Ittlingen
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Sanierungsverfahren für Ittlinger Ortsdurchfahrt gestartet

Das Areal um die Grüner-Hof-Straße in Ittlingen wird städtebaulich aufgewertet. Von der Verlegung der Ortsdurchfahrt erwarten die Teilnehmer eine deutliche Verkehrsberuhigung. Für welche Maßnahmen Privatleute Fördergelder erwarten können:

Jörg Kühl
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Sanierungsverfahren für Ittlinger Ortsdurchfahrt gestartet
Neugierig auf weitere Informationen zum Sanierungsprogramm: Wilfried Brenner ist Eigentümer der ehemaligen Gaststätte Grüner Hof. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg

Mehr als 15 Jahre lang wird darüber schon diskutiert, jetzt ist es ganz offiziell: Die Sanierung der Ittlinger Ortsdurchfahrt Grüner-Hof-Straße ist auf die Schiene gesetzt. Mit einem einstimmigen Votum hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Start des gleichnamigen Sanierungsprogramms beschlossen.

Ziele sind die Steigerung des Wohnwerts und der Aufenthaltsqualität. Bisher ist beides durch das Verkehrsaufkommen der Ortsdurchfahrt beeinträchtigt. Die L592 wird unter anderem als Autobahnzubringer aus Richtung Eppingen und Kirchhardt genutzt. Künftig könnte sie ein ruhiges Anliegersträßchen sein, an dem man abends gerne auch mal mit einer Tasse Kakao vor der Haustüre sitzt.

Warum das Rathaus vorerst wieder rausgeflogen ist

Bevor das neue Programm offiziell angestoßen werden konnte, musste erst das Vorgängerprogramm "Ortsmitte II" fertiggestellt werden. Zu den letzten Maßnahmen des abgelaufenen Programms zählt der barrierefreie Zugang zum Rathaus und die Neugestaltung des Rathausvorplatzes. Die Abrechnung des alten Programms wird im September dieses Jahres erwartet, so der Bürgermeister der Gemeinde, Kai Kohlenberger. Weil das Areal rund um das Rathaus aber auch Teil des neuen Sanierungsprogramms wird, es während zweier laufender Verfahren aber keine Überschneidungen geben darf, wurde das Rathausumfeld vorerst aus der aktuellen Förderkulisse entfernt.

Nach Abrechnung der letzten Maßnahmen des abgelaufenen Sanierungsprogramms wird das Gebiet dann wieder Bestandteil des neuen Sanierungsprogramms.

Alle Häuser in Augenschein genommen

Mit 1,5 Millionen Euro hat die Gemeinde einen großen Posten für die Sanierung der Grüner-Hof-Straße im Haushalt dieses Jahres reserviert. Mit der Planung und Koordination des neuen Sanierungsverfahrens ist das Stuttgarter Büro Reschl Stadtentwicklung beauftragt. Die Gemeinde hatte das Büro bereits im Juli 2020 mit einer Bestandsaufnahme beauftragt. Anschließend hatte der Gemeinderat die Flächenkulisse im Wesentlichen auf den Verlauf der Ortsdurchfahrt eingegrenzt. Westlich ist die Elsenz die natürliche Grenze. Projektleiterin Corinna Götz hatte alle Häuser entlang der L592 von außen in Augenschein genommen und in einer Karte entsprechend farbig markiert. So ergibt sich das Bild, dass vor allem im Bereich der Grüner-Hof-Straße erheblicher Sanierungsbedarf besteht.

In einem weiteren Schritt wurde ermittelt, in welchem Umfang die Bürger bereit sind, sich an einem Sanierungsprogramm entlang der Ortsdurchfahrt zu beteiligen, beziehungsweise welchen Bedarf es gibt. Dazu wurden Bürgerbefragungen durchgeführt und Informationsveranstaltungen abgehalten.

Wann die Gemeinde eine Bürgerinformation anbietet

Corinna Götze ist nach wie vor Projektleiterin und neben den Mitarbeitern der Verwaltung auch Ansprechpartnerin für die Teilnehmer im Sanierungsgebiet. Die haben offenbar noch großen Klärungsbedarf. Wilfried Brenner zum Beispiel. Er ist Eigentümer der Immobilie, die dem neuen Sanierungsverfahren seinen Namen gegeben hat: dem Grünen Hof. Die ehemalige Gaststätte hat er von seiner Tante Inge Geissler geerbt. Sie hatte die Gaststätte als letzte Wirtin jahrzehntelang betrieben, 2016 ist sie gestorben. Ob er die Immobilie im Zuge der Sanierung an die Gemeinde verkauft? Da möchte sich der Ittlinger noch nicht festlegen. "Ich benötige einfach noch mehr Informationen."

Eine Gelegenheit, sich zu informieren, möchte Bürgermeister Kai Kohlenberger "nach der Sommerpause" anbieten. Dann soll nach Möglichkeit auch schon der Verlauf der neuen Straßentrasse vorgestellt werden.

Dämmung und altersgerechter Umbau gefördert

Laut der Sanierungssatzung für das Verfahren Grüner-Hof-Straße sind Maßnahmen förderfähig, die mit Abbruch und Entsiegelung sowie mit Modernisierung und Sanierung zu tun haben. Zu letzten zählen die Verbesserung der Dämmung an Dach, Decken und Wänden, die Erneuerung des Dachs, der Fenster und der Türen, der Einbau einer neuen Heizanlage und Warmwasserbereitung, der altersgerechte Ausbau des Sanitärbereichs, Veränderungen der Raumzuschnitte, die Bereitstellung notwendiger Stellplätze und die Erneuerung der Haustechnik.

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