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Krebsbachtalbahn: Nach Bekenntnis des Kreistags ist Zukunft weiter offen

Der Landkreis Heilbronn steht zum Ausbau der Krebsbachtalbahn. Das hat der Kreistag bei seiner Sitzung in Eppingen beschlossen. Nachdem der Bad Rappenauer Gemeinderat seine Zustimmung verweigert hatte, ist es völlig offen, wie es mit dem Projekt weitergeht.

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Kreistag bekennt sich zur Krebsbachtalbahn
Das Votum im Kreistag fiel mit großer Mehrheit: Der Landkreis Heilbronn steht hinter der Reaktivierung der Krebsbachtalbahn. Foto: Archiv/Czogalla  Foto: Frank Czogalla (Fahrtbegleiter Krebsbachtalbahn)

Die Verwaltung möge "alle dafür notwendigen Maßnahmen" ergreifen, heißt es in der Beschlussvorlage. Gemeint ist die Reaktivierung der Krebsbachtalbahn zwischen Bad Rappenau und Neckarbischofsheim. Das Votum fiel mit großer Mehrheit. Es gab sieben Nein-Stimmen und vier Enthaltungen. Zwischen Babstadt und Obergimpern, beides Teilorte der Kurstadt, ist eine drei Kilometer lange Neubaustrecke geplant. Damit könnte die Verbindung an das Heilbronner Stadtbahnnetz hergestellt werden. Im Krebsbachtal liegen bereits Schienen, sie werden bislang aber nur für gelegentlichen Ausflugsverkehr genutzt.

Das Votum des Kreistags ist ein Zeichen, dass die Reaktivierung nicht vom Tisch ist, nachdem der Bad Rappenauer Gemeinderat in der Mai-Sitzung dem Vorhaben einen schweren Dämpfer verpasst hat: Mit einem Ergebnis von 17 zu 14 Stimmen hatte sich das Gremium gegen eine Reaktivierung der Krebsbachtalbahn ausgesprochen.

 

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Derzeit läuft ein Bürgerbegehren

Die Initiatoren wollen erreichen, dass sich der Gemeinderat erneut mit der Sache befasst und seinen Beschluss revidiert. Bleibt der Rat beim Nein, könnte es einen Bürgerentscheid geben. Die nötigen Unterschriften für das Begehren sind nach Informationen der Initiative beisammen und sollen voraussichtlich am 10. August an die Stadtverwaltung übergeben werden.

 

Ursprünglich war zwischen den Projektpartnern Rhein-Neckar-Kreis, Landkreis Heilbronn, Neckarbischofsheim und Bad Rappenau vereinbart worden, dass sich zunächst die Gremien der Kommunen und danach die der Landkreise mit dem Thema befassen. Nach den Entwicklungen in Bad Rappenau seien die Verwaltungen allerdings übereingekommen, dies schon jetzt zu tun, ohne die endgültige Entscheidung in Bad Rappenau abzuwarten. Man wolle ein Signal senden, wie sich der Kreis positioniert, begründete Landrat Norbert Heuser. "Die Entscheidung der Kommune ist komplett souverän." Etliche Kreisräte nutzten in der Sitzung die Möglichkeit, sich im Namen ihrer Fraktion hinter die Reaktivierung der Krebsbachtalbahn zu stellen.

Wer trägt die Kosten?

Die Betriebskosten würden in vollem Umfang vom Land übernommen werden, erinnerte der Landrat zudem. Bei den Infrastrukturkosten betrüge der kommunale Anteil rund 9,5 Millionen Euro. Hinzuzurechnen seien die Kosten für die Sanierung der bestehenden Bahnübergänge, wodurch man bei zehn Millionen Euro lande. Verteilt werden soll der kommunale Anteil zu 53 Prozent auf den Rhein-Neckar-Kreis und zu 47 Prozent auf den Landkreis Heilbronn.

 

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