Künzelsau
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Premierengäste beim Theater im Fluss voller Vorfreude

Seit Corona gab es erstmals wieder eine Premieren-Empfang im Künzelsauer Kocherfreibad, wo das Theater im Fluss Brechts "Schweyk im zweiten Weltkrieg" präsentierte.

Tamara Ludwig
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Premierengäste beim Theater im Fluss voller Vorfreude
Bei mehr als 30 Grad wundert es nicht, dass die Schattenplätze unter dem Ahorn bei den Premierengästen begehrt sind. Foto: Tamara Ludwig  Foto: Ludwig, Tamara

Es ist ein Abend, wie er - gäbe es ein solches - im Handbuch für perfekte Freilichttheater-Bedingungen stehen könnte. Die Sonne scheint, nicht eine Wolke ist am blauen Himmel über dem Künzels-auer Kocherfreibad zu sehen. Das Thermometer zeigt über 30 Grad. Gut gelaunte Premierengäste strömen herbei, genießen eine erfrischende Weißweinschorle und das Leben. Hier ein Schwätzchen, da ein "Schon lange nicht mehr gesehen". So viel Normalität, dass es in Angesicht der noch andauernden Corona-Pandemie fast unwirklich scheint.

Vorbereitung von Corona beeinträchtigt

Und auch Heiner Sefranek, Vorsitzender des Vereins Theater im Fluss, kann es kaum glauben: Vergangenes Jahr, bei niedrigeren Corona-Inzidenzen als derzeit, habe man noch mit einer reduzierten Besucherzahl, Masken, Abstand und ohne Stehempfang agieren müssen. Auch die Vorbereitung auf das diesjährige Stück "Schweyk im zweiten Weltkrieg" waren noch durch viele Hürden geprägt, lange waren nur Online-Proben möglich.

Dem Stück gegenüber sei er anfangs skeptisch gewesen, gesteht Sefranek. "Ich bin Brecht-Fan und finde das Stück unheimlich spannend." Doch angesichts des Kriegs in der Ukraine habe er sich schon gefragt, ob die Leute nun auch noch ein Kriegsthema auf der Bühne sehen möchten. Andererseits sei das Thema des Stückes gerade dadurch aktuell.

Freunde treffen und Vorfreude aufs Stück

Die Spannung beim Premierenpublikum ist jedenfalls groß. "Das Thema ist bekannt, aber das Stück habe ich noch nicht gesehen", sagt der Künzelsauer Raol Sander. Bei allen Premieren von Theater im Fluss sei er dabei gewesen. Dieses Mal sind er und seine Frau Irina in Begleitung von Freunden aus Heidelberg. "Wir verbinden unsere Treffen gerne mit Theaterbesuchen", berichtet Sander. So seien auch Jagsthausen und Schwäbisch Hall regelmäßig auf dem Programm.

Der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann erwartet, dass "ich anders rausgehe, als ich reingegangen bin". Denn bisher hätten ihn alle Stücke in irgendeiner Form überrascht - und dazugelernt habe er auch immer etwas. Und wahrscheinlich ist der Bürgermeister auch froh, wenn er sich nun endlich einen Reim auf die Bruchstücke machen kann, die er immer wieder mitbekommen hat, denn "ich höre die Proben von meinem Garten aus", sagt er grinsend. "Ich weiß zum Beispiel schon, dass dieses Mal viel gesungen wird", verrät er.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb weiß vorab schon: "Was die hier machen, das ist großartig." Schließlich habe er fast alle Stücke gesehen und sei nie enttäuscht worden. "Man müsste hier wirklich alle umarmen, was hier geleistet wird, von Laien, das ist phänomenal." Deshalb empfehle er auch immer allen in Stuttgart nach Künzelsau ins Theater im Fluss zu kommen. "Die Atmosphäre hier ist besonders", so von Eyb.

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