Möckmühl
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Bürgermeister Ulrich Stammer ist seit 40 Jahren im öffentlichen Dienst

Der Möckmühler Bürgermeister Ulrich Stammer feiert ein besonderes Jubiläum. Im Gespräch erzählt er, was sich gewandelt hat - und was nicht.

Simon Gajer
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Lesezeit 2 Min
Bürgermeister Ulrich Stammer ist seit 40 Jahren im öffentlichen Dienst
Ist seit 40 Jahren im öffentlichen Dienst tätig, seit 32 Jahren in Möckmühl und seit 22 Jahren als Bürgermeister: Ulrich Stammer. Foto: Simon Gajer  Foto: Gajer, Simon

Ulrich Stammer hat ein besonderes Jubiläum gefeiert: Der Möckmühler Bürgermeister arbeitet seit 40 Jahren im öffentlichen Dienst, 22 Jahre davon als Rathauschef in seiner Heimatstadt. Das Verhältnis zu den Bürgern hat sich in dieser Zeit seiner Ansicht nach nicht gewandelt, dafür ist die Arbeit an anderer Stelle komplexer geworden.

Für den Bürgermeister ist das Rathaus ein Dienstleistungsunternehmen

"Mit dem Großteil der Bevölkerung habe ich ein gutes Verhältnis", erzählt Ulrich Stammer. Ist der 59-Jährige in der Stadt unterwegs, werde er gegrüßt oder angesprochen. Selbstverständlich treten Möckmühler mit den unterschiedlichen Anliegen an ihn heran. "Wenn ich es kann, erfülle ich es", sagt der 59-Jährige wohlwissend: "Es allen recht zu machen, geht nicht." Damit verdeutlicht er zugleich die grundsätzliche Haltung, mit der er als Bürgermeister an sein Amt herantritt und wie für ihn die Prioritäten bei Verwaltungen liegen. "Ich sehe die Stadt als Dienstleistungsunternehmen an." Bürger sollte bei ihren Anliegen nicht gegängelt oder gar verwaltet werden.

Die Bürokratie hat in den vergangenen Jahren zugenommen

Die positive Einstellung der Menschen in der Stadt ihm gegenüber ist seiner Ansicht nach geblieben, in den zurückliegenden Jahrzehnten ist es dafür in der Bürokratie aufwendiger geworden. "Die Rahmenbedingungen haben sich verändert." Ein Beispiel dafür: Der Gemeinderat musste sich kürzlich mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan befassen, weil ein Grundstücksbesitzer einen Carport errichten will - der aber außerhalb der Baulinie liegt. Am Ende dürfte den Bauherrn das rechtliche Verfahren vermutlich mehr kosten als der eigentliche Bau. Ulrich Stammer wäre es lieber, könnte man Anliegen vom Ergebnis her denken - und nicht nur Formalitäten sehen.

Die Kaufland-Ansiedlung ging ganz kurz

Dass es noch vor Jahrzehnten anders gehen konnte, verdeutlicht der Bürgermeister mit der Kaufland-Ansiedlung, an der Ulrich Stammer maßgeblich beteiligt war. Der Bebauungsplan sei "recht flott" durchgegangen. So schnell geht es mittlerweile nicht mehr. "Die Anforderungen an Gemeinden sind gestiegen." Ulrich Stammer will seine Worte aber nicht als grundsätzliche Kritik verstanden wissen. "Ich will nicht generell schimpfen", sagt er. Man lebe schließlich in einem Rechtsstaat, es gebe keine Willkür.

Bürgermeister Ulrich Stammer ist seit 40 Jahren im öffentlichen Dienst
Amtseinführung im Oktober 2000: Landrat Klaus Czernuska überreicht Ulrich Stammer eine Stele. Foto: Archiv/Fy  Foto: Fy

Mit dem 15-monatigen Wehrdienst begann für Ulrich Stammer die Zeit im öffentlichen Dienst. In seiner Heimat Möckmühl fühlt er sich wohl. "Ich habe nicht das Bestreben, woanders hinzugehen."

Das sind die Wahlergebnisse von Ulrich Stammer

Im Jahr 2000 folgte Ulrich Stammer als Bürgermeister auf den langjährigen Rathauschef Hans Joachim Ehrmann. Stammer erhielt 55,7 Prozent der gültigen Stimmen, Norbert Heuser erreichte 42,1 Prozent, Hartmut Klink 2,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 66,1 Prozent. Bei der Wahl im Jahr 2008 war Ulrich Stammer dann einziger Bewerber, er erhielt 96 Prozent der Stimmen, die Wahlbeteiligung lag bei 35,5 Prozent. Acht Jahre später nahmen 50 Prozent der Wähler teil, Ulrich Stammer bekam 77,9 Prozent. Zudem kandidierten der Unternehmer Andreas Burggraf und Alfred Wilhelm von der Nein-Partei. 11,9 Prozent erhielt Burggraf, Wilhelm erzielte 8,1 Prozent.

Und was macht der Rathauschef bei der kommenden Bürgermeisterwahl?

Ulrich Stammer hat gute Arbeit geleistet, dennoch hat es zwischen Gemeinderat und Bürgermeister in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten auch Misstöne gegeben, es herrschte stellenweise ein rauer Ton. Seine Amtszeit läuft nun im Jahr 2024 aus. Öffentlich will sich Ulrich Stammer derzeit nicht dazu äußern, ob er ein weiteres Mal kandidiert. "Es gibt einige Themen, die offen und zu erledigen sind." Dazu gehört für ihn, nach Jahrzehnten der Planung endlich einen sogenannten Vollsortimenter ins Zentrum zu bekommen - also ein Lebensmittelmarkt mit einer größeren Auswahl an Produkten. Zudem will er noch das Baugebiet "Im Haag" entwickeln, wo unter anderem Seniorenwohnungen entstehen sollen.

 
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