Neckarsulm
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Neckarsulmer sollen Ideen für ehemalige Spielplätze entwickeln

Einige Areale sollen aufgegeben, bestehende aufgewertet werden: Das Neckarsulmer Rathaus holt auch Kinder und Jugendliche mit ins Boot. Das ist vorgesehen.

Simon Gajer
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Anwohner sollen Ideen für ehemalige Spielplätze entwickeln
Die Tage von Schaukel und Schiff sind gezählt: Im Bereich Frieden-/Beethovenstraße in der Stadt Neckarsulm entsteht eine neue Kita. Der Gemeinderat wertet bereits einen anderen Spielplatz am Richard-Wagner-Platz auf. Foto: Simon Gajer  Foto: Gajer, Simon

Anwohnerproteste haben Wirkung gezeigt: Der Gemeinderat Neckarsulm hatte Mitte 2021 beschlossen, wie zurückgebaute Spielplätze genutzt werden sollten. Diese Entscheidung hat das Gremium am Donnerstag aufgehoben. In einem ersten Schritt sollen Anwohner angehört werden. Auf dieser Basis, so die Stadtverwaltung, werde das weitere Vorgehen festgelegt. "Wir haben die Menschen nicht ausreichend mitgenommen", erinnerte Oberbürgermeister Steffen Hertwig an öffentliche Diskussionen. Ausgenommen vom Beschluss ist unter anderem der Spielplatz an der Friedenstraße. Auf dem Gelände wird eine Kita errichtet.

 

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Deshalb sollen Spielplätze aufgegeben werden

Die Stadt habe einiges vor, sie habe bereits einiges bei den Spielplätzen unternommen, sagte Steffen Hertwig. Der Bauausschuss des Gemeinderats hatte im Januar 2020 beschlossen, 16 von 94 vorhandenen Spielplätzen aufzugeben. Hiervon betroffen war vor allem der Stadtteil Neuberg. Grundlage für die Entscheidung war laut Stadtverwaltung eine Betrachtung des gesamtstädtischen Spielplatznetzes, der Frequentierung, der bestehenden Wege, der Ausstattung mit Spielgeräten sowie der Dichte an Kindern und Jugendlichen im direkten Umfeld der Standorte.

Das ist bei den Gesprächen mit Anwohnern denkbar

Nun geht es um Gespräche mit Anwohnern. "Wir schließen nichts aus", sagte Doris Wohlfahrt, die im Rathaus das Amt für Bildung und Soziales leitet. Möglich seien beispielsweise Gemeinschaftsgärten oder Natur-nah-dran-, Begegnungs- sowie Fitnessflächen, sagte sie. Natürlich könnte es auch wieder ein Spielplatz werden, betonte sie.

SPD-Stadtrat Dieter Steiner begrüßte die Beteiligung. Er hofft, dass sich dann aber auch tatsächlich die Anwohner einbringen. Geschehe das, könnten Nachbarn für sich einen Mehrwert fürs Wohnumfeld erkennen. Er hakte nach zu Orten für Jugendliche. Ob zurückgebaute Spielplätze zukünftig auch von Jugendlichen als Treffpunkte genutzt werden könnten, will die Verwaltung intern prüfen.

 

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Hat das Gremium die ursprüngliche Idee aus dem Auge verloren?

Spielplätze seien gut, Beteiligung auch, sagte CDU-Stadträtin Dr. Ruth Hilbig. Sie wunderte sich aber: Als es um die Schließung von Spielplätze ging, habe man damit doch unter anderem den Bauhof entlasten und Geld sparen wollen. "Wie haben wir die Zielsetzung aus dem Auge verloren?" Viele Schüler seien in Schulen. Man brauche Plätze für Senioren, sagte sie. Steffen Hertwig: Es gehe um Spielplätze, die ertüchtigt werden sollen. Und Anwohner sollen sich dort einbringen können, wo Spielplätze zurückgebaut werden. CDU-Sprecher Eberhard Jochim ergänzte: Man solle darauf achten, dass die Nachnutzung nicht teurer werde als die Spielplätze. Er will keine Finanzgräber.

Ebenfalls hakt das Rathaus bei Kindern und Jugendlichen nach, wenn es um die Neugestaltung von Spielplätzen geht. Beispielsweise sind deren Ideen gefragt, wenn es um den Umbau des Festplatzes an der Pichterichstraße geht. Ein Teil davon ist für ein überdachtes Multifunktionsfeld reserviert, auf einem weiteren Teil könnten dann Anregungen der Nutzer installiert werden. Doris Wohlfahrt erinnerte an den Spielplatz Klostergraben: Als es um dessen Umgestaltung ging, seien Kinder gefragt worden. Sie hätten Demokratie erlebt.

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