Eppingen
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Eppinger Feuerwehrleute erhalten bald höhere Entschädigung

Mehr Geld für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute: Das ist einer der Beschlüsse, die der Gemeinderat gefasst hat. Angepasst wurden auch der Kostenersatz für Dienstleistungen an externe Wehren sowie die Kostenverrechnung an die Verursacher von Einsätzen.

Jörg Kühl
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Eppinger Feuerwehrleute erhalten bald höhere Entschädigung
Beim Pressetermin kommt es prompt zu einem Einsatz. Innerhalb weniger Minuten erreichen ein Dutzend Feuerwehrleute,teils im Laufschritt, das Gerätehaus. Der Einsatzbefehl lautete: "Verdacht der Rauchgasentwicklung". Es stellte sich heraus, dass an einem Dach aufgrund der Sonnenbestrahlung Niederschlag abdampfte. Fotos: Jörg Jühl

Damit die Gremien der Feuerwehr samt ihrer Abteilungen unter Pandemiebedingungen online tagen können, wurde eine Anpassung der Feuerwehrsatzung nötig. Sie sichert die Beschlussfähigkeit der Jahreshauptversammlung der Gesamt-Feuerwehr sowie der Generalversammlungen der Abteilungen in den Ortsteilen. Die Änderungen gelten ab dem kommenden Jahr.

Mit der Kostenersatzsatzung erneuert die Stadt eine Vorgängerregelung aus dem Jahr 2013. Die meisten Veränderungen liegen in der Höhe von einem oder wenigen Euro pro Stunde. So ist die Arbeit eines Feuerwehrmitglieds pro Stunde von 15 auf 16 Euro angehoben worden.

Bei der Reparatur eines Feuerwehrschlauches, bei dem ein Kupplungsstück abgenommen und wieder angesetzt werden muss, erhöht sich der Tarif von 11 Euro auf 17,10 Euro pro Stunde. Es sind auch neue Abrechnungs-Gründe dazugekommen: So wird die Wäsche von Einsatzkleidung jetzt mit einem Stundensatz von 10,70 Euro abgerechnet.

Welche Signalwirkung vom Beschluss ausgeht

Der wichtigste der Beschlüsse betrifft die neue Entschädigungssatzung. Wie aus der Beschlussvorlage sowie aus Wortmeldungen aller Fraktionen im Gemeinderat hervorgeht, soll damit die Wertschätzung gegenüber dem Ehrenamt herausgestellt und die Motivation für den ehrenamtlichen Dienst an der Spritze gestärkt werden.

Die Entschädigung der Feuerwehrmitglieder erhöht sich von 7,50 Euro auf 12,55 Euro für Einsätze bis zu drei Stunden. Längere Einsätze werden mit 25 Euro entschädigt - das sind zehn Euro mehr, als in der alten Satzung. Bei den Funktionsträgern sind die Anpassungen am augenfälligsten. So erhöht sich die Jahrespauschale für den Kommandanten von 3000 Euro auf 7200 Euro.

Warum eine Erhöhung gerechtfertigt ist

Eppinger Feuerwehrleute erhalten bald höhere Entschädigung
Führungsriege der Eppinger Feuerwehr (von links): Dieter Bachmann, Günter Brenner, Alexander Schmidt, Thomas Blösch und Oliver Kohler.

Analog dazu steigen die Entschädigungen aller nachgelagerten Funktionsträger. Laut dem Kommandanten haben die Führungskräfte allgemein, und der Kommandant im Besonderen, mehr Arbeit als noch vor einer Generation zu leisten. Dies betreffe Personalführung, Dokumentationspflichten und die Organisation. auch neue Aufgaben, etwa der präventive Brandschutz, seien hinzugekommen. "Vor 25 Jahren bekam ein Kommandant drei Briefe pro Woche, heute fünf Mails pro Tag." Der Kommandant schätzt seine Tätigkeit für die Feuerwehr auf drei bis vier Stunden - an jedem Kalendertag.

Markus Rupp (CDU) übermittelte der Feuerwehr den Dank seiner Fraktion. Hochwasser und andere Großschadenslagen unterstrichen die Bedeutung der Einsatzkräfte. Hartmut Kächele (SPD): "Die Erhöhung, auch in dem Umfang, ist richtig." Kächele hob die mentale Beanspruchung bei schweren Einsätzen hervor. Peter Wieser (Grüne) bezeichnete die Anpassung als "selbstverständlich". Jörg Haueisen (FBW) erinnerte daran, dass die Feuerwehr Pflichtaufgaben der Stadt erledigt.

In welchem Punkt die Eppinger dem Bundestrend trotzen

Die vor 174 Jahren gegründete Freiwillige Feuerwehr Eppingen umfasst 313 aktive Mitglieder. 36 Mitglieder gehören der Jugendfeuerwehr an, 82 der Altersabteilung. Die Feuerwehr unterhält eine Kapelle mit 36 Musikern. Zur "Hardware" zählen sieben Gerätehäuser und 22 Fahrzeuge. Die Tages-Einsatzverfügbarkeit schätzt Kommandant Thomas Blösch auf 30 bis 40 Personen ein. Die Zahl der Mitglieder ist gegen den Bundestrend leicht steigend. Derzeit wird eine Neufassung des Feuerwehrbedarfsplans vorbereitet.

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