Bad Rappenau
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Das Bad Rappenauer Bikiniartmuseum bereitet eine Sonderausstellung über Amy Winehouse vor

Zum elften Todestag von Amy Winehouse am 23. Juli wird im Bikiniartmuseum an die britische Sängerin gedacht. 15 Exponate werden bis in den Herbst hinein ausgestellt. Darunter auch ein auffälliger Zweiteiler.

Elfi Hofmann
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Das Bad Rappenauer Bikiniartmuseum bereitet eine Sonderausstellung über Amy Winehouse vor
Johanna Müller (links) und Lisa Otten investieren viel Zeit in die Konzeption der Sonderausstellung über Amy Winehouse. Foto: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Die britische Sängerin Amy Winehouse war neben ihrer einzigartigen Stimme vor allem für ihren auffallenden Lidstrich und ihre außergewöhnliche Frisur bekannt. Doch auch in Sachen Kleidung setzte die vor fast elf Jahren verstorbene Londonerin Maßstäbe.

Dass sie auch gerne Bikinis getragen hat, wissen allerdings die Wenigsten. Das soll sich dank der geplanten Sonderausstellung im Bikiniartmuseum ändern. Pünktlich zu ihrem elften Todestag wird der Blick freigegeben auf mehrere Exponate, die im vergangenen Dezember bei einer Auktion ersteigert wurden.

Bademode und Corsagen

"Wir besprechen in der Gruppe immer im Vorfeld, welche Stücke uns interessieren", erklärt Lisa Otten. Sie arbeitet gemeinsam mit Johanna Müller an der Konzeption für die Sonderausstellung. Schnell habe festgestanden, in welche Richtung es gehen soll. "Obwohl man nicht auf den ersten Blick eine Verbindung zwischen Bikinis und Amy Winehouse herstellen würde", sagt Otten. Doch beim genaueren Hinsehen falle auf: Die Sängerin hat Bademode und Corsagen nicht nur auf der Bühne, sondern auch häufig im Alltag getragen.

Versteigerung für den guten Zweck

15 Exponate hat das Museum ersteigert. Das Glanzstück ist ein korallenfarbener Zweiteiler mit Metallringen an Ober- und Unterteil. 1250 Dollar (rund 1082 Euro) kostete der Bikini. Insgesamt wurden mehr als 800 Stücke aus dem Nachlass der Britin versteigert. Bei zwei Bikinioberteilen, drei Korsetts, einem Dreier-BH-Set sowie einem Negligé erhielt das Museum außerdem den Zuschlag. Knapp 8000 Dollar kosteten die Stücke insgesamt. Der Gesamterlös kommt der Amy-Winehouse-Foundation zugute. Die Wohltätigkeitsorganisation wurde von den Eltern der Sängerin gegründet.

"So eine Auktion ist sehr aufregend und spannend", erzählt Lisa Otten, die im Dezember mit dabei war. Bei Online-Versteigerungen sei es sehr wichtig, wann man klickt. "Alles geht sehr schnell über die Bühne." Manchmal klappt es allerdings nicht mit den Wunschstücken. Und das nicht unbedingt, weil die Bieter zu langsam sind, sondern weil manche Teile die Preisvorstellungen überschreiten. So lief es im November 2020 bei einem Badekleid von Sophia Loren. Bei 12 000 Euro stieg man damals aus. Stattdessen wechselte ein rotes Badekostüm von Liz Taylor den Besitzer.

Person aus der Gegenwart

Die Ausstellung folgt direkt auf die Marlene Dietrich gewidmete Schau und ist für das Museum ein Novum, denn bisher widmeten sich die Verantwortlichen hauptsächlich Personen wie Marilyn Monroe oder Liz Taylor, die lange zurückliegende Epochen prägten. "Es ist auf jeden Fall interessant, dass wir diesmal jemanden aus der Gegenwart ausgewählt haben", sagt Lisa Otten. Für jüngere Menschen sei Amy Winehouse dadurch greifbarer. "Sie lassen sich eher auf sie ein."

Doch bevor die Ausstellung eröffnet werden kann, liegt viel Arbeit vor dem Team. "Auf dem Papier steht das Konzept schon länger", sagt Johanna Müller. Wo die Exponate im Raum angeordnet und welche Vitrinen benutzt werden, sei aber erst später definitiv klar.

Licht führt zur Zersetzung des Stoffes

Das Bad Rappenauer Bikiniartmuseum bereitet eine Sonderausstellung über Amy Winehouse vor
 Foto: privat

Ob auch der extra für die Ausstellung über Marlene Dietrich konzipierte Kofferschrank wieder genutzt wird, wissen Lisa Otten und Johanna Müller noch nicht. Sicher ist aber, dass die Winehouse-Exponate genauso wie alle anderen Stücke nicht dem direkten Licht ausgesetzt werden. "Sonst zersetzt sich das Material irgendwann", erklärt Lisa Otten das gedämpfte Licht im Museum.

Unterm Strich wird das Team bis zur Eröffnung zwischen drei und vier Wochen Arbeit investiert haben. "Aber wir machen natürlich noch einige andere Dinge", sagt Johanna Müller. Zumindest mit dem Transport müssen sie sich nicht mehr beschäftigen: Nur vier Tage nach der Auktion waren die 15 Exponate bereits in Bad Rappenau.

Das ist außergewöhnlich schnell, denn manche Auktionshäuser brauchen Wochen oder Monate, bis sie versenden. Kommt die Fracht aus Übersee, dauert es durch den Zoll noch länger. "Wir haben während der Vorbereitung sehr viel über Amy Winehouse gelernt", erzählt Lisa Otten. Dieses Wissen soll sich ab dem 23. Juli im Bikiniartmuseum niederschlagen. "Das ist einfach ein supercooles Thema."

Erster Blogger-Flohmarkt am 2. Juli

Noch vor der Eröffnung der Sonderausstellung über Amy Winehouse am 23. Juli findet im Bikiniartmuseum der erste Blogger-Flohmarkt statt. Am Samstag, 2. Juli, können ab 12 Uhr an 30 Ständen gebrauchte Kleidung, Schuhe, Schmuck oder Accessoires gekauft werden. Außerdem können sich die Besucher von dem Fotografen Fabian Beckmann fotografieren oder vom Bad Rappenauer Kosmetikstudio Vita Aesthetica beraten lassen.

 
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