75 Jahre Sportkreis Hohenlohe sind ein Dreivierteljahrhundert im Zeichen von Bewegung
Mit einer Vereins-Messe, einer Ausstellung und einer Feier in der Stadthalle Kultura in Öhringen begeht der Sportkreis Hohenlohe sein 75-jähriges Bestehen.

Das Veranstaltungs- und Tagungshaus der Großen Kreisstadt steht an diesem Nachmittag ganz im Zeichen des Jubiläums "75 Jahre Sportkreis Hohenlohe": Im Foyer der Kultura haben Sportvereine der Region ihre Infostände aufgebaut, im Saal-Foyer dokumentiert eine Ausstellung die Etappen, die der Sportkreis im Laufe seines 75-jährigen Bestehens zurückgelegt hat.
Im großen Saal der Kultura wird dagegen gefeiert: Stimmungsvolle Blasmusik, Tanzeinlagen von drei regionalen Formationen und zwei Podiumsdiskussionen stehen auf dem Programm. Mit einem Medley der legendären Les-Humphries-Singers geht es in die Jubiläumsveranstaltung. Den Jazzstandard "Sweet Georgia Brown" legen die 25 Musiker des Musikzugs der Turn- und Sportgemeinde Öhringen (TSG) unter Leitung von Bernd Stammer noch nach. Nur Zufall? Oder werden die beiden Musikstücke mit Bedacht ausgewählt? Auf jeden Fall ergibt der Durchschnitt aus dem Gründungsjahr der Pop-Formation Les-Humphries-Singers und dem Entstehungsjahr des Jazzstandards die Zahl 1947.
Ohne Sportvereine wären Kommunen arm, sind die Funktionäre überzeugt
Im Jahr 1947 wurde auch der Sportkreis Öhringen-Künzelsau gegründet, dessen 75-jähriges Bestehen am Samstagnachmittag im Beisein von zahlreichen Ehrengästen ebenfalls gefeiert wird. Begrüßt werden die rund 100 Besucher von der Präsidentin des Sportkreises Hohenlohe, Barbara Eckle. Diese lässt in ihrer Begrüßungsrede dann die Geschichte der regionalen Untereinheit des Württembergischen Landessportbunds (WLSB) Revue passieren.
Ein leidenschaftliches Plädoyer fürs Engagement in Sachen Bewegung hält der zweite Redner der Festveranstaltung, WLSB-Präsident Andreas Felchle: "Im organisierten Sport schlägt das Herz der Kommune. Er ist von zentraler Bedeutung für das demokratische Gemeinwesen. Ohne ihn wären unsere Kommunen arm", stellt Felchle in seiner Ansprache fest.
Gemeinsinn und Ehrenamt sind Thema der anschließenden Podiumsdiskussion: Neben den Teilnehmern der Talkrunde, Erwin Bergmann, Yvonne Schweigert, Michael Schellmann, Markus Denz und Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler fühlt Moderatorin Yvonne Tscherwitschke, sportbegeisterte stellvertretende Redaktionsleiterin der HZ, mit Ja-/Nein-Fragen zunächst dem Publikum in Sachen Ehrenamt und Sport auf den Zahn.
Gibt es ein Geheimrezept, um Ehrenamtliche zu gewinnen?
"Ehrenamtliche halten den Betrieb am Laufen", stellt Bergmann, Vorsitzender des TSV Künzelsau, fest. "Aber Ehrenamtliche wird es immer weniger geben", gibt er zu bedenken. Dass sich für den TSV Niedernhall weniger Leute engagieren, hat dessen Vorsitzende Schweigert nicht zu beklagen. "Ist es in kleineren Städten einfacher, Mitstreiter zu finden", fragt die Moderatorin. "Ja, auf jeden Fall: In kleineren Städten kennt man sich und spricht mehr miteinander", bestätigt Schweigert. "Ehrenamt ist wichtig. Da müsste jedoch von politischer Seite mehr kommen. Wie will man junge Menschen ans Ehrenamt heranführen, wenn man nichts zu bieten hat", findet Markus Denz, Geschäftsführer der TSG Öhringen. "Wie viele Streetworker und Jugendreferenten bräuchten Sie mehr, wenn Sie keine TSG hätten", lautet die Frage an OB Michler. "Einige mehr. Da kann ich mich dafür bedanken, dass es Vereine gibt", so seine Antwort.
Auf die weitere Zukunft des Ehrenamts angesprochen wird der Kämmerer im Landratsamt: "Ohne unsere Vereine würden wir Krisen nicht so gut überstehen. Deswegen beraten und begleiten wir Vereine", sagt Schellmann. Auf die Frage nach einem Geheimrezept, wie man Menschen fürs Ehrenamt mobilisieren könne, gibt es zahlreiche Vorschläge aus der Talkrunde: "Weniger Bürokratie fürs Ehrenamt", "Kinder und Jugendliche mit Spaß zum Ehrenamt motivieren", "Ehrenamtliche aus den eigenen Reihen hochziehen" lauten einige.
Geschichte und Aufgaben des Sportkreises
Der Sportkreis Öhringen gründete sich am 26. Oktober 1946. Im darauffolgenden Jahr, am 25. Januar 1947, folgte die Gründung des Sportkreises Öhringen-Künzelsau. Mittlerweile gehören 103 Vereine mit rund 35 000 Mitgliedern dem Dachverband an. Der Sportkreis ist Anlaufstelle für Vereine, Verbände und Kommunen. Seine Aufgaben sind vielfältig: Der Sportkreis unterstützt unter anderem Vereine in Versicherungsfragen, gestaltet Sportstätten mit oder organisiert Sportabzeichenabnahmen. Darüber hinaus hat sich der Verband die Talentförderung, Ausländerintegration, Suchtprophylaxe und den Gesundheits- und Behindertensport zur Aufgabe gemacht.
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