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Ittlingen zittert um den Zuschlag für das Glasfasernetz

Erst 26 Prozent der angefragten Haushalte in Ittlingen zeigen Interesse am Angebot der Deutschen Giganetz. Hundert Interessenten fehlen noch für den Bau des Glasfasernetzes. Die Anmeldefrist endet am 8. August.

Jörg Kühl
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Ittlingen zittert um den Zuschlag für das Glasfasernetz
Werbeplakate: Die Firma Deutsche Giganetz versucht, in Ittlingen weitere Interessenten für Glasfaseranschlüsse zu finden. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg

In Ittlingen fehlen noch etwa hundert Haushalte, um die Mindestquote zum Glasfaserausbau der Deutschen Giganetz zu erreichen: Diese fordert, dass sich mindestens 35 Prozent aller Haushalte beteiligen. Die Frist, ein Interesse am Ausbau anzumelden, endet am 8. August.

Ittlingen schlägt zumindest in den Kraichgau-Kommunen, wo die Abfrage schon gestartet oder beendet ist, aus der Reihe. Kirchardt etwa hat die Vorververmarktungsquote mit 43 Prozent schon erfüllt. Siegelsbach liegt bei 47 Prozent, und in Bad Rappenau hat sogar schon mit dem Spatenstich die Umsetzung begonnen.

 

Welche Kommune Vorreiter ist

Die erste Kommune, in der Glasfaser mit der Deutschen Giganetz verlegt wurde, war Brackenheim. Untergruppenbach ist gerade kräftig am Bauen. "In Eppingen warten wir das Ende der Gartenschau ab", berichtet Martin Herkommer, Regionalleiter Süd bei der Deutschen Giganetz. Der studierte Luft- und Raumfahrtingenieur hat das Vorhaben in Ittlingen im Rahmen einer Einwohnerversammlung erläutert. An dem Treffen haben sich allerdings nur eine Handvoll Bürger beteiligt.

Die Deutsche Giganetz reklamiert für sich, der einzige Anbieter weit und breit zu sein, der Glasfaser bis in die Wohnung hinein verlegt. Bei anderen Anbieter sei oft das Problem, dass die "letzte Meile" ein Kupferdraht sei, mit entsprechend geringeren Übertragungsleistungen, so Herkommer.

 

Kunde kann nach 24 Monaten Anbieter wechseln

Die Deutsche Giganetz kooperiert nicht nur mit den Kommunen, sondern auch mit der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken. Dort war im Juni vorigen Jahres ein Breitband-Kompetenzzentrum eröffnet worden, was zum Beispiel die Reihenfolge der Netzausbauten koordiniert. Der Breitband-Netzausbau ist somit auch ein Projekt der Wirtschaftsförderung der Region Heilbronn-Franken.

Da Glasfaser, anders als Kupfer, keine Übertragungsverluste erleidet, garantiert der Anbieter bestimmte Bandbreiten sowohl im Down-, als auch im Upload. Nach dem Ende der 24-monatigen Vertragslaufzeit kann der Kunde, falls gewünscht, den Anbieter wechseln.

Was zu tun ist, um Glasfaser gratis zu erhalten

Wer bis 8. August die Teilnahme anmeldet, bekommt die Glasfaser gratis in die eigenen vier Wände verlegt, verspricht die Deutsche Giganetz. Das Basisangebot sichert 300 Megabit pro Sekunde im Down- und 150 im Upload. Maximal möglich sind tausend Megabit in beide Richtungen.Falls ein Kunde einen Vorvertrag laufen hat, verzichtet die Gigabit bis zu maximal zwölf Monate auf eigene Gebühren.

In Ittlingen ist derzeit noch die VDSL-Technologie in Kupfer die beste verfügbare Ausbaustufe. Hier können maximal 270 Megabit im Down- und 50 im Upload erzielt werden. Einzelne Besucher der Informationsveranstaltung berichteten jedoch von Qualitätsproblemen, die sich etwa in Aussetzern zeigen.

 

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Stimmen zum Glasfaserausbau

Esther Blatz war neben Bürgermeister Kai Kohlenberger die einzige Vertreterin des Gemeinderats bei der Giganetz-Versammlung. Für sie ist die Chance, jetzt gratis Glasfaser bis in die Wohnung zu bekommen, das Ding der Stunde. "Homeoffice zu Coronazeiten hat ja gezeigt, wie wichtig ein zukunftsfähiger Anschluss ist." Dass in Ittlingen die Mindestquote derzeit noch um etwa zehn Prozent unterschritten ist, liegt ihrer Meinung nach daran, dass Ittlingen in den vergangenen Jahren, aus einer schlechten Versorgungssituation kommend, deutlich technisch aufgerüstet wurde.

Für Klaus Withopf ist der Glasfaseranschluss allein schon wegen des höheren Wiederverkaufswertes seines Hauses wichtig. "Das ist die Chance, Glasfaser in so einen kleinen Ort zu bekommen", so der Ittlinger. Außerdem kümmere er sich wegen der Enkel darum.

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