Wenn Haut auf Haut trifft

  
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Susanne Kubin zeigt Arbeiten auf Papier in der Galerie im Rathaus

Von Andreas Sommer
Susanne Kubin ist die erste Künstlerin, die in der Galerie im Rathaus Eppingen ausstellt. Die Kabinette sind ideal für bis zu 25 Arbeiten.Foto: Andreas Sommer
Susanne Kubin ist die erste Künstlerin, die in der Galerie im Rathaus Eppingen ausstellt. Die Kabinette sind ideal für bis zu 25 Arbeiten.Foto: Andreas Sommer

Eppingen - Die Haut ist das größte und schwerste menschliche Organ – und ein Spiegel unserer Seele. Im Werk der Eppinger Künstlerin Susanne Kubin spielt sie eine zentrale Rolle. In der kleinen, aber feinen Galerie im Rathaus, die im ehemaligen Wachlokal eingerichtet wurde, zeigt Susanne Kubin zarte, subtil-sinnliche Körperabdrucke.

Den eigenen Körper als künstlerisches Medium zu benutzen, hat eine jahrtausendealte Tradition in der Kunstgeschichte. Die Künstlerin reibt ihren Körper mit Leinöl ein und legt sich dann auf das vorgrundierte Zeichenpapier. Diesen Abdruck, mit Graphitstaub und Kohlepigmenten versetzt, bearbeitet Susanne Kubin mit Kreide, Öl- oder Acrylfarben weiter. Zarte Linien, Lasuren und Schraffuren schaffen sensible und verletzliche Strukturen, die zu einer zweiten Haut werden: Der natürlichen Haut stellt Kubin so eine künstliche, eine Farbhaut, gegenüber. Doch sie belässt es absichtlich bei farblichem Minimalismus. So erinnern die Arbeiten bisweilen an prähistorische Höhlenmalereien, aus denen sich bei näherem Hinsehen Gesichter aus den Farbstrukturen herausschälen.

Susanne Kubins „Haut auf Haut“ ist keine intime Nabelschau. Sie ruft die Funktion der Haut als widerstandsfähiges Organ der Abgrenzung von Innen und Außen in Erinnerung, macht durch Schab- und Kratzspuren ihre leichte Verletzbarkeit nachvollziehbar und feiert sie auch als Ort äußerster Empfindlichkeit: Gibt es eine treffendere Umschreibung von Zärtlichkeit als „Haut auf Haut“?

Susanne Kubin: „Haut auf Haut“ in der Galerie im Rathaus Eppingen, bis 29. Februar.

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