Bad Rappenau
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Der erste Klimafitkurs in Bad Rappenau zeigt, dass auch im Kleinen viel möglich ist

Jeder kann etwas dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Das haben die Teilnehmer des Klimafit-Kurses während der sechs Kursabende gelernt. Die Bad Rappenauer Gruppe will sich auch darüber hinaus treffen.

Elfi Hofmann
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Der erste Klimafitkurs in Bad Rappenau zeigt, dass auch im Kleinen viel möglich ist
Haben in den vergangenen Wochen viel gelernt: Die Teilnehmer des Klimafit-Kurses, der von Anne-Kristin Geisbüsch (unten rechts) geleitet wurde. Foto: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Ich alleine kann ja nicht die Welt retten" - ein Satz, den Menschen, die das Klima schützen wollen, immer wieder zu hören bekommen. Diese Worte würden die Teilnehmer des ersten Klimafit-Kurses in Bad Rappenau nicht unterschreiben. "Wir alle müssen unser Verhalten ändern", sagt etwa Alexander Frank aus Bad Rappenau. Er ist einer von insgesamt elf Männern und Frauen, die sich in sechs Präsenz- und Onlineterminen mit den Hintergründen des Klimawandels vertraut gemacht haben.

Individuelle CO2-Bilanz

Dazu gehört auch, die individuelle CO2-Bilanz auszurechnen. "Ich bin schon auf einem guten Weg", sagt Anne-Kristin Geisbüsch, die den Kurs organisiert und geleitet hat. Doch Verbesserungspotenzial gibt es - wie bei fast allen Menschen - auch bei der Heilbronnerin, die in Zukunft noch öfter auf das Auto verzichten will.

Das tut Alexander Frank schon länger, obwohl er in der Automobilbranche arbeitet und dort immer wieder auf Widerstand trifft, wenn es um Umweltschutz geht. "Dann suche ich nach Argumenten, um bestimmte Ansichten zu entkräften", erzählt er. Besonders wichtig für ihn: Bei den Entscheidern Druck ausüben, um etwas zu ändern.

Klimaschutzmanager stellt Arbeit vor

Das versucht Klaus Ries-Müller in seiner Funktion als Gemeinderat regelmäßig. Dass er während des Kurses auch gleich noch den Bad Rappenauer Klimaschutzmanager André Göldenboth näher kennengelernt hat, sei eines der Argumente für eine Teilnahme gewesen. Göldenboth stellte die Herangehensweise für sein Klimaschutzkonzept vor. "Es ist sehr wichtig, dass der Kurs stattgefunden hat", sagt er.

Extra aus Nordheim angereist ist Heidemarie Schoch, die von der Veranstaltung in der Stimme-Beilage "Reiner" gelesen hat. Spontan sei sie am ersten Tag vorbeigekommen. "Und ich habe mich fast ein bisschen für mein Auto geschämt", erzählt sie. Denn das fährt mit Diesel. Dass der Inhalt des Kurses nicht nur auf Bad Rappenau als Kommune bezogen war und sie gemeinsam mit den anderen Teilnehmern diskutieren konnte, wie man Freunde und Bekannte für die Sache gewinnen kann, gefiel der Nordheimerin gut.

Pläne für Zuhause

Wie groß ihre Überzeugungskraft ist, hat Annemarie Schoch direkt Zuhause ausprobiert: "Ich habe meinem Mann gesagt, dass wir die Garage begrünen müssen", erzählt sie. Nur die Diskussion, wer den Kies vom Dach holt, die sei noch nicht final ausgefochten. Diese greifbaren Ideen seien es, die ihr besonders gefallen haben in den vergangenen Wochen. "Sowas sollte schon in der Grundschule unterrichtet werden."

Durch die deutschlandweit angebotenen Klimafit-Kurse sollen außerdem Netzwerke entstehen, die im Idealfall in regelmäßige Treffen münden. In vielen Städten gibt es bereits Stammtische oder andere Möglichkeiten, sich auszutauschen.

Soweit ist die Bad Rappenauer Gruppe, die für die Teilnahme Zertifikate erhalten hat, zwar noch nicht. "Wir wollen uns aber auf jeden Fall bald in der Klima-Arena wieder treffen", erzählt Kurs-Leiterin Anne-Kristin Geisbüsch. Der Vorschlag kam direkt von den Beteiligten, die das in der vergangenen Woche eingeführte 9-Euro-Ticket für die Fahrt nach Sinsheim nutzen wollen.

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