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Fotoausstellung in Eppingen zeigt den "Umbau einer Stadt"

Die Bilder des Elsenzers Konrad Plank dokumentieren die Verwandlung Eppingens durch die Gartenschau.

Susanne Schwarzbürger
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Fotoausstellung in Eppingen zeigt den "Umbau einer Stadt"
Konrad Plank in seiner Ausstellung "Der Umbau einer Stadt". Die Bilder des Elsenzer Fotografen eröffnen den Gartenschaureigen in der Galerie im Rathaus Eppingen.  Foto: Schwarzbürger, Susanne

Wie in Siegerpose reckt der Arbeiter fürs Bild den Hammer in die Höhe. Stolz und Freude drückt sein strahlendes Gesicht aus. Dabei liegen hinter dem Portugiesen noch unzählige helle Steinquader, die er in den Boden klopfen muss. Aber am Ende wird alles schön. Das zeigt die am Donnerstag in der Galerie im Eppinger Rathaus feierlich eröffnete Ausstellung "Der Umbau einer Stadt".

Was war, weiß noch die Kamera

Galerie und Ausstellung - mit diesen Begriffen assoziiert man Kunst - kreativ gestaltete Formen oder Bilder, die keine praktische Funktion haben. Wer aber mit der Erwartung, hier durch ästhetisch originelle Darstellungen inspiriert zu werden, das Rathaus vom Marktplatz aus betritt, wird womöglich enttäuscht. "Das ist hier keine große Fotokunst, sondern reine Dokumentation", sagt Konrad Plank. Der Eppinger hat die Verwandlung seiner Stadt durch die Gartenschauanlage mit der Kamera begleitet.

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Schwer schaffende Männer und Maschinen

Eine Auftragsarbeit, die nicht nur schwer schaffende Männer und Maschinen zeigt. Sondern vor allem, gerahmt an den Wänden, den Vorher-, Zwischendurch- und Nachherzustand vieler Örtchen auf dem Gartenschaugelände und in der Altstadt. Aufgenommen aus immer der gleichen Perspektive heraus, die die daneben geheftete Planungsskizze vorgegeben hat.

Baubürgermeister Peter Thalmann, der Plank unter Vertrag nahm, "hat speziell Drohnenaufnahmen gewünscht", erklärt Plank. Die seien am besten zu vergleichen. Doch neben der Verwandlung des Kleinbrückentorplatzes oder des Postwegs, der Renaturierung der Elsenz, der Entstehung des Stadtweihers, dem Bau der vier neuen Brücken über den Fluss, dem Umbau des Schwanen, hat Plank noch viele Szenen von den Arbeiten festgehalten und auch die Kunst auf der Schau fotografisch in Szene gesetzt. Etwa die riesige, blauschimmernde Metallkröte, die sich anscheinend satt und zufrieden auf einem roten Kissen ausruht, "mein Lieblingskunstobjekt", sagt Plank.

Terminverschiebung hatte Vorteile für die Kunst

Für die Kunst, findet Kurator Peter Riek, war die Verschiebung der Gartenschau "ein Glücksfall". So konnte man auf dem fertigen Gelände sehen, wo was am besten hinpasste, wo man noch etwas ergänzen konnte. Die Foto-Ausstellung von Konrad Plank dient hingegen der Erinnerung: "Zur Gartenschau kommen viele Fremde, die wissen gar nicht, wie es vorher ausgesehen hat", weiß der Eppinger Museumsleiter. Und Einheimische vergessen schnell, wie es vorher ausgesehen hat. Riek lacht: "In der Ausstellung sieht man sehr gut, wo das Geld vergraben wurde." Plank hat "die Menge an Erde, die da bewegt wurde" stark beeindruckt. Etwa um die riesige Pumpanlage für die Wassertische unter die Oberfläche zu legen: "Die sieht man jetzt oben gar nicht mehr."

Doch ist dadurch tatsächlich ein "neugeschaffenes Paradies" entstanden, wie es der Flyer zur Ausstellung vollmundig verkündet? "Wer hat denn das reingeschrieben?", flachst der Fotograf. Der verantwortliche Kurator verteidigt seinen Text: "Das ist jetzt ein Garten für alle. Ein zweckfreier, öffentlicher Raum", zieht Peter Riek die Parallele zu Eden.

Quantensprung für Eppingen

Ein Grünraum, der bleibt. Und der dank der öffentlichen Gelder, die in so ein Gartenschauprojekt fließen, in kürzester Zeit entstanden ist. "Stadtentwicklung verläuft nicht linear, sondern in Sprüngen", sagt Museumsleiter Riek. Er betont: "Und die Gartenschau bedeutet einen Quantensprung für Eppingen."

Daher passt unbedingt dieser Satz des Ausstellungsflyers: "Kaum zu glauben, gäbe es da nicht die Fotografien, die die Geschichte vom Umbau unserer Stadt erzählen."

Öffnungszeiten

Die Ausstellung läuft bis 17. Juni und ist Montag bis Donnerstag von 11 bis 17 Uhr und am Freitag von 8 bis 12 Uhr geöffnet.


Zur Person: Seit 2011, als Konrad Plank beauftragt wurde, die "Fachwerkstadt mit Pfiff" zu fotografieren, ist er mit Eppingen "fotografisch verbunden", so nennt er es. Bereits seit 1991 lebt der 67-Jährige in der Kernstadt, betont jedoch gerne, dass er aus Elsenz stammt. Zur Fotografie kam der Lehrer spät und autodidaktisch "über die Computerschiene", etwa 2008/09. Dem "untypischen Einsteiger" gefiel, dass man bei der digitalen Fotografie sofort das Bild sieht. Vor zehn Jahren reduzierte er sein Deputat an der Grundschule Zaberfeld um die Hälfte und baute sein zweites Standbein aus. Seit sieben Jahren widmet Konrad Plank sich nun in Vollzeit der Fotografie.

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