Bad Rappenau
Lesezeichen setzen Merken

Stadtfest Bad Rappenau: Wann zum ersten Mal das Eis ausging

Nach zwei Jahren Zwangspause ist das Bad Rappenauer Stadtfest vor allem abends ein Besuchermagnet.

Von Ralf Schick
  |    | 
Lesezeit 2 Min
Stadtfest Bad Rappenau: Wann zum ersten Mal das Eis ausging
Traditionelle Klänge: Der Fanfarenzug Bad Rappenau kurz vorm Fassanstich beim Stadtfestauftakt auf der Innenstadtbühne.  Foto: Ralf Schick

Beim Stadtfest war an diesem Wochenende fast alles wie vor Corona. Tausende füllten die Straßen und Gassen zwischen Bahnhofsgelände und Innenstadt vor allem in den Abend- und Nachtstunden. Da sorgte der Verkauf von Getränken und Speisen für die lang ersehnt vollen Kassen bei den Vereinen und Organisationen. Nur die Händler haderten mit dem durch tagsüber tropische Temperaturen geringen Umsatz.

Samstag, kurz vor 15 Uhr. Knapp 30 Vereine, 80 Händler und die Organisatoren stehen in den Startlöchern für die 44. Auflage des Stadtfestes. "Wir sind alle froh, dass es wieder stattfinden kann", sagt Kulturamtsleiterin Birgit Böhm.

Mehr zum Thema

Tradition in Bad Rappenau: Auftakt mit Freibier

Wenige Minuten später zieht der Fanfarenzug Bad Rappenau ein und hinauf zur Bühne am Marktplatz, wo OB-Stellvertreter  Rüdiger Winter die Gäste begrüßt. Kurze Zeit danach ist das Stadtfest eröffnet: Nach zwei Anläufen und ein paar Hammerschlägen hat Winter das Fass angestochen und Freibier schäumt und strömt.

Am Bahnhof eröffnet der Musikverein aus Kirchardt das Programm auf der anderen Bühne. Bei über 30 Grad im Schatten lockt es am Nachmittag nur kleine Gruppen zur Bühne und an die Stände. Doch wer vorbeiläuft, singt trotzdem kräftig mit, als die Kirchardter das "Badener Lied" anspielen.

Stadtfest Bad Rappenau: Wann zum ersten Mal das Eis ausging
Fröhliche Gäste: Der Bär steppt nach Mitternacht bei den Bad Raps, wo junge Stadtfestgäste ausgelassen feiern und tanzen.  Foto: Ralf Schick

Stundenlang in der prallen Sonne am Grill

Knapp sieben Stunden lang sitzt derweil Rolf Zimmermann vom Musikverein Grombach in der prallen Sonne vor dem offenen Grill und bereitet Steaks und Würste vor. "Das Wetter ist kontraproduktiv", sagt der Trompeter und Grillmeister, "weil die Leute so erst am Abend kommen und nachts dann viel los sein wird".

"Schon am Freitagabend beim Warm Up war es proppenvoll, und die Band Extasy hat richtig super Stimmung gemacht", sagt Anna Zering aus Aglasterhausen. Sie steht am Bierstand gegenüber der Innenstadtbühne und kommt kaum mit dem Zapfen hinterher.

Kein Eis mehr für die Cocktails

"Bei uns ist sogar das Eis ausgegangen und wir konnten keine kalten Cocktails mehr anbieten", sagt Florian Krugmann nebenan von der DLRG-Wasserrettung über die Nacht zum Sonntag. Die letzte Grillwurst bei der Landjugend Fanfarengilde Bad Rappenau geht kurz nach Mitternacht über den Tresen, und Daniel Graf sprich von einem tollen Umsatz. "Man merkt, dass die Leute große Sehnsucht nach dem Fest haben", sagt Graf.

Der Bär steppt auch bei den Bad Raps, der Frisbee-Abteilung des TV Bad Rappenau, kurz nach ein Uhr Sonntagfrüh. "Wir bieten faire Preise mit guter Musik", sagt Benedikt Wolesak von der Projektleitung des Teams.

Händler machen wegen der Hitze kaum Geschäfte

Hunderte von Gästen tanzen, die Musik ist weniger lautstark als in den Jahren zuvor "und es gab auch keine Anwohner-Beschwerden", sagt Kulturamtsleiterin Birgit Böhm am Sonntagnachmittag. Mau sieht es hingegen bei den Händlern aus. "Ein Sockenverkäufer hat mir erzählt, dass er gerade mal zwei Paar am Samstag verkauft hat", sagt Böhm. "Der Umsatz war bescheiden", sagt auch Heike Weise aus dem Odenwald, die auch am Sonntag keine Änderung erwartet. Sie bot zwei Tage lang Schmuck aus Idar-Oberstein an.

"Die Händler sind dieses Mal die Leidtragenden", sagt Birgit Böhm, die sich am Sonntagnachmittag auf den Weg macht, "um Wunden zu lecken und die Händler zum Wiederkommen zu ermuntern".

Stadtfest Bad Rappenau: Endlich wieder gemeinsam feiern

Viel los ist bei "Mama Afrika". "Vor allem abends kamen viele, die sich einen Zopf flechten lassen wollen", erzählt die Frau, die mit bürgerlichem Namen Roselinde Widak heißt und in Schorndorf wohnt. Am Sonntagnachmittag stehen die neunjährige Anaya und ihre sechsjährige Schwester Alyza Jones bei ihr und lassen sich bunte Zöpfe ins Haar flechten. "Das sieht toll aus", sagt Anaya, als sie vor dem Spiegel steht. "Schön, dass es endlich wieder möglich ist, gemeinsam zu feiern", sagt am Sonntagvormittag der evangelische Pfarrer Joachim Bollow. Gemeinsam mit dem katholischen Pfarrer Vincent Padinjarakadan und dem Team des ökumenischen Ausschusses erinnern sie an die Auswirkungen der Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben