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Solarpark Gemmingen: Der innere Konflikt bleibt bestehen

Gemeinderat bringt Verfahren zur Ausweisung eines Sondergebiets für einen Solarpark im Westen der Gemarkung auf den Weg.

Ulrike Plapp-Schirmer
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Der innere Konflikt bleibt bestehen
Im Westen der Gemminger Gemarkung, an der Kreisstraße zwischen Stebbach und Richen, soll ein Solarpark entstehen.  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Der Druck, Energie im eigenen Land zu erzeugen und damit unabhängiger von Öl, Gas und Kohle aus dem Ausland zu werden, ist seit Beginn des Krieges in der Ukraine auch regional weiter gestiegen. Das Thema "Solarpark", mit dem sich der Gemminger Gemeinderat seit Monaten beschäftigt, ist also hochaktuell. In der jüngsten Sitzung hat das Gremium das Verfahren zur Schaffung eines "Sondergebiets Solarpark Gemmingen" auf den Weg gebracht, das die planungsrechtlichen Weichen stellt. Dabei ist das Ganze nicht unumstritten: Im Juli waren gut 30 Bürgerinnen und Bürger zu einer Veranstaltung gekommen, um sich aus erster Hand bei der ausführenden Firma Max Solar zu informieren. Nur mehrheitlich fiel der Grundsatzbeschluss für eine Photovoltaikanlage auf Ackerland nahe der Kreisstraße zwischen Stebbach und Richen. Hier wie dort wurden Bedenken laut, dass wertvolle Flächen auf Jahre der Landwirtschaft entzogen würden.

Energiewende vorantreiben

Die 30 Hektar große Anlage könnte am Ende aber sogar als "regional bedeutsam" angesehen werden, auch wenn sie derzeit den Zielen der Raumordnung noch nicht entspricht. Der Regionalverband Heilbronn-Franken steht hinter den Gemminger Plänen.

Ein Verfahren zur "Ausweisung von weiteren Vorbehaltsgebieten für regionalbedeutsame Photovoltaikanlagen in regionalen Grünzügen" läuft seit Mitte März. Die Verwaltung der Gemeinde Gemmingen hat sich mit dem Verband darauf geeinigt, die kommunale Bauleitplanung parallel zu den Änderungen in der Regionalplanung laufen zu lassen, "um die Energiewende voranzutreiben und keine Zeit durch gestaffelte Planungsverfahren zu verlieren". Und auch, wenn die Preise in diesem Sektor derzeit explodieren, wie Gemeinderat Klaus Weidelich einwarf, so hat Max Solar nach den Worten von Bürgermeister Timo Wolf weiterhin Interesse an diesem Projekt. Max Solar verfolgt mit dem Einsatz von Speichermedien, der Unterstützung von Elektromobilität und Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger sogar einen konzeptionell breiten Ansatz.

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Folgen des Ukraine-Krieges

Dem Konflikt zwischen Landwirtschaft und Energiegewinnung ist sich auch Bürgermeister Timo Wolf bewusst. Mit dem landwirtschaftlichen Gelände solle möglichst schonend umgegangen werden, forderte er. Und so wird im Rahmen des Verfahren auch geprüft, ob zumindest ein Teil der geplanten Anlage Agrophotovoltaik sein könnte. Darunter versteht man Anlagen, die sowohl landwirtschaftliche Nutzung als auch die Erzeugung von Strom ermöglichen.

Der Ukraine Konflikt, so Wolf, gebe in doppelter Hinsicht zu denken: "Was bedeutet er für die Lebensmittelproduktion? Was für die Energiegewinnung?" Für mehr Unabhängigkeit habe der Krieg jedenfalls positive Argumente geliefert.

Die Gemeinde Gemmingen geht nun mit Änderungen am lange Zeit diskutierten Standort im Westen der Gemarkung ins Verfahren: Zwei miteinander nicht direkt verbundene Flächen am Rand des Landschaftsschutzgebiets "Schomberg-Streichenberg" wurden in das Sondergebiet mit aufgenommen: Flächen im Gewann "Eichwiesenäcker" sowie in den Gewannen "Schindrain" und "Schanz". Das "Sondergebiet Solarpark Gemmingen" ist 60 Hektar groß. Die Fläche südlich der Bahnlinie habe man rausgenommen, so Wolf, "wegen wertvoller Böden in der Nähe des Bachs". Als zunächst reine Untersuchungsfläche aufgenommen wurde der sogenannte "Kilometeracker".

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