Hohenlohe
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Hohenloher Birne wird Marke wie Schwarzwälder Kirsche

Hohenloher Brenner sehen eine Wertschätzung und Chance in der Kennzeichnung des EU-weit geschützten Begriffs.

Yvonne Tscherwitschke
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Hohenloher Birne wird Marke wie Schwarzwälder Kirsche
Bei Brennermeister Ulrich Weippert mit Edelbrandsommeliere Christine Mozer (li.) und Destillatskönigin (2016-18) Anna Schleicher. Foto:Archiv/Hachenberg  Foto: Hachenberg

Birnenbrand aus der Region Hohenlohe ist seit dieser Woche EU-weit geschützt. Die Hohenloher Obstspirituose steht nun in einer Reihe mit Schottischem Whisky oder Schwarzwälder Kirschwasser. Damit dürfen künftig nur noch Birnenbrände das Prädikat "Hohenloher Birnenbrand" tragen, wenn die Rohstoffe tatsächlich ausschließlich in der Region erzeugt und die Spirituose auch dort destilliert wurde, teilte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) am Freitag in Stuttgart mit. Im EU-Register der geografischen Angaben wurden "Hohenloher Birnenbrand/Hohenloher Birnenwasser" am Dienstag eingetragen.

Reaktionen aus Hohenlohe sind positiv

Wo gibt es schon einen Destillatsweg? Und welche Region stellte eine Destillatskönigin? Richtig, Hohenlohe. Genauer gesagt das Steinbacher Tal. Dort gibt es so viele Brenner, dass man im Herbst an einem Tag von Brennerei zu Brennerei gehen und verkosten kann. Es gibt ausgeschilderte Lehrpfade und eben viele mit Gold und Silber ausgezeichnete (Klein-)Brenner.

Zu denen gehören Mozers. Sie haben Freitag früh gelesen, dass der Hohenloher Birnenschnaps EU-weit geschützt wird wie die Schwarzwälder Kirsche. Im April 2019 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft einen entsprechenden Antrag gestellt. "Da haben wir uns heute früh gefragt, was das für uns bedeutet und was wir da tun müssen", erklärt Edelsommelier Constantin Mozer.

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Vorteil und Wertschätzung

Er und seine Familie begrüßen die Kennzeichnung, mit der einhergeht, dass ausschließlich regionale Produkte verwendet werden dürfen. Damit dürften gleich drei ihrer Spirituosen diese Bezeichnung als geografische Angabe tragen. "Wir haben drei Sorten reinen Brand aus alten regionalen Birnen", erklärt Constantin Mozer. Ein Brand davon, aus der Guten Luise, die noch zwei Jahre im Rumfass lagerte, wurde 2020 bei der Prämierung in Berlin mit Silber ausgezeichnet. "Das würde sich bei uns also anbieten", würden Mozes die Kennzeichnung nutzen. Was es braucht, um die Bezeichnung tragen zu können, müsse er noch eruieren. Vermutlich gebe es Vorgaben zum Mindestalkoholgehalt. Mozer sieht eine große Chance für die Region in dem geschützten Begriff. "So können Direktvermarkter eine Nische finden."

Es gibt über 100 Sorten Birnen

Eine Chance zur Wertschätzung der Produkte sieht Mozer in der Kennzeichnung. Das helfe der Birne, von der es sicher 100 Sorten gebe. Zu den alten regionalen Birnensorten in Hohenlohe zählt neben der Guten Luise die Kirchensaller Birne. Schon bei der Mitgliederversammlung des Landesverbands der Klein- und Obstbrenner Nord-Württembergs vor wenigen Wochen in Kupferzell war die Hoffnung geäußert worden, dass die Kennzeichnung komme.

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