Bad Rappenau
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Bad Rappenau wird klimafreundlicher

Die Bad Rappenauer Verwaltung will ihre Liegenschaften in Heinsheim an das Fernwärmenetz anschließen. Der Gemeinderat unterstützt diese Idee, die ein weiterer Schritt in Richtung Klimaschutz darstellt.

Elfi Hofmann
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Bad Rappenau wird klimafreundlicher
Das Bürgerbüro in Heinsheim wird genauso wie sechs andere Standorte auf Fernwärme umgestellt. Die alten Ölheizungen werden abgeschafft. Foto: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Seit Jahren schließt das Bad Rappenauer Unternehmen Bauer Kompost immer mehr Gebiete an sein Fernwärmenetz an. Das Rappsodie bezieht seine Energie von dort, Zimmerhof gehört ebenfalls dazu. Auch das von den Brüdern Manfred und Bernd Bauer gekaufte Schloss in Heinsheim, wo unter anderem im Herbst die evangelische Sozialstation Bad Rappenau-Bad Wimpfen ein Betreuungsangebot im ehemaligen Restaurant eröffnet, wird an das Netz angeschlossen.

Unabhängigkeit wird vorangetrieben

Jetzt zieht die Stadtverwaltung nach und will alle städtischen Gebäude in dem Ortsteil auf Fernwärme umrüsten. Die bestehenden Ölheizungen sollen zurückgebaut werden. Man habe sich die Frage gestellt, wie die Gemeinde nach und nach unabhängig von Dritt- oder autoritären Staaten werden könne, begründete Oberbürgermeister Sebastian Frei die Entscheidung im Gemeinderat. "Außerdem wird der Ortsteil durch die Umrüstung in Bezug auf die Beheizung klimafreundlich", so Frei.

Möglich wird das Vorhaben durch den Kauf des Schlosses durch die Brüder Bauer. Da das Areal ein Ankerkunde ist, kann nun theoretisch der gesamte Ort angeschlossen werden. Davon wollen auch Privathaushalte Gebrauch machen. Hochbauamtsleiter Alexander Speer hat ausgerechnet, wie viel die Stadt sparen wird. Genaue Zahlen zu den Ölkosten wollte er zwar nicht verraten. "Aber mit Fernwärme würden wir 27 Prozent weniger zahlen", erklärte Speer. Das sei zwar nur der reine Verbrauchswert ohne Nebenkosten, "und es wird auf Dauer natürlich nicht bei diesem Preis bleiben". Trotzdem sei die Ersparnis groß.

Umrüstung wird gefördert

Die Umrüstung ist mit zirka 452.000 Euro im Haushaltsplan 2023/24 veranschlagt. 50 Prozent davon wären förderfähig. Dieser hohe Wert kommt auch deshalb zustande, weil die alten Ölheizungen entsorgt werden. Alleine dafür kommt eine Prämie von zehn Prozent in Betracht. Für die Abwicklung der Gesamtmaßnahme durch die Firma MiPlanung sind rund 28.500 Euro eingeplant.

Insgesamt sind sieben Heinsheimer Standorte betroffen. "Außerdem werden die Gebäude energetisch untersucht", sagte Sebastian Frei. Intern habe man die Umrüstung kontrovers diskutiert, erklärte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Rüdiger Winter. "Aber wir sehen ein, dass man etwas unternehmen muss."

Energieeffizienz genauso wichtig

Voll und ganz überzeugt von dem Vorhaben ist hingegen Stadtrat Lars Schubert (Grüne): "Alles, was in diese Richtung geht, erzeugt kurzfristig ein Benefit." Trotzdem sollte man jetzt nicht nur auf Fernwärme setzen und auch auf Energieeffizienz schauen. "Aber ich weiß ja, dass Sie das im Rathaus im Blick haben." Das bestätigte Alexander Speer, verwies aber auch auf den "super günstigen Gasvertrag", den man im Rathaus bisher habe.

Und auch Anne Silke Köhler, Fraktionsvorsitzende der CDU, goutierte die Umrüstung: "Da schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir werden unabhängiger und klimafreundlicher."

Gesamtkosten von 452.000 Euro

Sieben städtische Liegenschaften in Heinsheim sollen an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Die Gesamtkosten der Umrüstung von Ölheizungen auf die klimafreundlichere Alternative liegen bei knapp 452.000 Euro. 50 Prozent sind theoretisch förderfähig. Die Kosten setzen sich unter anderem aus dem Rückbau der Heizung sowie des Öltanks, der Anpassung der Verrohrung in den Gebäuden und dem Einbau eines Wärmetauschers zusammen.

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