Neudenau
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Der Gangolfsritt in Neudenau findet wieder statt

Der Heimatverein Neudenau sucht Mitstreiter: Die Gruppe engagiert sich auf vielfältige Art für die Stadt, eben auch am Sonntag bei einer traditionellen Prozession zu einer idyllischen Kapelle.

Simon Gajer
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Der Gangolfsritt in Neudenau findet wieder statt
Der Gangolfsritt ist eine der Höhepunkte in Neudenau: Wie viele Reiter diesen Sonntag zur idyllischen Kapelle kommen werden, ist offen. Es ist die erste Prozession seit Beginn der Corona-Pandemie. Foto: Archiv/Müller  Foto: Müller

Der Heimatverein Neudenau ist viel häufiger präsent, als sich viele Neudenauer überhaupt vorstellen können. Die Mitglieder engagieren sich auf vielfältige Weise und bereichern so das Leben in der Stadt. Der Vereinsname weist deshalb in gewisser Weise nur auf einen Teil der Arbeit hin, es geht nicht nur um Stadtgeschichte. "Der Heimatverein ist nicht das Museum", sagt Elisabeth Straßer, die mit ihrem verstorbenen Ehemann Wilfried über viele Jahrzehnte die zentralen Gesichter des Museums und der Heimatforschung waren. Der Verein sei vielfältig, ergänzt sie. Das belegt der Blick ins Jahresprogramm.

Üblicherweise beginnt der Veranstaltungskalender des Vereins mit einem Kammerkonzert im Schloss. Coronabedingt fiel es aus. Nun geht es diesen Sonntag mit dem Gangolfsritt los, für den der Verein unter anderem die jahrzehntealten Gewänder beisteuert.

Der Heimatverein ermutigt Interessierte, sich zu engagieren

Der Gangolfsritt in Neudenau findet wieder statt
Im historischen Schlosssaal wären wieder Trauungen möglich: Elisabeth Straßer und Michael Fähndrich sprechen über die Möglichkeiten, das Anwesen zu nutzen.  Foto: Gajer, Simon

Der Heimatverein Neudenau sucht neue Mitstreiter. Die Verantwortlichen ermutigen Interessierte, sich einzubringen. "Jeder, der sich interessiert, kann mitmachen", sagt Michael Fähndrich, der auch Mitglied des Gemeinderats ist. Es finde sich immer ein Bereich, in dem man sich einbringen kann. Der Verein steht zurzeit vor zwei großen Herausforderungen: Die Stadt Neudenau will das Schloss, in dem das Josefine-Weihrauch-Museum integriert ist, sanieren. Die Details stehen noch nicht fest, allerdings wird dann auch über die Zukunft des Heimatmuseums gesprochen. Die Verantwortlichen im Heimatverein wissen: "Für Neudenau ist es zu groß", sagt Elisabeth Straßer.

Die Gruppe hat viele Ideen, das Schloss zu beleben

Der Gangolfsritt in Neudenau findet wieder statt
Werkzeuge: Das Heimatmuseum im Schloss zeigt viele Exponate.  Foto: Gajer, Simon

Der Heimatverein selbst hat Ideen, wie das historische Anwesen genutzt werden könnte. Trauungen könnten wieder in dem hoch gelegenen Saal stattfinden, Veranstaltungen wie früher könnten im Gebäude ausgerichtet werden. Auf jeden Fall sollten die Neudenauer gefragt werden, was sie sich wünschen, überlegt die seit vielen Jahren im Museum engagierte Elisabeth Straßer. Ob es tatsächlich möglich ist, dass die Stadt für kulturelle Veranstaltungen im Schloss Geld hat? Und ob überhaupt kommunale Veranstaltungen im historischen Ambiente möglich sein werden, wo es doch die Mehrzweckhalle gibt? "In meiner Brust schlagen zwei Herzen", sagt Vereinsvorsitzender und Stadtrat Michael Fähndrich. "Wir haben die Finanzen im Griff." Es gehe aber Kultur verloren, überlasse man alles den ehrenamtlichen Helfern.

Der Heimatverein trauert um einen engagierten Stadthistoriker

Die zweite Schwierigkeit: Mit Wilfried Straßer ist ein sehr engagierter Heimatforscher verstorben. Nun fehle jemand, der sich wieder so intensiv mit der Heimatgeschichte befasst, sagt der Vereinsvorsitzende. Dabei macht er Mut, das wird im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich: Jeder hat seinen eigenen Stil und Vorlieben, niemand muss das Vorwissen eines Wilfried Straßer in den Verein mitbringen.

Dabei lobt Fähndrich ausdrücklich das Ehepaar Straßer: Über Jahrzehnte hätten beide die Öffnungszeiten des Museums übernommen. Das müsse so nicht mehr sein. "Jeder kann sich so einbringen, wie er will", sagt er.

Das ist geplant

Der Heimatverein Neudenau ist mehr als Museum, das zeigen die geplanten Veranstaltungen für dieses Jahr. Ab Mitte Juni sind Kunstwerke zu sehen, im Rahmen des Kinderferienprogramms organisiert der Verein wieder die legendäre Schlossnacht für Mädchen und Jungen.

Mitte Juli soll es außerdem eine kleine Stadtführung für Neubürger der Stadt geben, der Abschluss findet in der Zunftherberge Falken statt. Der Klub plant einen Kalender 2023 mit Aufnahmen aus der Stadt, sie veröffentlichen die Heimatblätter im Amtsblatt.

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