Bad Rappenau
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Weniger Gäste und weniger Übernachtungen in Bad Rappenau

Im ersten Pandemiejahr fingen die Kurkliniken noch viel ab. Doch 2021 mussten dort immer wieder ganze Abteilungen zeitweise geschlossen werden. Das und das Übernachtungsverbot sind die Hauptgründe für ein schlechtes Jahresergebnis des Touristik-Betriebs.

Elfi Hofmann
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Weniger Gäste und weniger Übernachtungen in Bad Rappenau
Coronabedingt waren im vergangenen Jahr Abteilungen in den Reha-Kliniken zeitweise geschlossen. Ein Grund für niedrige Gäste- und Übernachtungszahlen Foto: Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Eigentlich möchte es niemand mehr hören. Doch die Corona-Pandemie hat weiterhin Auswirkungen - auch auf die Übernachtungszahlen in Bad Rappenau. Kam die Kurstadt 2020 dank der Rehakliniken noch mit einem blauen Auge davon, folgte im zweiten Coronajahr ein Einbruch. Rund 273.600 Übernachtungen und damit ein Minus von 17.000 stehen zu Buche. Ein maßgeblicher Grund: "Im vergangenen Jahr mussten in den Kliniken wegen einiger Corona-Fälle zeitweise ganze Abteilungen geschlossen werden", erklärt Dieter Wohlschlegel, Geschäftsführer des Bad Rappenauer Touristik-Betriebs (BTB). Das sei 2020 kaum der Fall gewesen.

Weniger Geschäftsreisende in den Hotels

Außerdem seien weniger Geschäftsreisende in die Kurstadt gekommen. Auch das ein coronabedingter Effekt, denn Unternehmen setzten und setzen vermehrt auf digitale Meetings. Dazu zählen auch Tagungen, die in den vergangenen zwei Jahren vorwiegend online stattgefunden haben. "Damit werden Zeit und Kosten gespart", sagt Wohlschlegel.

Ein weiterer Grund für den Rückgang: Der Verkauf des Heinsheimer Schlosses, wo regelmäßig Hochzeiten stattfanden und Gäste übernachteten. "Das reißt ebenfalls rein, auch wenn mit dem Hotel in Fürfeld und am Wasserschloss zwei neue Häuser eröffnet haben." Den Flair des Heinsheimer Schlosses könne man aber nicht so einfach ersetzen.

Deutsche zieht es wieder ins Ausland

Auswirkungen habe auch das allgemeine Reiseverhalten der Deutschen, die im ersten Pandemiejahr noch verstärkt Urlaub im eigenen Land machten. Aber bereits 2021 fiel der Anteil von 45 auf 37 Prozent. "Die Prognosen sagen für kommendes Jahr das Vor-Krisen-Niveau voraus", erklärt Dieter Wohlschlegel die Entwicklung für den Inlandstourismus.

Bad Rappenau sieht er trotz der gesunkenen Zahlen auf einem guten Weg, ist sich aber auch bewusst, dass die guten Werte aus dem Jahr 2019 wohl nicht mehr so schnell erreicht werden können. Der Effekt der Bundesgartenschau in Heilbronn sei einfach sehr groß gewesen. Dazu kam die Eröffnung des Hotels in der Salinenstraße, das allerdings nach nicht mal einem Jahr wieder schließen musste und seit September 2020 mit neuem Besitzer unter dem Namen "Saline 1822" firmiert.

Durchschnittlich zehn Tage Aufenthalt

Auch wenn Dieter Wohlschlegel nicht wirklich zufrieden mit der Situation ist - "aber damit muss man eben leben" - blickt er optimistisch in die Zukunft. Ein Grund: Die relativ hohe Aufenthaltsdauer der Gäste. Im Durchschnitt blieben die zehn Tage in Bad Rappenau, einige sogar über zwei Wochen. "Die Zahlen sind gut und steigen insgesamt", sagt der BTB-Geschäftsführer. Auch Veranstaltungen ziehen wieder an. Obwohl touristische Übernachtungen bereits seit Monaten erlaubt sind, seien viele Menschen noch lange zurückhaltend gewesen. "Sie werden aber insgesamt wieder mutiger."

Optimistisch stimmen Wohschlegel auch die aktuellen Zahlen der Monate Januar und Februar: Bei den Gästen sieht er einen Zuwachs von 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bei den Übernachtungen sind es 23 Prozent. Gut vergleichbar sind diese Werte allerdings nicht, denn 2021 galt zu dieser Zeit noch das bereits angesprochene Verbot. "Wir setzen aber alles daran, dass es sich wieder positiv entwickelt."

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