Sulzfeld
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Bahnhof Sulzfeld wird barrierefrei und leiser

Die Albtal-Verkehrsgesellschaft investiert in Sulzfeld mehr als zwei Millionen Euro, um den Bahnhof barierefrei umzugestalten. Das Vorhaben beginnt frühestens 2023. Die Gemeinde hofft, die Umgestaltung des Busbahnhofs gleich miterledigen zu können.

Jörg Kühl
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Lesezeit 2 Min
Bahnhof Sulzfeld wird barrierefrei und leiser
Ab Sommer 2023: Die Bahnsteige in Sulzfeld werden höhergelegt, um Rollstuhlfahrern und anderen Personen den Einstieg in die Züge zu erleichtern. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg

Wer am Sulzfelder Bahnhof einen der elektrischen Triebwagen der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) besteigen möchte, muss dafür vom Bahnsteig einen Schritt nach oben ins Fahrzeug gehen. Dies ist für Menschen ohne körperliche Beeinträchtigung kein Problem. Wer dagegen mit dem Rollstuhl unterwegs ist, ist auf die Aufmerksamkeit und Hilfe Mitreisender oder des Bahnpersonals angewiesen. Auch Nutzer von Rollatoren sowie Eltern mit Kinderwagen müssen die Stufe ins Fahrzeug hinein überwinden.

Diese Unannehmlichkeiten werden ab kommendem Jahr vorbei sein. Wie Ronny Adam von der AVG auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderats verkündete, plant der Schienenverkehrsanbieter, den Bahnhof barrierefrei umzugestalten, wie es die AVG jüngst bereits im Nachbarort Zaisenhausen getan hat. Bei dieser Gelegenheit werde der Bahnbetrieb auch leiser: durch die künftig höhere Bahnsteigkante und weil bei der Gelegenheit gleich das Gleis saniert wird.

 

Warum jetzt auch der Busbahnhof in den Blick gerät

Die AVG rechnet mit einer Umsetzung frühestens ab Sommer 2023. Der Umbau wird mit rund 2,3 Millionen Euro kalkuliert, die Maßnahme wird vom Land und vom Landkreis finanziert und ist für die Gemeinde somit kostenneutral. Der Umbau dauert voraussichtlich drei Monate und erfolgt unter Vollsperrung des Bahnbetriebs. Wie Bürgermeisterin Sarina Pfründer mitteilt, versuche die Gemeinde, den barrierefreien Umbau des Busbahnhofs gleich mit der Maßnahme zu verknüpfen. Durch den zusätzlichen Prüfaufwand könne sich der Baubeginn verzögern, so die Kommunalpolitikerin.

Wie Adam konkretisierte, wird der Übergang zwischen Gleis 1 und Gleis 2, der sich heute auf Höhe der Buswendeschleife befindet, in Richtung des Bahnhofsgebäudes verlegt. Treppen und langgezogene Rampen erschließen den höhergelegten neuen Bahnsteig. Ein Blindenleitsystem wird ebenso installiert, wie ein dynamisches Informationssystem. Letzteres bietet den Reisenden Informationen über den Zugverkehr in Echtzeit. Eine kontrastreiche Beleuchtung und Behindertenparkplätze komplettieren das Paket.

Warum zwei Gleise?

Adam bestätigte auf Anfrage des Gemeinderats Tarak Turki (SPD), dass der Bahnhof grundsätzlich im eingleisigen Betrieb bleibt. Turki begründete seine Anfrage mit den oft langen Wartezeiten für Verkehrsteilnehmer am Bahnübergang in der Hauptstraße. Das zweite Gleis werde als Ausweichgleich bei Gegenverkehr benötigt, stellte der AVG-Ingenieur klar. Ob die hohen Baukosten gerechtfertigt seien, da Gleis 2 ja nur ein Notgleis sei, wollte Gemeinderätin Tanja Hertle (Freie Grüne) wissen. "Ja", antwortete Adam, denn es seien künftig mehr "Kreuzungsverkehre" geplant.

Der Vorstoß von Gemeinderat Ulrich Fischer (Bürgervereinigung), mit dem Bau zu warten, bis sich die gegenwärtig explodierenden Kosten wieder beruhigt haben, lehnte Adam ab. Darauf könne man nicht spekulieren. Fischer bat abschließend, die Zahl der Fahrradboxen zu erhöhen. Die Errichtung einer sogenannten Mobilitätssäule auf dem Bahnhofsvorplatz ist inzwischen vom Tisch. Der Gemeinderat hatte das Projekt der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg in seiner Februarsitzung verworfen. Als weitere Standorte waren die Bushaltestelle an der Ravensburghalle und der Rathausvorplatz im Gespräch gewesen. Die Gemeinde hätte die Gelegenheit gehabt, neben den Infosäulen kostenlos Sitzbänke, Fahrrad-Reparaturstationen und Fahrrad-Abstellanlagen zu bekommen. Das Gremium zeigte sich gegenüber dem Mehrwert der Säulen skeptisch und kritisierte Größe und Erscheinungsbild der Stelen.

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