Eppingen
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Ein Pfaffenhofener Unternehmen spendet 200 Bäume für den Eppinger Wald

Bäume statt Weihnachtsgeschenke: Im Rahmen der Aktion "Unser Wald von morgen" hat die Firma Achauer Kompostierungs GmbH aus Pfaffenhofen 200 Setzlinge im Wert von 1000 Euro gespendet.

Elfi Hofmann
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Ein Pfaffenhofener Unternehmen spendet 200 Bäume für den Eppinger Wald
Aus der kleinen Douglasie wird ein großer Baum. Die Pflanze gehört zu den 200 Bäumen, die die Firma Achauer Kompostierungs GmbH gespendet hat Foto: Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Im vergangenen Oktober startete das Kreisforstamt die Aktion "Unser Wald von morgen". Privatpersonen und Firmen wurden aufgerufen, Bäume auf neuen Pflanzflächen zu spenden. Bei dem Pfaffenhofener Unternehmen Achauer Kompostierungs GmbH (AKG) stieß diese Idee auf offene Ohren: "Wir haben auf Weihnachtsgeschenke verzichtet und stattdessen gespendet", sagt Projektleiter Philipp Fuchs. 1000 Euro kamen zusammen. Umgerechnet sind das 200 Bäume, die auf einer Fläche im Wald zwischen Eppingen und Kleingartach im März gepflanzt werden konnten.

Klimastabile Sorten statt Fichten

Aus den kleinen Setzlingen sind mittlerweile knie- und hüfthohe Bäumchen geworden, die ihre Köpfe gen Himmel recken. Fast 1000 Pflanzen finden sich insgesamt auf der rund 50 Ar großen Fläche. "Ein Großteil sind Douglasien", erklärt Förster Jürgen Stahl. Klimastabile Sorten wie Linde oder Kirsche haben ebenso eine neue Heimat gefunden wie die Elsbeere, ein immergrüner Laubbaum. Vor gar nicht langer Zeit standen auf der Fläche noch Fichten und Birken. Doch letztere fegte der Sturm im vergangenen Jahr weg. "Und für die Fichten ist der Boden viel zu trocken und sandig", so Stahl.

Das Ziel: Einen Mischwald zu schaffen, ohne den vorhandenen Bestand auszublenden. Der Wald soll sich nach und nach anpassen, eben ein Wald von morgen werden. Doch dafür sind auch die Forstreviere immer öfter auf Spenden angewiesen. Das Land fördert zwar Pflanzungen, "aber die Elsbeere kostet über acht Euro. Wir bekommen 1,40 Euro", rechnet Jürgen Stahl vor. Das reiche hinten und vorne nicht, bestätigt Jörn Hartmann vom Kreisforstamt.

Große Investitionen in den Wald

Denn mit dem Kauf der Setzlinge ist es noch lange nicht getan: "Wir müssen sie ja auch einpflanzen", so der Förster. Dass der Wald mittlerweile ein Zuschussbetrieb ist, bestätigt auch Manuel Hecker. "Wir investieren sehr viel, um den Wald zu erhalten", sagt der Geschäftsstellenleiter des gemeinsamen Gutachterausschusses in Eppingen.

Ob alle Pflanzen die kommenden Monate überleben, kann Jürgen Stahl nicht versprechen. Denn sobald es zu trocken wird, leiden besonders die jungen Douglasien, schließlich reichen ihre Wurzeln noch nicht so tief. "Und gießen können wir nicht alle. Sie brauchen aber auch eine harte Schule." Die Brombeerranken, die sich auf dem Waldboden ausbreiten, werden hingegen mindestens einmal im Jahr entfernt. Sie würden sonst die jungen Pflanzen unterdrücken und überwuchern. "Mit dem Setzen ist es eben nicht getan", sagt Jürgen Stahl.

Wachstum dauert seine Zeit

Wie sich die Bäume entwickeln, wird Philipp Fuchs regelmäßig durch den grobmaschigen Zaun, der als Rehbarriere aufgestellt wurde, beobachten können. "Ich komme öfter hier vorbei", erzählt er. Einen wirklichen Wald wird er aber erst in zehn Jahren sehen. Dann haben die Pflanzen bereits eine stattliche Höhe erreicht.

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