Hohenlohe
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Kultusministerin Schopper in Hohenlohe: Wissen über den Wald fördert Nachhaltigkeit

Kultusministerin Theresa Schopper besucht Waldschulheim in Schöntal und liest Kindern in Künzelsau vor.

Götz Greiner
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Lesezeit 2 Min
Kultusministerin Schopper in Hohenlohe: Wissen über den Wald fördert Nachhaltigkeit
Kultusministerin Theresa Schopper (mitte) hat im Staatswald Hand angelegt, wie es Schüler im Programm des Schöntaler Waldschulheims machen. Leiter Uli Oberhauser (rechts) zeigt, wo die Schnitte gesetzt werden müssen. Foto: privat  Foto: privat

Die Schüler seien beneidenswert, die das Waldschulheim in Kloster Schöntal besuchen, sagt die baden-württembergische Kultusminsterin Theresa Schopper (Grüne) auf dem Weg über den Schöntaler Klosterhof. 1000 Schüler sind es im Durchschnitt, die jedes Jahr das Programm absolvieren, und in das Schopper am Freitag einen Einblick bekommen hat: junge Bäume befreien, damit sie gut wachsen können, Baumarten bestimmen und Krankheiten erkennen.

Schopper ist durch das Format "Vor Ort" des Landesverbands ihrer Partei zu Besuch beim Kreisverband und bei der Landtagsabgeordneten, Catherine Kern. Die Kultusministerin kommt in bekanntes Terrain: "Der Hohenlohekreis ist wahrscheinlich der Landkreis, in dem ich während meiner Amtszeit am häufigsten war", sagt sie - das liege vor allem an den Seminaren, die im Tagungshaus in Kloster Schöntal abgehalten werden.

Eichen und Birken unterscheiden können

Doch dieses Mal sieht sie sich auch außerhalb der Konferenzräume um. Nach einem Besuch in Künzelsau geht die Gruppe aus Politikern, Förstern und Parteimitgliedern durch den Bannwald - einem Wald, der ohne den Eingriff des Menschen wächst. Dann absolvieren sie Teile des Waldschulprogramms. "Viele Kinder wissen nicht mehr, was eine Eiche ist und was eine Birke ist", sagt Kern, deswegen sei es wichtig, dass die Kultusministerin sich das Angebot ansieht. Unddie Kultusministerin nimmt Eindrücke mit: "Mir ist deutlich geworden, wie wichtig Bildung in nachhaltiger Entwicklung ist."

Uli Oberhauser, Leiter des Waldschulheims, stellt auch das Gebäude vor das auf dem Klostergelände liegt. Während der Lockdowns seien die Bäder erneuert und alle Möbel - alle aus Vollholz - abgeschliffen worden, so dass sie im neuen Glanz erstrahlen. Er sei froh, den Schülern den Wald nahe bringen zu können. Zwar gehen nicht alle Schüler freudestrahlend nach Hause - aber viele eben doch, "es gab mal einen Schüler aus einer Stadt, der hatte nie Kontakt mit dem Wald gehabt. Nach dem Besuch hat er gefragt, ob er ein Praktikum bei uns machen könnte."

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Oberhauser berichtet weiter, ein Drittel der Schulklassen im Waldschulheim komme aus Privatschulen, insbesondere Waldorfschulen. In Baden-Württemberg seien 90 Prozent der Schulen öffentlich, sagt Schopper. Dieses Gefälle liege vor allem daran, dass "in den privaten Waldorfschulen der Wald ein Schwerpunkt im Schulplan" sei. Die Waldschulheime seien einer von mehreren "Lernorten", wo Schüler Nachhaltigkeit lernen. Deswegen sehe sie das nicht als Problem für die öffentlichen Schulen.

Lese-Projekt in Bitzfelder Grundschule

In Künzelsau hatte Schopper zuvor die Stadtbibliothek im renovierten Alten Rathaus besucht, das bei der Sturzflut 2016 unter Wasser stand. Dort hat sie auch Schulkindern aus dem Buch "Mama Muh und die Müllabfuhr" vorgelesen. "Es ist unheimlich wichtig, dass Kindern vorgelesen wird", sagt die Kultusministerin im Anschluss. Auch die Förderung der eigenen Lesekompetenz sei wichtig: "Da stand das Land zuletzt nicht so gut da." Vor den Besuchen im Zusammenhang mit der "Vor Ort"-Veranstaltung war Schopper in der Grundschule Bitzfeld: Eine von 400 Einrichtungen, in denen das "Biss-Transfer"-Programm getestet wird, das Lesen fest im Stundenplan verankert und bei dem Schüler sich gegenseitig beim Lesen lernen unterstützen. Es habe sich in anderen Ländern bewährt. Deswegen müsse das Ziel sein, dass es in allen 2400 Grundschulen Baden-Württembergs eingerichtet werde, so Schopper.

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