Heilbronn
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Magie des Einfachen: Ausstellung Wolf-Rüdiger Hirschbiel auf der Inselspitze

"Das Bild als Raum": Eine Retrospektive des Malers und Zeichners Wolf-Rüdiger Hirschbiel zeigt 70 Bilder aus 60 Jahren auf der Inselspitze Heilbronn.

Claudia Ihlefeld
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Lesezeit 2 Min
Magie des Einfachen: Ausstellung Wolf-Rüdiger Hirschbiel auf der Inselspitze
70 Bilder aus 60 Jahren: Wolf-Rüdiger Hirschbiel zeigt ausgewählte Arbeiten auf der Inselspitze, darunter auch Großformate aus dem Jahr 2022.  Foto: Berger, Mario

Eigentlich handelt es sich um einfache Formen. Geometrische Kompositionen, die durch die exakte Farbsetzung an Magie gewinnen. Das Bild wird zum Raumerlebnis, aber auch zum Meditations-Objekt. "Die Augen", sagt Wolf Hirschbiel, "müssen mit dem Bild kommunizieren." Je länger man sich auf die Farbflächen und abstrahierten Landschaften einlässt, umso mehr scheinen Raumwirkung und Farben zu variieren.

"Das Bild als Raum" lautet denn auch der Titel der Ausstellung auf der Inselspitze Heilbronn in der ehemaligen Galerie Manfred Rieker.

Eine Leidenschaft für pure Malerei

70 Arbeiten aus 60 Jahren, vom Künstler selbst wirkmächtig gehängt, markieren, wie sich die Malerei von Hirschbiel konsequent vereinfacht: durch strenge Konzentration und die Kontrastierung von Farben - und von Groß und Klein. Dass der Unermüdliche aus Auenstein, der im April 80 Jahre alt geworden ist, immer wieder auch Landschaftsaquarelle schafft, widerspricht nicht seiner Leidenschaft für pure Malerei.

Überwiegend auf Reisen und in Serien entstehen diese "Skizzen", ausgewählte Beispiele sind auf der Inselspitze zu sehen. Neben Ölarbeiten auf Schreibmaschinenpapier aus der Bewerbungsmappe für die Akademie 1962.

Ausstellungen im In- und Ausland

In Stuttgart geboren, wächst Hirschbiel in Bönnigheim auf und studiert nach einer Lehre als Kunstglaser und Glasmaler Malerei an der Stuttgarter Akademie sowie Kunsterziehung an den Pädagogischen Hochschulen Ludwigsburg und Schwäbisch Gmünd. Neben dem einstigen Brotberuf als Kunstlehrer stellt Hirschbiel im In- und Ausland aus und war Ausstellungsleiter beim Künstlerbund Heilbronn. Die aktuelle Schau nun ist eine kleine Retrospektive.

Reale Illusion, Ästhetik des Einfachen, poetische Mathematik sind Versuche, Hirschbiels Farbflächen-Kompositionen in Worte zu fassen. Mit einer Arbeit aus dem ersten Semester Akademiestudium beginnt die Ausstellung, mit einem Tafelbild von 2022 endet der Rundgang.

Atmosphären aus Licht und Farbe

Die jüngsten Großformate, wehende Vorhänge in einer Flucht abstrakter Räume oder ineinandergeschachtelter Quader, spinnen den Grundgedanken weiter, der sich durch sein Werk zieht: Formen von Architektur und Atmosphären aus Licht und Farbe auf die Leinwand bannen. Aber auch stilisierte Landschaftsimpressionen, wie die erdfarbenen, fast monochromen Bilder, die während einer Reise durch die Mongolei entstanden sind.

Im kleinen wie im großen Format sucht Wolf-Rüdiger Hirschbiel die Wirkmacht des Einfachen, die Einfachheit der Form. Dabei ist die klassische Moderne seine Richtschnur.

Blau ist der rote Faden, der sich durch das Werk zieht

Auch wenn sich Räume auftun und wieder auflösen, was an die metaphysische Malerei eines Giorgio de Chirico erinnert, ist es doch anders: Hirschbiel verzichtet auf die Zentralperspektive, konfrontiert vielmehr Flächen und Farben, Strukturen und Abstufungen. Blau ist der rote Faden, der sich durch seine (Farbfeld)Malerei zieht. Auch wenn er eine ganze Palette an Rottönen und Violett einsetzt, Grün, Braun, Ocker und pastellene Töne.


Ausstellungsdauer

Bis 10. Juli auf der Inselspitze, mittwochs, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung. Eröffnung: Heute, 19 Uhr.

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