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Erinnerungen an einen Überflieger

Der Rappenauer Flugpionier Albert Botsch

Von Rudolf Landauer
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Erinnerungen an einen Überflieger
Die Tochter des Rappenauer Flugpioniers, Irmgard Botsch, unterhält sich vor dessen Foto mit (von links) Hans Heribert Blättgen und den Mitorganisatoren Roland Franke und Herbert Freudenberger. (Foto: Rudolf Landauer)

Darauf ist nicht nur Rappenaus Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen stolz, viele seiner Mitbürger sind es ebenfalls. Passend zum fliegerischen Thema hatte Ulrike Kowalski "Über den Wolken" von Reinhard Mey und den "Fliegermarsch" ausgewählt und umrahmte die Eröffnung damit. Die Augen von Zimmermeister Herbert Freudenberger leuchteten beim Anblick der Fotos, die Albert Botsch und seine fliegerische Laufbahn zeigen - seinen Enthusiasmus verbarg er dabei nicht. Es ist unter anderem seiner Initiative zu verdanken, dass es zu der Ausstellung kam, die am Samstag von Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen eröffnet wurde und die von Roland Franke und Marianne Klubitschko mitgestaltet wurde.

Herbert Freudenberger hatte selbst eine Ausbildung zum Piloten absolviert und ist schon lange mit der Familie Botsch befreundet. Der früher selbstständige Zimmermeister erinnert sich noch gerne an die Gespräche, die er als junger Mann mit seinem Vorbild Albert Botsch führte. Noch heute ist er davon begeistert und schildert Albert Botsch als genialen Flugzeugkonstrukteur, hervorragenden Piloten und Maschinenbauingenieur. "Der Albert Botsch war einfach ein faszinierender Mensch - ein Genie", schwärmte Freudenberger. Die Archivarin der Stadt, Marianne Klubitschko, stellte den Gästen die Ausstellung vor und machte auch darauf aufmerksam, dass auf den Tafeln viel Wissenswertes über die Anfänge der Fliegerei aufgeführt ist. Sie sei somit nicht nur für an der Stadtgeschichte Interessierte spannend, sie spreche auch Besucher an, die sich für die Frühgeschichte der allgemeinen Fliegerei interessieren.

Von Dädalus über den Schneider von Ulm zum Weltrekordflug von Albert Botsch und bis zu seinem Wechsel in die elterliche Maschinenfabrik reicht die Bandbreite der sehenswerten Ausstellung.

Bevor dieser aber durch den Ruf seines Vaters, der ihn 1925 in der Rappenauer Fabrik dringend benötigte, "gegroundet" wurde, wie es in der Fliegersprache heißt, zeigte er beim legendären "Zugspitzflug" im Januar 1925 dem damals schon berühmten Piloten Ernst Udet das Heck seiner BAG-E1 von hinten und verwies den späteren Fliegergeneral auf den zweiten Platz. Die Chronik berichtet, dass Udet darüber sehr erzürnt war, denn Botsch flog das kleinste Flugzeug im Starterfeld.

InfoDie Ausstellung ist bis einschließlich Sonntag, 22. Mai, im Foyer des Rathauses während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

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