Bad Rappenau
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Annette Haderspeck hat die Grenzsteine rund um Wollenberg neu katalogisiert

Über 140 Grenzsteine haben Annette Haderspeck und ihr Mann rund um den Bad Rappenauer Teilort Wollenberg aufgespürt. Jeden einzelnen haben sie fotografiert und seinen Standort festgehalten.

Elfi Hofmann
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Lesezeit 2 Min
Annette Haderspeck hat die Grenzsteine rund um Wollenberg neu katalogisiert
144 Grenzsteine hat Annette Haderspeck gemeinsam mit ihrem Mann rund um Wollenberg gefunden. Jeden einzelnen hat sie mehrfach fotografiert und mit den jeweiligen GPS-Daten in einer Liste festgehalten. Foto: privat  Foto: privat

Als Annette Haderspeck vor fünf Jahren nach Wollenberg zog, wusste sie nicht viel über den kleinsten der Bad Rappenauer Ortsteile. "Ich wollte mich aber gerne Wollenberg nähern", erzählt sie. Dass sie das über die Neukatalogisierung der Grenzsteine tun würde, wusste sie damals freilich noch nicht.

Ein Grund ist ihr generelles Interesse an Geschichte und Archäologie. Den Ausschlag gab dann allerdings der Bad Rappenauer Heimatforscher Dr. Hans Heinz Hartmann, der 2020 verstarb. Er hatte in der 1992 erschienenen Ortschronik "1200 Jahre Wollenberg" alle noch erhaltenen Grenzsteine in einer Tabelle aufgeführt. "Allerdings ohne Fotos oder GPS-Daten", erzählt Annette Haderspeck.

Suche durch Hecken und Büsche

Also machte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann auf den Weg, oft durch Hecken und Büsche, denn viele der Steine sind nur noch schwer zu finden und oftmals völlig überwuchert. "Manche sind auch im Boden versunken, man sieht sie also gar nicht mehr", erzählt sie. Immer wieder war das Ehepaar rund um Wollenberg unterwegs, manchmal durch den Wald, dann wieder über die Felder.

Über mehrere Monate, meistens sonntags, schnürten die beiden ihre Schuhe. "Das Wetter musste auch passen", ergänzt Sascha Haderspeck. "Und wir haben natürlich auch manchmal geflucht, aber es ist eine wichtige Sache." Mit dabei hatten sie immer die Tabelle von Dr. Hartmann und ein Klemmbrett, um die Daten sofort festzuhalten. "Wir haben uns auch mit dem Kreisarchiv abgesprochen, allerdings nur eine relativ ungenaue Karte erhalten", sagt Annette Haderspeck.

 

GPS-Daten in einer Tabelle festgehalten

Bei ihrer Suche stießen sie auch auf Steine, die bisher noch nicht katalogisiert wurden. Über 140 Exemplare kamen insgesamt zusammen. Jeder einzelne wurde von allen Seiten fotografiert, der exakte Standort in einer Excel-Tabelle festgehalten. Die Daten sowie die Bilder stellt Annette Haderspeck Interessierten gerne zur Verfügung. "Bisher hat sich allerdings noch niemand gemeldet", bedauert sie.

Ähnlich verhält es sich mit der Instandsetzung der Grenzsteine. "Wir hatten anfangs gehofft, dass wir dafür Helfer finden." Alleine sei die Arbeit bei der Menge an Steinen aber nicht zu bewältigen. Weitere Pläne, ihre neue Heimat historisch aufzuarbeiten, hat Annette Haderspeck momentan nicht.

Wenn sich ein interessantes Thema auftuen würde, sei sie aber nicht abgeneigt. "Wir sind beide grundsätzlich an Mittelalterdarstellung und experimenteller Archäologie interessiert", sagt sie. "Aber es muss dann historisch korrekt sein."

 

Für eine Wanderung lieber Etappen einplanen

Wie lang der Grenzsteinweg insgesamt ist, kann das Ehepaar nicht genau beziffern. Wanderer sollten sich allerdings genug Zeit nehmen und die Bewältigung in Etappen planen, denn an einigen Stelle gehe es auch mal steil nach oben und stark bergab. "Mit dem Kinderwagen ist es zum Beispiel eher nicht möglich", erklärt Sascha Haderspeck.

Doch wer sich einmal überwunden habe, dem biete sich nicht nur ein toller Blick über das Wollenbachtal und Wollenberg, sondern auch ein Blick in die Geschichte des kleinen Ortes zwischen dem Neckar-Odenwald- und dem Rhein-Neckar-Kreis.

Insgesamt 144 Grenzsteine hat Annette Haderspeck in den vergangenen zwei Jahren rund um Wollenberg gefunden und neu katalogisiert. In einer Liste hat sie alle mit den dazugehörigen GPS-Daten vermerkt. Der älteste Stein stammt aus dem Jahr 1542. Einige Steine sind schwer zu finden, da sie versunken oder von Pflanzen überwuchert sind.


Kontakt

Wer Interesse an den Fundorten sowie den dazugehörigen Bildern hat, kann sich direkt bei Annette Haderspeck unter 0172 8672942 oder per E-Mail an breaca@gmx.de melden.

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