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Heimattage in Eppingen lockt hunderte Gäste an - Eine Feier für Generationen

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Heimattage in Eppingen: Der Samstag stand ganz im Zeichen der Jahrgangstreffen. Doch vor dem Feiern hieß es erstmal innehalte.

Von unserem Redakteur Jörg Kühl

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Jahrgangstreffen. Die Heimattage hatten wieder mehrere Hundert Gäste nach Eppingen gelockt, die ganze Stadt war voller Menschen. Doch vor dem Feiern hieß es erst einmal innehalten. Auf dem Friedhof hatten sich die zahlreichen einheimischen und auswärtigen Eppinger am frühen Nachmittag versammelt, um der Verstorbenen zu gedenken. Dort wurden sie vom OB Klaus Holaschke begrüßt. Pastorin Raphaela Swadosch und Pfarrer Friedhelm Bokelmann leiteten das Gedenken.

Anschließend pilgerten die Gäste zum Jahrgangshain. Dort ist für jeden Jahrgang eine Eiche gepflanzt worden. Weil die Bäume nicht für alle Jahrgänge reichen, sind die ersten Exemplare bereits doppelt belegt. So kümmert sich der Jahrgang 1984/85 beispielsweise um die Eiche, die für den Jahrgang 1924/25 gepflanzt worden war.

Jahrgangsplausch über alte Zeiten

Nach diesem ersten gesamten Zusammentreffen verteilten sich die Teilnehmer erst einmal an verschiedene Stellen zum separaten Jahrgangsplausch. Die ältesten Jahrgänge hatte Obmann Artur Ehehalt um sich geschart. Im Außenbereich der Hauptgastronomie der Gartenschau am Bachwegle ließen die betagten Gäste ihren Anekdoten freien Lauf. "Wir sind mit 84 Kindern eingeschult worden, wir waren 44 Buben und 40 Mädchen." Von den Jungen leben heute nur noch zwei, von den Mädchen neun, berichtet der 1929 Geborene.

Artur Ehehalts Gegenüber ist die wohl älteste Teilnehmerin des Jahrgangstreffens. Elfriede Schumacher aus Eppingen ist 1927 geboren, nimmt aber noch sehr lebhaft am öffentlichen Leben teil. "Wir haben von der vierten bis zur achten Klasse Fräulein Hammer als Lehrerin gehabt, die war sehr streng", erinnert sich Elfriede Schumacher ganz mädchenhaft, während die andern am Tisch mit "Oh, ja!" beipflichten. So geht es Schlag auf Schlag. Irene Hofstetter kann sich noch lebhaft daran erinnern, wie sie als Jugendliche auf dem Bauernwagen in der Scheune Zarah-Leander-Songs geträllert hat. Auch an das Kino im Rössle erinnern sich die Senioren gerne: "Das war der Schlingelmarkt", sagt Erna Geiger. Weil dort die jungen Männer den jungen Frauen nachstellten.


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Jüngster Jahrgang feiert bei Funk, Rap und Reggae

Beim Treffen des jüngsten Jahrgangs ging es nicht minder humorvoll zu. Obfrau Lea Holaschke hatte die 2000er um sich geschart. Die junge Truppe traf sich an der Sparkassenbühne. An die letzten Heimattage vor zwölf Jahren haben die Jahrgangsteilnehmer kaum Erinnerungen. Lea und ihre Freundin Fatima Schott erinnern sich nur an Details. So waren die beiden Freundinnen mit ihrer Schulklasse beim Umzug als Regenbogenfische verkleidet. Die Kostüme hätten die Viertklässler selbst hergestellt. "Als Kind war man aufgeregt, die ganze Stadt schaute einen an", erinnert sich Lea Holaschke. Um ihren Jahrgang zusammenzutrommeln, hat sie eine Whatsapp-Gruppe eingerichtet.

Das Jahrgangstreffen war ab 20 Uhr bis spät in die Nacht auch musikalisch begleitet. Auf der Sparkassenbühne spielte erst die Stuttgarter Funky-Pop-Formation Simeon, später, bis Mitternacht dann Chris Cosmo, deutschlandweit bekannter Musiker mit einem Repertoire, das Deutschrap, Funk, Reggae, und Dancehall umfasst. Zwölf Jahre hat der 44-Jährige, der bürgerlich Christian Gingerich heißt, in Mühlbach gelebt, erst kürzlich ist er ins badische Bühl umgezogen. Deshalb war sein Auftritt für ihn auch eine Art Abschiedskonzert. "Eppingen war immer gut zu mir", bekennt der Musiker. Mühlbach mit seinem See sei ein guter Heimathafen gewesen, um nach Tourneestress wieder herunter zu kommen.

 
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