Bad Rappenau
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Wenn vier Harfen zu einem Klangkörper verschmelzen

Das Harfenquartett von Maren Ferber hat sich im März in Pforzheim für den Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Oldenburg qualifiziert. Jetzt geht es nur noch um Feinheiten: Die Proben laufen.

Ulrike Plapp-Schirmer
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Wenn vier Harfen zu einem Klangkörper verschmelzen
Aenna, Florentin, Mira und Jil (von links) sind trotz aller persönlicher Unterschiede ein gutes Team: Als Harfenquartett klingen sie perfekt zusammen. Foto: Ulrike Plapp-Schirmer  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Zwei große, zwei kleine Harfen. Vier eigenständige Persönlichkeiten, drei Mädchen, ein Junge. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch vielleicht macht genau das die Qualität des Harfenquartetts der Bad Rappenauer Musikschullehrerin und Harfinistin Maren Ferber aus.

Lebendigkeit und emotionaler Ausdruck

Beim Landeswettbewerb von "Jugend musiziert" in Pforzheim haben sich Jil Hefner aus Steinsfurt, Mira Zucker aus Dallau, Florentin Ley aus Schwaigern und Aenna Berg aus Dahenfeld für den 59. Bundeswettbewerb Anfang Juni in Oldenburg qualifiziert. Die Lebendigkeit und der emotionale Ausdruck des Quartetts haben gepunktet. Jetzt geht es um die Feinheiten. Und da heißt es: proben, proben, proben. "Ein Niveau kann man nicht halten, wenn man nichts dafür tut", sagt Maren Ferber.

Doch egal, welche Platzierung in Oldenburg herauskommen wird: "Es ist auch so schon viel erreicht." Ihre Schüler würden keine Musik machen um zu gewinnen, sondern "um reicher zu werden und ihre Emotionen ausdrücken zu können". So ein Werkzeug in der Hand zu haben, das empfinde sie auch für sich selbst als Glück.

"Sunny Days" heißt eines von drei Stücken, die das Quartett in Oldenburg vortragen wird. Es passt zu den sonnigen Wänden der Bad Rappenauer Musikschule Contakt, wo Jil, Mira, Florentin und Aenna seit Jahren unterrichtet werden. Und es passt zu der entspannten, freundlichen Stimmung im Raum.

Genussvolles Spiel

Die Vier harmonieren gut miteinander, obwohl der Altersunterschied zwischen der zehn Jahre alten Aenna, dem 13 Jahre alten Florentin und den 15 Jahre alten Freundinnen Jil und Mira groß ist. "Musik ist meine Leidenschaft", sagt Jil, "ich liebe es, Harfe zu spielen, gerade mit diesem Quartett." "Ich bin echt froh, dass ich hier bin", stimmt Aenna mit ein: "Hier macht es Spaß."

Florentin spielt außer der Harfe noch Schlagzeug, Gitarre und Bass. Jedes Kind hat ein weiteres Spezialgebiet, das es mit einbringt. Am Anfang, sagt Jil, sei es schwierig gewesen, Harfe zu spielen: "Aber ich habe das immer sehr genossen."

Seit sechseinhalb Jahren ist Mira unter Maren Ferbers Fittichen. Sie und Jil führen die Gruppe an und geben den beiden Jüngeren Sicherheit. Während sie spiele, habe sie oft ein Bild vor sich, sagt Jil: "Ich tauche in verschiedene Welten ein: Das ist wunderschön."

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Beim Regionalwettbewerb der 59. Auflage arrangieren sich die Teilnehmer mit den Umständen.

Über Codes, die eine Merkhilfe sein oder eben ein bestimmtes inneres Bild vermitteln sollen, verständigen sich die jungen Leute mit ihrer Lehrerin. Hier gibt es die Gummibärchenstelle, dort klingt etwas nach Greta Thunberg oder nach Angela Merkel. Um einen bestimmten Rhythmus hinzubekommen, erklärt Ferber, helfe der Satz: "Grüne Erde, das ist wie Schokolade". Statt "spielt mal laut", sage sie lieber: "Stellt euch vor, dass eine große Welle auf euch zurollt."

Original-Literatur für das Quartett zu finden sei nicht einfach, sagt Maren Ferber. Die meisten Stücke - etwa der "Reigen seliger Geister" von Christoph Willibald Gluck - sind Arrangements.

Die hochkarätig besetzte Jury bei "Jugend musiziert" erwartet zudem Abwechslung: fetzige und langsame Stücke, Sanftes und Dynamisches, verschiedene Spieltechniken. Ein hörbares Atemholen - und zarte Finger greifen in die Saiten oder streichen sanft darüber. Spielen Jil, Aenna, Florentin und Mira zusammen, werden sie zu einem einzigen Klangkörper. Und genau das ist ihre Stärke.

 

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