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Startschuss für Bioenergiedorf in Untermaßholderbach

Öhringen - Agrarminister Alexander Bonde (Grüne) sieht den ländlichen Raum als einen der Gewinner der Energiewende. Zum Baustart für ein Bioenergiedorf in Untermaßholderbach sagte Bonde: „Wenn wir es richtig machen, dann ist die Energiewende das historisch größte Investitionspaket für den Ländlichen Raum.“

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Agrarminister Alexander Bonde (Grüne)
Bioenergiedorf: Alexander Bonde gab heute den Startschuss. Foto: Ronald Wittek/Archiv
Öhringen - Agrarminister Alexander Bonde (Grüne) sieht den ländlichen Raum als einen der Gewinner der Energiewende. Zum Baustart für ein Bioenergiedorf in Öhringen-Untermaßholderbach sagte Bonde: „Wenn wir es richtig machen, dann ist die Energiewende das historisch größte Investitionspaket für den Ländlichen Raum.“ Hier lägen die Potenziale für die Erneuerbaren Energien.

Im Südwesten sind den Angaben zufolge 43 Bioenergiedörfer in Betrieb, fünf in Bau sowie weitere 28 in Planung. 25 Projekte seien bereits vom Land gefördert worden. Die Fördermittel sind in den Jahren stetig angestiegen - in diesem Jahr auf rund 700.000 Euro.

Der Öhringer Teilort Untermaßholderbach hat 100 Einwohner. Geplant ist der Bau eines Nahwärmenetzes mit einer Länge von 2,3 Kilometern, an das 28 Wohnhäuser und zwei Verwaltungsgebäude angeschlossen werden sollen. Das soll rund 50.000 Liter Heizöl und über 4000 Liter Flüssiggas überflüssig machen.

Die Wärme kommt von einer Biogasanlage. Im Winter liefert dann laut Agrarministerium eine Holzhackschnitzelanlage die benötigte zusätzliche Wärme. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich den Angaben zufolge auf rund 750.000 Euro. Das Projekt ist aus bürgerschaftlichem Engagement entstanden und wird vom Land bezuschusst.

Untersteller: Wichtiger Beitrag für Umsetzung der Energiewende

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sieht in Bioenergiedörfern einen wichtigen Beitrag für die Umsetzung der Energiewende. Er warnte aber zugleich vor überzogenen Erwartungen: Die Potenziale der Bioenergie seien beschränkt. „Denn landwirtschaftliche Flächen werden auch für die Nahrungsmittelproduktion benötigt und großflächige Monokulturen können nachteilige Auswirkungen auf den Naturhaushalt haben“, sagte Untersteller. Denn oft komme bei den Biogasanlagen Mais zum Einsatz. Die Abwärme der Anlagen wird zugleich für die Wärmeerzeugung des gesamten Ortes genutzt.

Untersteller sagte, von entscheidender Bedeutung sei deshalb eine effiziente Nutzung der vorhandenen Potenziale. „Etwa die Hälfte der Biogasanlagen haben aber noch ein unzureichendes Wärmenutzungskonzept.“ Dabei könne die bei der Stromerzeugung aus Biogas zwangsläufig anfallende Wärme zu einem erheblichen Teil zur Versorgung eines Dorfes mit Heizwärme und Brauchwasser beitragen.

Eigenes Förderprogramm

Das Land hat ein eigenes Förderprogramm für Bioenergiedörfer. Ziel sei die deutliche Verbesserung der Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Energien bei der Wärmenutzung insbesondere in kleineren Kommunen und im ländlichen Raum, sagte Untersteller weiter. Im laufenden Jahr will das Land rund 700.000 Euro zur Förderung von Bioenergiedörfern zur Verfügung stellen.

Mauenheim, ein Ortsteil von Immendingen (Kreis Tuttlingen), war 2006 der erste Ort im Südwesten, der sich zum Bioenergiedorf wandelte und sich mittlerweile weitgehend autark mit Strom und Wärme versorgt.

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