskern und zudem der Versorger des Vertrauens werden: Ein gutes Jahr ist es her, seitdem die sogenannte Neue Mitte mit Markthalle und angrenzendem Drogeriemarkt ihre Türen für Kunden geöffnet hat. Zum Einjährigen ziehen Betreiber und Mieter der Markthalle Bilanz. Hat das Trio aus Bäcker, Metzger sowie Gemüse- und Obsterzeuger seine Ziele erreicht?

Regionaler Angebotsmix und Parkplätze direkt vor der Tür

"Die Markthalle mit seinem regionalen Angebotsmix hat eine wichtige Lücke in Offenau geschlossen", betont Holger Leister, Kämmerer bei der Gemeinde Offenau. Inzwischen sei sie nicht mehr aus dem Offenauer Ortszentrum wegzudenken. Das sei auch deshalb sehr erfreulich, da zu Baubeginn im Januar 2020 noch nicht klar war, wer die Markthalle betreiben und welche Mieter einziehen würden. Das Trio der Markthalle stand erst Ende 2020 fest. Die Gemeinde ging hier ein hohes Risiko ein. Zudem ging sie teilweise in Vorleistung, was die Ausstattung in der modern-rustikal eingerichteten Markthalle betrifft. Auch die Schaffung von Parkplätzen an der B27 und damit direkt vor der Markthalle kann sich die Gemeinde auf die Fahne schreiben.

Hohes Kundenaufkommen in den ersten Tagen

All diese Komponenten seien es, die heute die Kunden in die Markthalle ziehen, berichtet Armin Häfele. Die Metzgerei Häfele befindet sich vom Markthallen-Eingang aus auf der rechten Seite. "Jedes Mal, wenn ich hier reinkomme, denke ich, es ist eine sehr gute Kombination aus regionalen Angeboten in einem tollen Ambiente", schwärmt Armin Häfele. Er erinnert sich noch gut an die ersten Tage nach Ladenöffnung: "Da war große Action. Es sind sehr viele Kunden gekommen. Alle waren gespannt, was sie erwartet." Zu Beginn sei ein so hohes Kundenaufkommen normal. "Mit der Zeit legt sich das wieder, und man sieht, wen man als Stammkunde gewinnen konnte." Inzwischen habe sich die Frequenz auf einem guten Level eingependelt, dabei seien die Offenauer die treusten Kunden. "Der beste Tag ist Samstagvormittag", so Häfele. Seiner Beobachtung nach würden die meisten Kunden nicht nur gezielt wegen einem Produkt in die Markthalle kommen, sondern von Station zu Station wandern.

Weiter Gas geben

Mittlerweile, so Armin Häfele, sei man auf einem guten Weg, was die Wirtschaftlichkeit angehe. "Ein bisschen müssen wir noch zulegen, damit es richtig Spaß macht", verrät er mit einem Schmunzeln. Das soll zukünftig mit Vor-Ort-Aktionen gelingen. So gab es kürzlich eine Weinverkostung. "Diese kleinen Veranstaltungen wollen wir regelmäßig anbieten und auch weiter ausbauen." Johannes Hirth von der gleichnamigen Bäckerei aus Bad Friedrichshall-Jagstfeld sieht das genauso. "Es ist super angelaufen, jetzt müssen wir weiter Gas geben." Er freue sich nun darauf, dass das Café endlich auch belebt werde. "Corona hat uns in dieser Hinsicht das Leben schwer gemacht. Das Thekengeschäft ging von Anfang an gut, aber die Bewirtung an den Tischen und im Außenbereich konnte leider lange nicht stattfinden." Das hole man nun nach. Auch das Trio der Markthalle habe über das erste Jahr gut zusammengefunden. "Wie stimmen uns ab", erklärt Johannes Hirth. In Summe haben die Partner aus Metzgerei Häfele, Bäckerei Hirth und Obst- und Gemüseerzeuger Böhringer einen siebenstelligen Betrag in den Laden investiert.

Bernd und Jan Böhringer sind mit dem Einzug in die Markthalle in neue Gefilde aufgebrochen. Zuvor boten sie Obst und Gemüse nur auf dem Wochenmarkt an. "Über den Winter haben wir mehr Gemüse und weniger Obst angeboten. Jetzt geht die Beeren-Zeit wieder los", freut sich Jan Böhringer. Durch die Kühlung im Halleninnern könne man ganztägig frischen Salat anbieten.


Rückblick

Das Aus des Nahversorgers Schlecker im Zentrum hat sich auch auf kleine Läden in Offenau ausgewirkt. Im Jahr 2012 empfahl ein Gutachten des Instituts für Regionalwirtschaft Cima die Ansiedlung eines neuen Kundenmagneten, idealerweise eines Drogeriemarkts. Nach etlichen Jahren Hin und Her war endlich klar, dass die Drogeriemarktkette Rossmann und eine Markthalle mit Metzger, Bäcker sowie Obst- und Gemüsehändler künftig die Bürger anlocken und die Versorgung in der Ortsmitte sichern sollen. Seit Januar 2020 wurden für das Projekt "Neue Mitte" die Gebäude von Volksbank, Kreissparkasse und der alte Schlachthof abgerissen. Auch die angrenzende Bundesstraße 27 blieb nicht verschont: Für eine Linksabbiegerspur und eine Querungshilfe für Fußgänger wurde die Fahrbahn verbreitert.

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