Bad Rappenau
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Neue Regeln für das Bad Rappenauer Kurgebiet

Ein neuer Bebauungsplan macht aus einem besonderen ein allgemeinde Wohnbaugebiet: Kur nahes Gewerbe ist jetzt nicht mehr zulässig. Die Bauweise soll lockerer werden.

Ulrike Plapp-Schirmer
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Neue Regeln für das Bad Rappenauer Kurgebiet
Ein neuer Bebauungsplan regelt im Bad Rappenauer Kurgebiet ab sofort Abstände, Gebäudehöhe und Gebäudelängen neu.  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Kein anderes Gebiet hat sich in den zurückliegenden Jahren so stark verändert wie das Bad Rappenauer Kurgebiet. Einstige Bauten wie die alte Rosentrittklinik mit ihrem alles überragenden Hochhaus oder die Sophie-Luisen-Klinik mit dem benachbarten Inhalatorium sind abgerissen, die Geriatrie wurde an anderer Stelle neu gebaut.

Der private Wohnungsbau floriert, nach jahrelanger Bauphase prägen moderne, mehrgeschossige Gebäude das Bild. Jetzt löst ein neuer Bebauungsplan den alten von 1993 ab.

Aus einem besonderen Wohngebiet, in dem Gewerbe mit Bezug auf die Kurbetriebe möglich war, soll jetzt ein allgemeines, reines Wohngebiet werden. Mit klaren Regeln.

"Erhebliche Verdichtung" soll aufgebrochen werden

Die Grenzen verlaufen zwischen Waldstraße und Wimpfener Straße, zwischen Kur- und Rosentrittstraße, in der Einseidelstraße und in einem kleinen Abschnitt der Weinbrennerstraße.

Ziel von Stadtverwaltung und Gemeinderat ist es, von einer "möglichen erheblichen Verdichtung im besonderen Wohngebiet" zu einer "maßvollen Verdichtung" zu kommen. Die Abstände zwischen den Häusern werden wieder größer. Die maximale Firsthöhe, die maximale Traufhöhe und die Gebäudelänge werden begrenzt. Festgelegt wird im neuen Bebauungsplan auch die Zahl der maximal zulässigen Wohneinheiten.

"Zwischen der straßenseitigen Baugrenze und der Straßenverkehrsfläche" müssen auf mindestens ein Drittel der Länge Vorgärten im Sinne einer Vegetationsfläche angelegt werden, heißt es seitens des Bauamts. Lose Material- und Steinschüttungen zur Gestaltung unbebauter Flächen - vor allem Steingärten - sind verboten.

Und weil Parkplätze rar sind, müssen bei Wohnungen ab 50 Quadratmetern künftig zwei Stellplätze je Wohneinheit nachgewiesen werden. Auch bei der neuerlichen Offenlegung hatten Behörden und Träger öffentlicher Belange Anmerkungen, aber keine Änderungswünsche.

Viel Geld für Umrüstung auf LED

225.000 Euro nimmt die Stadt Bad Rappenau in die Hand, um die Wegebeleuchtung im Kur- und Salinenpark zu modernisieren. 73 Bega Parkleuchten mit Masten werden ausgetauscht und mit LED bestückt, 18 weitere LED-Leuchten kommen dazu. Die Parkleuchten, so die Verwaltung, seien in schlechtem Zustand.

Tatsächlich sind sie mit Quecksilberdampf-Lampen bestückt, die es im Handel längst nicht mehr gibt. Ein Großteil des Lichts geht nach oben weg, die Alumasten sind zum Teil beschädigt. In Zeiten, in denen alle über Energieeinsparungen, Umwelt- und Klimaschutz reden, ist auch der Stromverbrauch nicht mehr zeitgemäß.

Immerhin etwas über 66.000 Euro sind förderfähige Kosten: Die Stadt Bad Rappenau erhält für die Modernisierung ihrer Parkleuchten einen Zuschuss von knapp 20.000 Euro.

Doch der tatsächliche Gewinn liegt sowohl in der Senkung künftiger Stromkosten als auch im Nutzen für die Umwelt: Der elektrische Energieverbrauch wird um 17.531 Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a) reduziert, die CO2-Einsparung liegt bei 10,3 Tonnen pro Jahr (t/a).

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