Bad Rappenau
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Der Bad Rappenauer Touristikbetrieb wird im neuen Jahr in die Stadt eingegliedert

Wenn Ende des Jahres der BTB-Geschäftsführer Dieter Wohlschlegel in den Ruhestand geht, nutzt die Stadt diese Zäsur, um den Touristikbetrieb einzugliedern. Alle Mitarbeiter werden dann übernommen.

Elfi Hofmann
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Der Bad Rappenauer Touristikbetrieb wird im neuen Jahr in die Stadt eingegliedert
Ab 1. Januar ist es so weit: Dann gehören der Bad Rappenauer Touristikbetrieb und die Stadt zusammen. Räumlich sind sie sich jetzt schon nahe.  Foto: Hofmann, Elfi

Am 31. Dezember endet in Bad Rappenau eine kleine Ära. Dann geht Dieter Wohlschlegel, Geschäftsführer der Bad Rappenauer Touristikbetriebs GmbH (BTB), in den Ruhestand. "Da hat sich uns die Frage gestellt, wie es weitergehen soll", sagt Oberbürgermeister Sebastian Frei. Denn die BTB ist bisher eine privatrechtliche Gesellschaft, wird aber zum 1. Januar 2023 in die Stadt eingegliedert. Dem stimmte der Gemeinderat bereits vor einigen Wochen zu.

Klares Votum für Verschmelzung

Bis zur Entscheidung habe man sich viele Gedanken gemacht und sich auch extern beraten lassen, so Frei. Neben einem anderen Format als bisher stand auch die Idee im Raum, alles in seinen jetzigen Bahnen laufen zu lassen. Doch letztendlich fiel das Votum klar aus: Die BTB verschmilzt mit der Stadt, alle Mitarbeiter werden übernommen "und integriert", sagt der OB. Es habe bereits mehrere Besprechungen mit allen Betroffenen über die zukünftige Organisation gegeben.

In Zukunft wird Wolfgang Franke als Hauptamtsleiter die Aufsicht führen, allerdings nicht die direkte Nachfolge von Dieter Wohlschlegel antreten. Die Option, die Stelle eines Abteilungsleiters auszuschreiben, halte man sich offen, sagt Sebastian Frei. Die Eingliederung werde es in Zukunft besonders für externe Partner leichter machen, den richtigen Ansprechpartner für Veranstaltungen zu finden.

Synergien in Zukunft sinnvoll nutzen

Denn bisher organisiert die BTB Termine im Kurhaus, das Kulturamt kümmert sich um Ausstellungen oder Konzerte im Wasserschloss. Diese Trennung fällt ab Januar genauso weg wie der private Steuerberater oder die Mieten für das Kurhaus. Das befindet sich in städtischer Hand, die BTB hat Miete gezahlt. "Eigentlich ging es von der linken in die rechte Tasche", beschreibt Sebastian Frei, denn die Stadt wiederum zahlte dem Touristikbetrieb Zuschüsse. In Zukunft sollen vor allem Synergien durch eine gemeinsame Veranstaltungsabteilung sinnvoll genutzt werden.

"Im neuen Jahr gibt es mehr Berührungspunkte mit der Verwaltung", sagt Dieter Wohlschlegel. Bisher war er so etwas wie der Mittelsmann, der Wünsche und Anregungen weitergegeben hat. Einige seiner Aufgaben wird in Zukunft Sabine Eggensperger übernehmen. Wie bisher ist sie für das touristische Marketing und die Social-Media-Aktivitäten zuständig, soll aber auch in die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt einsteigen und an den Ausschusssitzungen teilnehmen, die sie bisher während Dieter Wohlschlegels Abwesenheit schon besucht hat. Auch andere Mitarbeiter werden teilweise neue Aufgaben übertragen bekommen. "Ich bin optimistisch, dass alles schnell zusammenwächst", sagt Wohlschlegel.

Langfristig noch keine Pläne für Veränderungen

Dessen Gehalt als Geschäftsführer wird durch den Wegfall der Stelle zwar eingespart, "aber das haben wir im Vorfeld nicht nachgerechnet", sagt Sebastian Frei. Motivation für die Verschmelzung sei das nicht gewesen, denn die Hauptkosten seien die BTB-Mitarbeiter, von denen alle weiterbeschäftigt werden sollen. Ob es nach dem Neustart mittel- oder langfristig Änderungen geben wird, stehe noch nicht fest, sagt der Oberbürgermeister. "Vielleicht ändern wir die Ausrichtung oder erweitern sie. Aber konkrete Ideen gibt es noch keine."

Für einen reibungslosen Übergang werden Arbeitsgruppen gebildet. Darin wird es auch um die Übertragung der Verträge, die bisher auf den Touristikbetrieb laufen, gehen. "Es sind viele kleine und große Aspekte, die man nicht unterschätzen darf", erklärt Sebastian Frei. Das fange bereits mit der Frage an, wer in Zukunft Urlaubsanträge genehmigt. "Aber wir sind guter Dinge, dass alles funktionieren wird."

Geschichte der BTB

Die Bad Rappenauer Touristikbetrieb GmbH (BTB) wurde 2003 gegründet und war damals noch ein Unternehmen der Kur- und Klinikverwaltung (KuK). Die BTB war für Verkehrsamt, Hallen- und Freibad sowie die touristischen Aktivitäten zuständig.

Das Kurhaus gehörte der KuK, 2010 ging es dann in das Eigentum der Stadt über, die seitdem das Gebäude wiederum an die BTB vermietet. Das ist ab dem 1. Januar 2023 nicht mehr nötig. Das Sauna- und Solebad gehörte ebenfalls zur KuK, ist aber zum vergangenen Jahreswechsel in den Besitz der Stadt Bad Rappenau übergegangen.

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