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Wie sich der Künstlerbund Heilbronn (KBH) neu erfindet

Kirsten Brunner als neue zweite Vorsitzende des Künstlerbunds Heilbronn forciert gemeinsam mit Vorstand Klaus Rensch mehr Öffentlichkeit: "Wir möchten den KBH sichtbar machen."

Claudia Ihlefeld
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Lesezeit 2 Min
Wie sich der Künstlerbund Heilbronn (KBH) neu erfindet
"Unsere Arbeit sichtbar machen": Seit wenigen Wochen bildet Kirsten Brunner gemeinsam mit Klaus Rensch den Vorsitz des Künstlerbunds Heilbronn. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

"Wie die Leute ansprechen und reinziehen?", ist eine entscheidende Frage, will der Künstlerbund Heilbronn (KBH) sein Anliegen, sich neu aufzustellen, vorantreiben. "Wer einmal da war, kommt wieder", hofft Kirsten Brunner.

Seit wenigen Wochen ist sie zweite Vorsitzende in der Nachfolge von Michael Zeuch. Mit "da war" meint Brunner nicht nur die renovierten Räume der Galerie 55 in der Karlstraße 55. Sondern das Veranstaltungsportfolio, das den KBH auch an andere Orte führt.

Vereinsinterne Querelen sind ausgeräumt

Erster Vorsitzender bleibt Klaus Rensch. Seit Juni 2020 leitet der 67 Jahre alte Orgelbauer aus Lauffen die Geschicke des Vereins. Nachdem Evi Böhringer-Kerner ihr Amt als Vorsitzende zur Verfügung gestellt, sprich das Handtuch geworfen hatte nach vereinsinternen Querelen um Umgangsformen, Diskussionskultur und eine fragwürdige Skulptur. Rensch ist seit 2002 Mitglied im Künstlerbund - und seit zwei Jahren in erster Linie "Manager", wie er schmunzelt. Bilder sind seither kaum mehr entstanden.

Dass wieder offen diskutiert wird im Künstlerbund, begrüßt Rensch ebenso wie die Ideen, die Kirsten Brunner mitbringt, um Öffentlichkeit zu schaffen. 75 Mitglieder zählt der Verein. Auch wenn das jüngste 30 Jahre ist, redet Rensch nicht um den heißen Brei herum: Das Durchschnittsalter im KBH liegt bei 65 Jahren. Was nichts über die Qualität der Ausstellungen aussagt. "Wir haben ein Altersproblem, ja. Aber es herrschen im Moment auch ein gutes Klima und Gefühl im KBH", sagt Rensch. "Man erfindet sich neu."

Acht bis zehn Ausstellungen im Jahr

Acht bis zehn Ausstellungen pro Jahr stellt der Künstlerbund auf die Beine. Diesen Sonntag eröffnet eine Schau mit Bildern von Alexander Rolof und Klaus Maschanka.

Kirsten Brunner selbst wird ab November ausstellen. Die 61 Jahre alte Diplomdesignerin und ausgebildete Kunsttherapeutin aus Neckarsulm ist seit über 20 Jahren künstlerisch aktiv, seit 2017 engagiert im KBH und arbeitet als Coach. Brunner malt, übermalt, fotografiert und collagiert ihre "zeitkritischen Anmerkungen". Das erklärt die "Liebe zum Papier": "Ich sammle so ziemlich alle Druckerzeugnisse." Zudem fotografiert sie denkbar Mögliches mit dem Handy. Eine Art Chronistin des Alltags.

Offene Workshops einmal im Monat für die Ukraine-Hilfe

Die Workshops mit Künstlerbundmitgliedern jeden ersten Freitag im Monat in der Galerie 55 für Kunstinteressierte, die sich frei ausprobieren möchten, gehen auf Brunners Initiative zurück. Der Erlös kommt der Ukraine-Hilfe zugute.

Die Gipswerkstatt mit Sibylle Nestrasil vergangene Woche war gut nachgefragt, am 1. Juli führt Hakan Mandalinci unter dem Motto "Farbe und Form unter Druck" in die Finessen der Monotypie ein.

Aber auch mit weiteren Projekten möchte Brunner den "KBH sichtbar machen". Etwa mit einer Vorstellung des Turmalin-Theaters - spezialisiert auf Inszenierungen für eine Schauspielerin - zum Abschluss der Jahresausstellung zum Thema "Energie" im Oktober. Oder mit einer ersten Kooperation mit dem Förderkreis Neue Musik Heilbronn, wenn Tanz, Saxofon und Zeichnung aufeinander treffen.

"Da kommt was zusammen"

"Ich baue gerne Brücken, da kommt was zusammen", sagt Kirsten Brunner und vergleicht die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder der freien Kulturszene mit der Textur eines "Blätterteigs".

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