Eppingen
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Efeu, Knoblauch und Lilien weisen den Weg zur Eppinger Gartenschau

Der Künstler Hinrich Zürn hat an drei Stationen in der Altstadt große Bodenzeichnungen für die Gartenschau aufgesprüht. Zehn bis zwölf Monate soll die weiße Farbe auf dem Boden haften bleiben.

Elfi Hofmann
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 Foto: privat (Jakob Zürn)

Strahlender Sonnenschein, eine leichte Brise und angenehme Temperaturen: Das Wetter hätte nicht perfekter sein können für Hinrich Zürn und seinen Sohn Jakob. Der Gemminger Künstler hat am vergangenen Wochenende im Auftrag der Stadt auf drei zentralen Kreuzungen in der Eppinger Altstadt florale Motive mit weißer Farbe auf den Boden gesprüht.

Drei Stationen auf dem zentralen Rundweg

Anlass war - wie könnte es anders sein - die Gartenschau, die am 20. Mai startet. "Ich habe etwas Ähnliches vor einiger Zeit in Holland gesehen, allerdings mit Vögeln", erklärt Zürn den Hintergrund seiner Idee. Mit der wandte er sich bereits vor anderthalb Jahren an die Stadtverwaltung, die gleich begeistert gewesen sei. Ursprünglich sollten die Kunstwerke die Strecke vom Parkplatz bis zum Gartenschaugelände weisen. Schlussendlich entschied man sich dann aber für drei Stationen auf dem zentralen Rundweg.

Die erste liegt direkt vor dem Baumannschen Haus. Dort zieren seit Samstag große und kleine Knoblauchblüten das Pflaster. Am Marktplatz hat Hinrich Zürn mit der Unterstützung seines Sohnes Malven, Eschenblätter, Lilien und andere heimische Pflanzen aufgesprüht. "Bei den Motiven war ich komplett frei in meiner Entscheidung", sagt der Künstler.

Straßensperrung für die Kunst

Efeu, Knoblauch und Lilien weisen den Weg zur Eppinger Gartenschau
Jakob Zürn hält zum Schutz gegen den Wind ein Schild. In der Zwischenzeit sprüht sein Vater Hinrich eine weitere Pflanze auf den Boden. Foto: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Die Farbe hat er mit Hilfe einer extra für sein Vorhaben angeschafften Pistole aufgebracht. 60 Kartuschen hatte er bestellt. Zehn bis zwölf Monate sollen die Zeichnungen halten und Regen, Sonne und Autoreifen überstehen. "Der Stadt war es wichtig, dass die Farbe auch irgendwann wieder verschwindet." Bis auf wenige Ausnahmen umfahren und umlaufen am Wochenende die Passanten die Kunstwerke. Die Straßenabschnitte wurden vorher extra für das Vorhaben abgesperrt.

Die Verteilung der Pflanzen sieht zwar zufällig aus, ist aber genau durchdacht und in einem Plan festgehalten. Vor Ort nahm der Gemminger allerdings kleine Anpassungen vor. "Ich habe mir Gedanken gemacht, wie es am besten wirkt und wie auch optisch Bewegung reinkommt", erklärt Hinrich Zürn, der sich bewusst gegen eine bunte Pflanzenwelt und für die weiße Farbe entschieden hat. Dabei könne sich der jeweilige Betrachter auf die Form konzentrieren. Nur an einer Stelle hat er eine kleine Ausnahme gemacht: Am Marktplatz hat er die Farben der badischen Flagge genutzt. Ansonsten setzt er voll auf das reduzierte Weiß.

Die letzte Station der Vater-Sohn-Gespanns war die Leiergasse unweit des Cafés Geier. Dort finden Passanten seit Sonntag mehrere Meter große Efeuranken, die wie alle anderen Pflanzen vorher per Schablone auf den Boden aufgebracht wurden. Verlaufen wird sich also niemand mehr nach dem Besuch der Gartenschau.

 
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