Waldschulheim Kloster Schöntal

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Im ehemaligen Zisterzienserkloster werden Jugendliche mit dem Wald vertraut gemacht

Derzeit macht Kloster Schöntal auf sich aufmerksam: Das ehemalige Zisterzienserkloster im Jagsttal feiert mit vielen Veranstaltungen das ganze Jahr hinweg sein 850-jähriges Bestehen. Was viele nicht wissen: auch das Landratsamt Hohenlohekreis ist mit einer besonderen Einrichtung in den alten Klostermauern präsent. Gemeint ist das Waldschulheim Kloster Schöntal, das mit der Verwaltungsreform im Jahre 2005 in die Zuständigkeit des Landkreises wechselte. Aufgenommen hat das Waldschulheim seinen Betrieb im Jahre 1991, nachdem die Gebäude des ehemaligen „Knechtsbaus“ zuvor durch das Land saniert und bestimmungsgemäß umgebaut worden waren. Wo zu Klosterzeiten das Vieh und die Handwerker untergebracht waren sowie die Frucht lagerte, warten heute ein moderner Speisesaal, Unterkunftszimmer, ein Lehrsaal und eine Werkstatt auf die jetzigen Nutzer. Dies sind in erster Linie Schüler der 7. bis 11. Klassenstufe aller Schularten mit ihren Lehrern, denen in zwölftägigen „Waldschulheimaufenthalten“ der Wald mit seiner wirtschaftlichen und ökologischen Bedeutung nähergebracht werden sollen. Das Konzept sieht vor, dass die Schüler dabei durch halbtägige praktische Waldarbeitseinsätze „hautnah“ mit dem Wald in Berührung kommen. Nachmittags werden verschiedene Workshops angeboten; diese reichen vom Hochsitzbau und der Sägewerksbesichtigung über Flachswickelbacken und Bodenuntersuchungen bis zum Floß bauen und Boot fahren auf der Jagst. Für Grundschulkinder gibt es kürzere Aufenthalte mit altersangepasstem Programm („Walderlebnisaufenthalte“). Das Waldschulheim vollzieht mit seiner Arbeit den vom Landeswaldgesetz vorgegebenen Bildungsauftrag zum Thema Wald und Natur. Das Haus verfügt über 60 Betten, so dass bei Vollbelegung nicht nur vom Programm her eine Menge geboten ist.

Verantwortlich für die Umsetzung des waldpädagogischen Angebots an die Schulklassen ist ein Team aus einem Förster als Waldschulheimleiter, zwei Forstwirtschaftsmeistern und einer Praktikantin des „Freiwilligen ökologischen Jahres“. Einsatzgebiete sind die Wälder in der näheren Umgebung von Schöntal. Für das leibliche Wohl und die gute Unterbringung der Gäste sorgt ein hauswirtschaftliches Team unter Führung einer hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin. Regelmäßig werden auch zwei Azubis zur Hauswirtschafterin ausgebildet. Die organisatorische Gesamtzuständigkeit (z. B. Belegungsplanung) liegt beim Forstamt des Landratsamts.

In den vergangenen beiden Jahren wurden jeweils ca. 1000 Schüler und Lehrer, meist aus Baden-Württemberg, bei Waldschulheimaufenthalten mit dem Wald vertraut gemacht. Hinzu kommen jährlich noch ca. 400 Grundschulkinder, die das Waldschulheim bei ihren Walderlebnisaufenthalten genutzt haben. Die Auslastung der Einrichtung ist gut und die Nachfrage der Schulen ist ungebrochen, schon jetzt sind im Haus für die Jahre 2009 und 2010 viele Reservierungen vorgenommen worden.

Auch im Bereich der Multiplikatorenfortbildung in Sachen Waldpädagogik engagiert sich das Waldschulheim. So werden Lehrerreferendare/innen in einwöchigen Kursen fortgebildet ebenso wie angehende Erzieher/innen. Für die umliegenden Schulen und für alle, denen die Arbeit mit Schülern und Jugendlichen wichtig ist, steht das Waldschulheim mit Rat und Tat gerne zur Verfügung.

Wenn an den belegungsfreien Wochenenden keine Schulklassen betreut werden, steht das Haus anderen Gruppen zur Nutzung offen. Typische Belegungen außerhalb des Schulbetriebs sind z. B. Konfirmandenfreizeiten und Probewochenenden von Musikvereinen und Chören.

Das Waldschulheim Kloster Schöntal engagiert sich im laufenden Jahr des Klosterjubiläums im Rahmen des „Hohenloher Waldprogramms 2007“ zusätzlich in der forstlichen Öffentlichkeitsarbeit des Forstamts mit zahlreichen Veranstaltungen.

Mit seinem modernen, an den neuen Erfordernissen der Schulen ausgerichteten handlungs- und erlebnisorientierten Programmangebot in Verbindung mit dem reizvollen Ambiente des Klosters ist das Waldschulheim eine wertvolle und unverzichtbare Einrichtung im Hohenlohekreis.

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