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Kirchardter Rathaus will künftig per App mit den Bürgern kommunizieren

Die Gemeinde Kirchardt hat erkannt, dass das klassische Mitteilungsblatt allein nicht mehr ausreicht und zieht die Konsequenzen. Die Lösung, um die Bürger schnell zu erreichen: eine App.

Susanne Schwarzbürger
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Lesezeit 2 Min
So will das Kirchardter Rathaus künftig mit Bürgern kommunizieren
Kirchardt geht neue Wege in der Kommunikation mit den Bürgern. Eine neue App soll sie stets aktuell auf dem Laufenden halten.  Foto: Maurhoff

Bürgermeister Gerd Kreiter sieht es tagtäglich bei seinen Söhnen, beide in den 20ern: "Die nehmen kein gedrucktes Papier in die Hand." Wegen des demographischen Wandels hat das amtliche Mitteilungsblatt in Kirchardt zwar nicht ausgedient, aber dennoch erheblich an Reichweite verloren. Dazu hat die Corona-Zeit gezeigt: "Es ist ungeeignet für tagesaktuelle Inhalte." Bei Erscheinen seien die Corona-Regelungen bei Redaktionsschluss schon obsolet gewesen, weiß Kreiter. Die Lösung, um die Bürger schnell zu erreichen: eine App.

Kommunikation per Bürger-App

In der Gemeinderatssitzung am Montag stellte der Bürgermeister die Ergebnisse einer Umfrage zur Einführung einer solchen Bürger-App vor und ließ die Ratsrunde gleich darüber abstimmen. Eigentlich hätte Lukas Appenzeller die Umfrage präsentiert. Der Student an der Hochschule für öffentliche Verwaltung unterstützt das Kirchardter Projekt im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit. Doch der junge Mann war erkrankt. Kreiter sprang ein.

Seit den 70er Jahren informiere man die Einwohnerschaft über örtliche Angelegenheiten über das Mitteilungsblatt, seit etwa 20 Jahren über die Homepage. Doch die müsse man proaktiv aufsuchen. Anders sei das bei einer App, die mit der Homepage synchronisiert ist und die Push-Nachrichten verschickt zu Themen und Terminen, die einen interessieren. Welche das sind, könne man individuell einstellen.

 

Aktuelle Infos per Push-Nachricht

Eine Umfrage, an der immerhin 417 Bürger aller Altersgruppen und der "Geschlechterverteilung gemäß der Bevölkerungsstruktur" teilnahmen, außerdem 23 von 71 Vereinen und Organisationen. Davon befürworteten 97 respektive 96 Prozent die Einführung einer Bürger-App. Nutzen würden die Befürworter diese digitale Plattform insbesondere für die bilaterale Kommunikation mit dem Rathaus. Wenig Zuspruch erhielt die Möglichkeit, mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten. Gerd Kreiter fasst die Umfrage-Ergebnisse zusammen: "Die Leute wünschen sich mehr eine App, um Informationen zu bekommen, weniger eine, mit der man kommunizieren kann."

Bürger-App: ein Anbieter ist schon in Sicht

Auch nicht alle Informationen waren gleich gefragt. Etwa das Wetter in Kirchardt - dafür habe jeder schon eine App auf dem Handy, meinte Kreiter. Oder eine Gastronomieübersicht. Allein, dass das abgefragt wurde erzeugte Heiterkeit auf der Seite der SPD-Fraktion. Und den Zwischenruf: "Es gibt ja auch nichts." Aber abgesehen davon, zeigte sich auch die Ratsrunde sichtlich angetan von dem Projekt. Das schon wesentlich weiter gediehen ist, als die Umfrage zeigte.

 

Auch der nächste Schritt, die Frage nach dem Anbieter, war schon gestellt und beantwortet worden. Denn Kreiter ist bewusst: "Die Infos einzupflegen ist ein nicht zu unterschätzender Verwaltungsaufwand." Daher kam von drei Anbietern, die verglichen wurden, nur einer in Frage: Hirsch & Wölfl. Da könne man die Synergieeffekte der Datensynchronisation mit der Homepage nutzen, da die Vellberger Firma sich jetzt schon um die kümmert.

Bürger-App in Kirchardt: Daumen hoch

Auch wenn aus der Ratsrunde noch die eine oder andere Nachfrage insbesondere nach dem Datenschutz (Philipp Kumpf, FUW, Josef Kaya, SPD) kam oder nach den Funktionen (Anette Herrmann oder Jürgen Czemmel, CDU), befand man es allgemein für gut "wenn wir in diese Thematik einsteigen" (Jürgen Czemmel). Zumal man mit der Firma Hirsch & Wölfl schon gute Erfahrung gemacht habe. So gab es bei der anschließenden Abstimmung weder Enthaltungen noch Gegenstimmen. Die App soll noch dieses Jahr kommen.

 

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