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Roter Teppich für Innovationsregion Hohenlohe ist ausgerollt

Das Industrienetzwerk feiert sein 20-jähriges Bestehen und baut Brücken nach Heilbronn. Die Dieter-Schwarz-Stiftung wirbt fürs Mitmachen beim KI-Park. Und die Wirtschaftsministerin begreift die Innovationsregion Hohenlohe als Blaupause für weitere Verbünde.

Ralf Reichert
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Lesezeit 3 Min
Roter Teppich für Innovationsregion Hohenlohe ist ausgerollt
Daumen hoch für die Innovationsregion Hohenlohe (von links): Schülerin Sabrina Barnikel aus Weißbach, Wirtschaftsminister Nicole Hoffmeister-Kraut, IR-Vorsitzende Stefanie Leenen, Schüler Florian Hess aus Ingelfingen und Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung, der für den KI-Park Heilbronn warb.  Foto: Reichert, Ralf

Die Innovationsregion Hohenlohe vereint industrielle Weltmarktführer aus diesem Landkreis mit dem klaren Ziel, genügend Nachwuchskräfte zu gewinnen, um die Wirtschaftskraft dieser Region und den Wohlstand seiner Bürger dauerhaft zu erhalten und zu mehren. Doch der Verein strahlt auch 22 Jahre nach seiner Gründung weit über den Hohenlohekreis hinaus. Weder im Land noch im Bund gibt es einen Verbund, in dem Firmen sich einer Vision so gemeinschaftlich verpflichtet fühlen und so intensiv den Schulterschluss mit Bildungsträgern und Behörden pflegen.

Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann

Das alles werden die Redner am Donnerstag nicht müde zu betonen, als das Industrienetzwerk - wegen Corona zwei Jahre später - sein 20-jähriges Bestehen feiert. Just an jenem Ort, wo es 2000 seinen Ausgang genommen hat: der Hochschule in Künzelsau. So wie der Campus seitdem gewachsen ist, sind es heute nicht nur sieben, sondern 29 Mitglieder. Aus der Innovationsregion Kocher-Jagst wurde 2014 die Innovationsregion Hohenlohe. Und auch die Bildungsprojekte sind von Jahr zu Jahr mehr geworden und reihen sich anno 2022 wie funkelnde Perlen an einer Schnur: 168 Werkstätten an Kindergärten und Schulen, begleitet von 1000 Azubis als Lernpartner für 3300 junge Menschen. Immer mit dem Ziel, Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (Mintec) zu wecken.

Lernfabriken 4.0 und Digital Hub: die beiden jüngsten Leuchttürme

Lehrer fortbilden, Schüler forschen lassen, junge Mitarbeiter fördern, neue Bildungsgänge und Schulformen etablieren: Auch das gehört zum Portfolio. Die zwei jüngsten Leuchttürme sind die Lernfabriken 4.0 an den Berufsschulen und ein Beratungszentrum für digitale Transformation (Digital Hub) an der Hochschule.

Und jetzt? Will die Innovationsregion Hohenlohe - neben der Fortführung des Bewährten - "Brücken schlagen nach Heilbronn", wie die Vorsitzende Stefanie Leenen der illustren Gästeschar bei der Jubiläumsfeier verkündet. Zur Programmierschule Ecole 42 und zur Technischen Universität München.

Reinhold Geilsdörfer rollt Hohenlohern den Teppich aus

Das passt sehr gut zu den neuen Schwerpunkten, die da heißen: "IT und KI" - Informationstechnologie und Künstliche Intelligenz. Und dies nutzt Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung, um der Innovationsregion Hohenlohe "den roten Teppich" auszurollen für den gewaltigen KI-Park in Heilbronn - jenem Prestigeprojekt, das Heilbronn-Franken in ganz neue Sphären katapultieren wird: "Es ist nicht nur unser Wunsch, sondern wir sind auch darauf angewiesen, dass sie mit uns zusammenarbeiten." Er garniert seine Einladung mit einem Sonderlob: "Den Zusammenhalt in Hohenlohe habe ich stets sehr bewundert. Das ist deutschlandweit einmalig."

Der KI-Park Heilbronn und die Innovationsregion Hohenlohe eint ein großes Ziel: den regionalen Wohlstand zu sichern. Aber Reinhold Geilsdörfer weiß: "Diesen Wohlstand zu erhalten ist schwieriger, als ihn aufzubauen." Deshalb sei es so wichtig, dass alle Player gemeinsam an einem Strang ziehen - "und auch Sie bei uns mitmachen".

"Digitales Ökosystem"

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut gefällt diese Art des Brückenbauens. Die Innovationsregion Hohenlohe habe mit der Unterstützung des Digital Hub in Künzelsau schon viel getan, "um das digitale Ökosystem in der Region weiter auszubauen". Mitarbeiter für Mintec-Berufe im industriellen Sektor zu gewinnen, sei wichtiger denn je: "Baden-Württemberg hat mit 34 Prozent den höchsten Anteil an Mintec-Beschäftigten in Deutschland. Und da ist noch viel Luft nach oben."

Ministerin lobt Vorreiterrolle

Die Innovationsregion Hohenlohe begreift sie als "Blaupause" für weitere Initiativen, die im Land entstehen sollen. "Wir wollen Ihr Erfolgsmodell in die Fläche tragen", soll es eine Vorreiterrolle spielen im Regio-Cluster-Konzept des Landes.


Innovationsregion Hohenlohe

Die Innovationsregion Hohenlohe ist ein Verbund von 19 Industrieunternehmen im Hohenlohekreis: von A wie Arnold bis Z wie Ziehl-Abegg. Drei Banken, zwei Rechtsanwälte, zwei weitere Firmen, pro Region, der Landkreis und die Stadt Künzelsau komplettieren den Reigen der 29 Mitglieder.  Seit 2000 hat der Verein zwei Millionen Euro in Bildungsprojekte gesteckt, um junge Menschen vom Kindergarten bis zur Hochschule für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu begeistern. Hauptziel ist, genügend Nachwuchs zu gewinnen, um die Firmenstandorte und hiesige Wirtschaftskraft zu sichern.

Ehrenmedaille des Kreises für drei Wegbereiter

20 Jahre Industrienetzwerk Hohenlohe Ehrenmedaille des Kreises für drei Wegbereiter

Sie hatten entscheidenden Anteil daran, dass die Innovationsregion Hohenlohe seit 2000 zu einem Erfolgsmodell wurde, das es so weder im Land noch im Bund gibt. Für ihre großen Verdienste um die Verzahnung von Wirtschaftsunternehmen, Bildungsträgern und staatlichen Behörden zeichnete Landrat Matthias Neth bei der Jubiläumsfeier des Industrienetzwerks drei "Männer der ersten Stunde" mit der Ehrenmedaille des Kreises aus, die nur ganz selten verliehen wird. Der langjährige Vorsitzende Thomas Philippiak bekam sie in Gold, sein einstiger Stellvertreter Gerhard Hettinger (verhindert) und der ehemalige Geschäftsführer Kurt Finkenberger in Silber.

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