Hüffenhardt
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Die Hüffenhardter Feuerwehr braucht weitere Kräfte

Fast 15 Jahre liegt der letzte Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Hüffenhardt bereits zurück. Zeit also, einen neuen zu erstellen. Dafür hat die Verwaltung die Firma Forplan aus Bonn ins Boot geholt.

Elfi Hofmann
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Die Hüffenhardter Feuerwehr braucht weitere Kräfte
Nach 2007 hat die Gemeinde Hüffenhardt jetzt wieder einen Feuerwehrbedarfsplan. Ergebnis der Analyse: Es fehlt vor allem Personal.  Foto: Hofmann, Elfi

Das Fazit nach einer intensiven Untersuchung der vorhandenen Strukturen liest sich zum großen Teil positiv. "Aber es müssen unbedingt Kräfte mobilisiert werden", erklärte Patrik Habeth den Mitgliedern des Gemeinderats, die im Anschluss über den Plan mit einer entscheidenden Änderung geschlossen abstimmten.

Bei der Zahl der Einsätze liegt Hüffenhardt im Durchschnitt

Das Gutachten stellt letztendlich die Grundlage dar. Dazu gehört auch die Auswertung der Einsatzstatistik der Freiwilligen Feuerwehr, die im Mittelwert 15 Mal pro Jahr in Hüffenhardt und Kälbertshausen ausrückt. "Dabei liegen sie im Durchschnitt anderer Kommunen dieser Größe", so Habeth.

Zu Bränden werden die Floriansjünger selten gerufen. "Es geht oft um verschlossene Autos oder andere technische Hilfsleistungen." Die Standorte seien außerdem weder unter- noch überdeckt, sondern so über die Gemeinde verteilt, dass innerhalb der vorgeschriebenen Zeit ein voll besetztes Einsatzfahrzeug am Ort des Geschehens sein könnte.

Mindestausstattung liegt bei 21 Personen

Und genau da liegt das Problem, denn besonders an Wochentagen sind laut Patrik Habeth zu wenige Kameraden verfügbar. Maximal 18 Kräfte könnte die Wehr mobilisieren, abends liegt die Quote bei 21. Manchmal seien es werktags aber nur sechs Personen. "Eigentlich bräuchten sie insgesamt 21 Kräfte als Mindestausstattung, das ist der unterste Satz", erklärte der Experte. Um Urlaube, Krankheiten und beruflichen Schichtbetrieb abzufedern, müsse man diese Zahl mit drei multiplizieren, also 63 aktive Feuerwehrleute in der Hinterhand haben. In Hüffenhardt pendelte sich diese Zahl auf durchschnittlich 45 Personen ein. Zu wenig, um den Anforderungen gerecht zu werden.

58 Jahre altes Einsatzfahrzeug

Patrik Habeth schlug deshalb vor, gezielt Kräfte zu gewinnen und angrenzende Feuerwehren wie in Haßmersheim bei zeitkritischen Einsätzen zu alarmieren. "Das ist der richtige Weg. So muss Feuerwehrwesen laufen." Ein weiterer Kritikpunkt: das 58 Jahre alte Einsatzfahrzeug. Laut Habeth das älteste, das er jemals gesehen habe. "Das muss wirklich ersetzt werden", erklärte der Mann aus Bonn. Dieser Punkt wurde bereits vor einigen Monaten unabhängig von der Prüfung in die Wege geleitet.

"Sportlich" nannte Hüffenhardts Bürgermeister Walter Neff das Programm, das die Gemeinde in den kommenden Jahren aufgelegt bekomme. "Wir müssen Zug um Zug dran gehen und es abarbeiten."

Das war für Bernd Siegmann allerdings zu wenig. Dem Gemeinderat fehlte ein Fahrplan sowie ein Auftrag für die Gemeinde, wie die einzelnen Aufgaben priorisiert sein sollten. "Ich möchte in der Beschlussfassung klar definiert haben, was wir wann umsetzen müssen."

Gemeinsam mit Feuerwehr Prioritäten festlegen

Ähnlich sah das auch Götz Prinke, der den Vorschlag Siegmanns, die Vorlage um eine gemeinsame Klausur zu ergänzen, unterstützte. "Man braucht einen Zeit- und Kostenplan", so Siegmann. Außerdem stelle sich die Frage, was die Feuerwehr der Gemeinde wert sei. "Diese Frage stellt sich gar nicht", entgegnete Neff: "Sie muss es uns wert sein." Einen genauen Plan könne er nicht vorgeben, warf Patrik Hageth ein. Man müsse sich mit der Feuerwehr zusammensetzen und die Prioritäten festlegen. Neue Kräfte zu finden sei Aufgabe der Wehr.

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