Körper-Bilder von Dominika Block und Bärbel Flohr
Neckarwestheim - Von Franz Kafka stammt die Aussage: „Im verzerrten Spiegel der Kunst erscheint die Wirklichkeit unverzerrt.“ Man kann den Satz auf die Körperstudien von Dominika Block beziehen, die mit ihren verzerrt dargestellten Körpern auf Missstände hinweist. Die menschliche Figur ist auch Thema in der Malerei von Bärbel Flohr, deren Form sie mit irisierenden Flächen in leuchtender Farbigkeit ausfüllt. Beide stellen derzeit in der Galerie im Rundbau im GKN aus.
Neckarwestheim - Von Franz Kafka stammt die Aussage: „Im verzerrten Spiegel der Kunst erscheint die Wirklichkeit unverzerrt.“ Man kann den Satz auf die Körperstudien von Dominika Block beziehen, die mit ihren verzerrt dargestellten Körpern auf Missstände hinweist. Die menschliche Figur ist auch Thema in der Malerei von Bärbel Flohr, deren Form sie mit irisierenden Flächen in leuchtender Farbigkeit ausfüllt. Beide stellen derzeit in der Galerie im Rundbau im GKN aus.
Wie Gliederpuppen Gelb, Orange und Rot sind Farben, die in den Bildern der 1946 in Beilstein geborenen und dort lebenden Künstlerin in Flächen aufgetragen und zu schillernden Geweben zusammengefügt werden. Als Farbschatten betonen die Farbflächendie Körperformen von Menschen, die sie in Umrissen wiedergibt. Wie Gliederpuppen erscheinen sie in ihren Bildern, kommen allein oder zu zweit einher, um als Träger einer starken in Pinselstrichen aufgetragenen Farbe zu dienen. Losgelöst vom Gegenstand der menschlichen Figur, können die Farbflächen in der Malerei von Bärbel Flohr auch eigenständig eingesetzt sein. Sie bilden abstrakte Elemente, die sich mit den figürlichen in ein- und demselben Bild zu einer Gratwanderung zwischen Abstraktion und Figuration verbinden.
Politische Botschaft
Die 1977 in Danzig geborene und nach Heilbronn übergesiedelte Dominika Block stellt ihre Kunst in den Dienst eines politischen Engagements. In gemalten Studien zeigt sie Körper, deren Gliedmaßen ineinander verkeilt sind und deren Farbigkeit rohes Fleisch andeuten. Zusammen mit ihrer teilweise knochigen Erscheinung weisen die Körper auf die geschundene Kreatur hin.
„Der eigentliche Skandal ist doch die Unfähigkeit des Menschen, genau hinzuschauen.“ Die Art, wie sie Körper als Schlachtvieh in ihrer Malerei vorführt, erinnert an die von Francis Bacon. Dazu gesellen sich graffitiartig gestaltete Leinwände, deren grafischer Charakter durch lineare Kompositionen auf gespachteltem Grund bedingt ist. In ihnen manifestiert sich die Bewunderung für die Wiener Expressionisten Egon Schiele und Kokoschka.
Galerie im Rundbau im GKN, bis 18. September, täglich 9 bis 17 Uhr.
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