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Die Band Neeve aus Weinsberg veröffentlicht ihr Debütalbum "Chaos Of My Mind"

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Neeve haben sich inzwischen eine große Fanbase erarbeitet und touren quer durch Europa. Am Freitag erscheint das erste Album, das sich auch mit dem Thema mentale Gesundheit beschäftigt. Warum der Band das wichtig ist, haben wir Sänger Felix Seyboth gefragt.

Greifen in ihren Liedern persönliche Themen auf: Neeve sind (von links) Philipp Spohrer, Axel Seyboth, Felix Seyboth und Marius Spohrer.
Greifen in ihren Liedern persönliche Themen auf: Neeve sind (von links) Philipp Spohrer, Axel Seyboth, Felix Seyboth und Marius Spohrer.  Foto: Pauline Bonnke

"Bei uns ist in den letzten zwei, drei Jahren sehr viel passiert", sagt Felix Seyboth. "Während der Corona-Pandemie stand fast alles still. Deshalb haben wir die Arbeit auf unseren Social-Media-Kanälen intensiviert. Über Instagram und TikTok konnten wir deutlich mehr Reichweite generieren. Und wir haben viele Songs geschrieben", sagt der Sänger der Band Neeve aus Weinsberg. Gitarrist Marius Spohrer, Axel Seyboth (Piano, Gitarre) und Philipp Spohrer (Bass) komplettieren das Quartett, das aus zwei Brüderpaaren besteht, untereinander sind die Musiker Cousins.

Heute erscheint nun das Debüt der Band mit dem Titel "Chaos Of My Mind". "Wir sind offener geworden, lassen uns nicht mehr einschränken, was unseren Sound angeht. Es ist sehr facettenreich geworden", sagt Seyboth über das Album mit zwölf Liedern. Das Chaos im Plattentitel skizziert nicht nur eine schwierige Zeit für die Band, sondern nimmt sich ebenso - ganz intim - dem Thema mentale Gesundheit an.

Sänger Felix Seyboth thematisiert seine ADHS-Diagnose

Felix Seyboth verarbeitet in den Liedern auch eine ADHS-Diagnose, die er im Jahr 2020 erhielt. "Es ist wichtig, mit so einem Thema offen umzugehen, zu sensibilisieren. Wir haben Reaktionen bekommen, dass es vielen Menschen ähnlich geht und dass sie sich durch die Musik gesehen oder weniger alleine fühlen", sagt Seyboth, der betont, wie wichtig es ist, sich im persönlichen Umfeld jemandem anzuvertrauen oder professionelle Hilfe aufzusuchen.

"Gut ist, dass so etwas nicht mehr so tabuisiert ist wie früher", sagt Seyboth auch mit Blick auf Kabarettisten wie Kurt Krömer oder Torsten Sträter, die im TV offen über ihre Depressionen sprachen und dafür einen Grimme-Preis erhielten. "In dieser super schnelllebigen Welt vergisst man oft, auf sich selbst zu achten", so Seyboth.

Gemeinsam Musik machen die Brüderpaare schon seit 2011, damals noch unter dem Namen Relation. Die Band spielte zunächst Coversongs, später dann Alternative-Rock. Dann zog sich die Band 2016 zwei Jahre zurück, um an Songs und einem neuen Sound zu feilen. Seit 2018 steht das Quartett als Neeve auf der Bühne. Die Band verortet sich selbst irgendwo zwischen Indierock, Synth- und Britpop.

Die Band übernimmt Song-Produktion und Vermarktung selbst

Alle Bandmitglieder wohnen verstreut übers Weinsberger Tal, der Proberaum ist in Weinsberg. Inzwischen stehen Neeve aber nicht mehr nur auf regionalen Bühnen, sondern touren quer durch Deutschland, spielen Gigs in Italien und Frankreich. Die vier Konzerte in Großbritannien im November - unter anderem in London und Manchester - sind bereits ausverkauft. "Wir haben eine besondere Verbindung zu England", sagt Seyboth.

Neeve arbeiten inzwischen mit einem zweiköpfigen Management-Team, haben sich aber derzeit bewusst gegen ein Label entschieden. In klassischer Do-It-Yourself-Manier halten die Musiker die Strippen in der Hand, produzieren ihre Lieder selbst und übernehmen auch die Vermarktung. Wie es weitergeht für Neeve? "Wir warten ab, wie das Album ankommt. Dann sehen wir weiter", sagt Felix Seyboth pragmatisch. "Es bleibt also spannend."

 


Mehr zur Band

www.facebook.com, www.instagram.com und bei TikTok. Das Album ist ab Freitag bei allen gängigen Streamingdiensten zu hören, CD und Schallplatte gibt es unter www.neevemusic.com.

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