Bad Rappenau
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Die Baustelle an der Wollenberger Ortseinfahrt ruht auf unbestimmte Zeit

Seit Mitte April ist Ortseinfahrt des Bad Rappenauer Ortsteils Wollenberg wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Jetzt sind die Baufahrzeuge verschwunden. Warum? Das fragen sich auch die Anwohner, die sich schlecht informiert fühlen.

Elfi Hofmann
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Die Baustelle an der Wollenberger Ortseinfahrt ruht auf unbestimmte Zeit
Wollenbergs Ortseinfahrt: kein Durchkommen und keine Baumaschinen. Foto: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Vor einigen Tagen staunten die Anwohner des Bad Rappenauer Ortsteils Wollenberg nicht schlecht. Statt Baugeräuschen aus Richtung Ortseinfahrt hörten sie: nichts. Alle Maschinen waren ohne Vorankündigung abgezogen worden. Dabei sollte man meinen, dass jeder Tag zählt, denn durch die Sanierung der Straße sowie der angrenzenden Stützmauer ist es seit Mitte April nicht mehr möglich, auf direktem Weg - also über Hüffenhardt - nach Bad Rappenau zu gelangen. Stattdessen müssen die Autofahrer eine weitläufige Umleitung über Bargen und Kälbertshausen in Kauf nehmen.

Das ruhige Wollenberg wird noch ruhiger

Eigentlich sollte die Maßnahme bis Mitte Oktober abgeschlossen sein. "Einige Arbeiter haben gesagt, dass es wohl eher kommendes Jahr wird", erzählt Ilja Woitaschek. Der Wollenberger ist zweiter stellvertretender Kommandant der Bad Rappenauer Feuerwehr und nimmt die Situation mit einer gehörigen Portion Sarkasmus: "Jetzt ist es eben noch ruhiger bei uns im Ort." Das sei aber der einzige Vorteil. Er habe sich umgehört, niemand wisse, warum die Arbeiten eingestellt wurden.

Auf Stimme-Anfrage beim Regierungspräsidium Stuttgart, das für Planung und Umsetzung verantwortlich ist und noch Mitte Mai bei einem Ortstermin nichts von den Verzögerungen kommunizierte, bestätigte die Pressestelle, dass die Arbeiten ruhen. "Grund dafür sind technische Anpassungen in der Planung, die von der von uns beauftragten Baufirma aktuell vorgenommen werden. Derzeit warten wir auf diese Aktualisierung."

Regierungspräsidium äußert sich

Erst wenn diese vorliege, werde der Bau weiter gehen. "Das Regierungspräsidium und die Baufirma stehen dazu in engem Austausch." In Wollenberg munkelt man, es könne an dem unter der Straße liegenden Gewölbekeller liegen, dessen Statik nicht genau berechnet worden sei. "Man wusste doch aber, dass der Keller da ist", sagt Harald Scholz, der für die Freien Wähler im Bad Rappenauer Gemeinderat sitzt.

Dass die Sanierung für Wollenberg etwas Positives ist, stellt Scholz nicht infrage. Aber bei solch einer langen Einschränkung seien für ihn die derzeitigen Abläufe unverständlich. Besonders die lange Umleitung sei ein Problem. Denn es gebe durchaus Alternativen, die allerdings über Feldwege führen würden. Auch wenn es illegal ist: "Einige nutzen die Wege, das stimmt", sagt Ilja Woitaschek. Harald Scholz wünscht sich - zumindest für die Anwohner - eine Ausnahmeregelung. Doch die Strecke ist stellenweise nicht für den Verkehr ausgelegt und müsste befestigt werden.

Buslinie wird umgeleitet

Wer in Wollenberg schulpflichtige Kinder hat, der wird vor ganz andere Herausforderungen gestellt. Der Bus, der den Ort mit Bad Rappenau verbindet, verkehrt nicht mehr. "Unser Sohn fährt deshalb jetzt um 6.45 Uhr nach Bargen und steigt dort um", erklärt Woitaschek. Um 7.15 Uhr ist er in der Kernstadt, Schulbeginn ist um 8 Uhr. Verzögerungen bei Baumaßnahmen seien normal, sagt der Familienvater. "Aber keine Informationen zu bekommen nicht."

Zumindest was die Einsatzkräfte bei Feuerwehr und Rettungsdienst anbelangt, hat man eine Lösung gefunden: Die Nachbargemeinde Helmstadt-Bargen wird bei Einsätzen alarmiert. Anders wäre das geforderte Zeitfenster bei einem Notfall nicht einzuhalten

 
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