Bad Rappenau
Lesezeichen setzen Merken

Für die Sanierung der Bonfelder Margarethenkirche werden weitere Gelder benötigt

Weil die Sanierung des Dachstuhls teurer als gedacht wurde, fehlt es nun an Geld für die Innensanierung der Margarethenkirche. Deshalb hat die evangelische Kirchengemeinde in Bonfeld den Bundestagsabgeordneten Alexander Throm eingeladen.

Elfi Hofmann
  |    | 
Lesezeit 2 Min
Für die Sanierung der Bonfelder Margarethenkirche werden weitere Gelder benötigt
Der Bundestagsabgeordnete Alexander Throm lässt sich von Sonja Hocher erklären, wie die Margarethenkirche umgestaltet werden soll. Foto: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Als der Plan reifte, die evangelische Kirche in Bonfeld zu sanieren und in Teilen wieder in ihren barocken Urzustand zurückzuversetzen, ahnte wohl niemand, was auf die Verantwortlichen zukommen würde. Da wäre zum einen die viele Arbeit, mit der niemand im Vorfeld gerechnet hatte. "Im Dachstuhl ist die Schadstoffbelastung sehr groß. Und teilweise wurde auch geschlampt", sagt Sonja Hocher. Sie ist nicht nur Stadträtin, sondern auch für die Kirchenpflege der Gemeinde zuständig. Und hat vor fast 30 Jahren in dem Gotteshaus geheiratet.

Kosten von fast einer Million

Ihr Herz hängt also an dem 1775 fertig gestellten Gebäude, das nicht nur Hocher Kopfzerbrechen bereitet. Denn das Vorhaben wird teurer als anfangs gedacht. Rund 950.000 Euro werden es am Ende wohl sein. Ursprünglich ging die Kirchengemeinde von einem wesentlich niedrigeren Betrag aus. "Aber dann war das Dach einmal offen und es kam immer mehr dazu." Geld, das für die Innensanierung eingeplant war, musste schon früh investiert werden. "Nach heutigem Stand fehlen uns 83.000 Euro", erklärt Hocher.

Der zweite Bauabschnitt soll eigentlich im Herbst starten. Dafür ist die Kirchengemeinde auf Unterstützung angewiesen und hat sich für ein Denkmalförderungsprogramm des Bundes beworben. Um dem Nachdruck zu verleihen, wurde jetzt der Heilbronner Bundestagsabgeordnete Alexander Throm zu einer Besichtigung des Gebäudes eingeladen. "Ich unterstütze das gerne im Rahmen des Möglichen", so der 53-Jährige sichtlich beeindruckt. Große Versprechungen wollte er allerdings keine machen, sagte aber zu, einen Brief an die Kulturstaatsministerin zu schreiben, um für Mittel zu werben.

Neuer Wandanstrich soll sich an den Urzustand anlehnen

Die würden dann beispielsweise in einen neuen Wandanstrich investiert werden, denn bei der letzten großen Sanierung 1958 wurde Farbe verwendet, die wenig mit der ursprünglichen Gestaltung zu tun hat. "Im Barock wurden andere Farben genutzt", erklärt Projektleiter Thilo Juhnke-Wild. Er stellt sich freundlichere Töne vor, "gelbe oder vielleicht blaue". Ein eindrucksvolles Deckengemälde war vor 64 Jahren entfernt worden. Allerdings sei die Decke, wie sie jetzt aussieht, auch schon wieder denkmalwürdig, so der Projektleiter.

Eine weitere Baustelle: Die Wiederherstellung des Mittelgangs, der ebenfalls Ende der 50er Jahre zugunsten durchgehender Bankreihen aufgegeben wurde. Durch den Wegfall des Gangs sei der barocke Charakter abhanden gekommen, sagt Juhnke-Wild.

Unterstützung ist auch an Bedingungen gebunden

Wenn der Urzustand wieder hergestellt ist, könne der alte Haupteingang wieder richtig genutzt werden. Allein das sei ein Kampf mit dem Denkmalamt gewesen, ergänzt Sonja Hocher. Immerhin 50.000 Euro erhielt die Gemeinde vom Landesamt für Denkmalpflege. Doch die Zuwendungen sind eben auch immer an Bedingungen gebunden, die erfüllt werden müssen.

"Die scheußlichen Lampen nehmen sie dann auch mit raus, oder?", wollte Alexander Throm wissen. Die vier silbernen Hängeleuchten sind ebenfalls nicht stimmig zur barocken Kirche ausgewählt worden, entsprechen optisch der Mode der späten 50er Jahre und werden ersetzt.

Dass die Mehrkosten, die zum Beispiel durch die Beseitigung der entdeckten Schadstoffe entstanden sind, nicht förderfähig sind, weiß Sonja Hocher. Auch die Arbeiten an der Elektrik fallen darunter. "Das müssen wir mit eigenen Mittel zahlen", so die Stadträtin.

Kosten für die Sanierung

Insgesamt rechnet die evangelische Kirchengemeinde in Bonfeld mit Kosten von rund 950.000 Euro. 45 Prozent trägt die Württembergische Landeskirche, der Rest muss selbst erwirtschaftet werden. Das geschieht zum Teil über in den vergangenen 20 Jahren gebildete Rückstände und Beleihungen der Rücklagen des Kindergartens. "Uns war von Anfang an klar, dass wir ein Darlehen aufnehmen müssen", sagt Sonja Hocher. Momentan liegt das bei 120.000 Euro. Über Spenden oder die Versteigerung von bunt gestalteten Stühlen kam ebenfalls Geld in die Kasse.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben