Hohenlohe
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Mobile Impfteams in Hohenlohe auch im April meist beschäftigungslos

Die Impfkampagne des Hohenlohekreises bleibt ein teures Verlustgeschäft, wird im Mai aber trotzdem fortgeführt. Im April wurden nur 139 Dosen verimpft: Das waren rund sechs pro Einsatztag. Seit Februar mussten etliche Impfstoffe entsorgt werden.

Ralf Reichert
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Lesezeit 2 Min
Mobile Impfteams in Hohenlohe auch im April meist beschäftigungslos
Die Impfkampagne im Hohenlohekreis ist fast zum Erliegen gekommen. Trotzdem gibt es auch im Mai noch feste Termine. Wie es danach weitergeht, ist unklar. Foto: dpa  Foto: Christian Charisius

Mit nur noch einem Mobilen Impfteam (MIT) wird der Hohenlohekreis im Mai seine Impfkampagne gegen das Coronavirus fortsetzen. Das zweite Team befand sich seit 1. April im Standby-Modus und wurde zum 30. April aufgelöst. Die Nachfrage ist im vergangenen Monat nochmals deutlich eingebrochen. Nur 139 Dosen verabreichte das MIT bis 28. April an 24 Einsatztagen. Im März waren es 353 gewesen, im Februar 653, im Januar 1710 und im Dezember 4279. Das Landratsamt geht davon aus, dass sich im Mai noch weniger Personen impfen lassen wollen. Trotzdem wird das Angebot aufrechterhalten - auf Bitte des Sozialministeriums.

Land übernimmt weiterhin alle Kosten des Verlustgeschäfts

"Derzeit ist geplant, täglich im Impfstützpunkt Künzelsau weiter zu impfen", sagt Sprecher Sascha Sprenger. Je nach Bedarf könnten die Termine kurzfristig angepasst werden. Wenn Städte und Gemeinden separate Vor-Ort-Aktionen wollten, stünde das MIT bereit. Allerdings habe es im April von keiner Kommune eine solche Anfrage gegeben. Der Impfstützpunkt bleibt weiterhin im Ärztehaus Medi-Kün - und ein ziemlich teures Verlustgeschäft. Der Hohenlohekreis muss dafür nicht aufkommen, weil das Land alle Kosten übernimmt.

Im Dezember gab es pro Einsatztag durchschnittlich 158 Impfungen, im April nur noch rund sechs

Bereits im März lag die durchschnittliche Zahl der Impfungen pro Einsatztag bei spärlichen zehn - wobei das MIT von 10 bis 17 Uhr oder 11 bis 18 Uhr ohne Unterbrechung auf Impfwillige wartet, die dort ohne Terminvereinbarung drankommen. Im April ist diese Quote weiter gesunken auf rund sechs. Im Dezember betrug sie 158, im Januar 52 und im Februar 18. Das heißt: Die Ärzte und Medizinischen Fachangestellten waren zuletzt meist beschäftigungslos, mussten aber trotzdem voll bezahlt werden. Ob oder wie es mit den Impfungen ab Juni im Land weitergeht, ist noch unklar.

Bislang fuhr das MIT nicht zu Flüchtlingen, einige kamen selbst in den Stützpunkt

Wurden die MIT schon einmal angefragt, um Flüchtlinge aus der Ukraine zu impfen, die vielfach nicht oder nur mit Sputnik immunisiert sind: jenem Impfstoff, der in der EU gar nicht zugelassen ist? Sprenger sagt: Nein. Der Hohenlohekreis hatte erklärt, dieses Angebot sei jederzeit abrufbar. Aber: "Einzelne Flüchtlinge haben sich selbst im Impfstützpunkt vorgestellt."

Von Februar bis April mussten etliche Impfdosen entsorgt werden

Viele Impfdosen lagen in den letzten drei Monaten auf Halde. "Von Februar bis April mussten insgesamt 26 Fläschchen Impfstoff wegen Überschreitung der Haltbarkeit und 35 Fläschchen wegen widrigen Transport- und Lagervoraussetzungen entsorgt werden", sagt Sprenger. 

Der einstige Hoffnungsträger Novavax wurde seit 1. März nur 31 mal verimpft

Wie viele Impfstoffe sind derzeit verfügbar? Stand 28. April waren es 22 Fläschchen Biontech für Erwachsene (reicht für jeweils sechs Dosen), 13 Fläschchen Biontech für Kinder (ebenfalls sechs Dosen), 15 Fläschchen Moderna (à zehn Dosen) - und 147 Fläschchen Novavax, aus denen jeweils zehn Dosen gewonnen werden können. Der neue Totimpfstoff ist und bleibt ein Ladenhüter. Seit 1. März wurden nur 31 Dosen verimpft. Der einstige Hoffnungsträger ist damit endgültig in der Versenkung verschwunden.

Impfquote stagniert seit Wochen auf niedrigem Niveau

Die wenigen Impfungen im April waren fast alle dritte oder vierte Auffrischungen. Die Impfquote im Hohenlohekreis stagniert seit Ende März bei den Erstimpfungen (68,4 Prozent) und Zweitimpfungen (67,6 Prozent), nur beim Boostern ging es in dieser Zeit marginal von 52,2 auf 53,3 Prozent nach oben.


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