Lesezeichen setzen Merken

Sonne satt nur zum Auftakt

Hohenlohe - Die Kochertaler Genießertour erlebte wieder mal zwei Extreme: Samstag mit Rekord, Sonntag Regen. Es war der beste Samstag in der zwölfjährigen Geschichte der Genießertour.

Von unserem Redakteur Henry Doll
  |  
Sonne satt nur zum Auftakt
Begegnungsverkehr. Die Strecke kann in beiden Richtungen gewandert werden.

 

Genießertour Kochertal | 24.08. | 02.08.2013 | 224 Bilder | Fotograf: Markus Richter

Hohenlohe - Mancher Besucher der Kochertaler Genießertour mochte sich an das Vorjahr erinnern: Einem freundlichen Samstag folgte ein regnerischer Sonntag. Weil die Wettervorhersagen eine Neuauflage genau dieser Bedingungen ankündigten, machten sich viele Genusswanderer bereits am Samstag auf den Weg. Wie Dieter Häberlein, vor zwölf Jahren maßgeblicher Gründervater der Kochertaler Genießertour, sagte, verbuchte die Tour in diesem Jahr den besten Start. Es sei der beste Samstag in der zwölfjährigen Geschichte der Genießertour. Er vermutete, dass der gute Besuch am Samstag dazu führte, dass am Ende die Besucherzahl des Vorjahres "um einige Tausend" übertroffen wird. 2012 waren rund 15 000 Genusswanderer in den Weinbergen zwischen Künzelsau-Belsenberg und Forchtenberg unterwegs gewesen.

Hoheiten

Schon am Samstagvormittag strömten die Besucher. An der Station Büschelhof erwarteten Dieter Häberlein und sein "Co-Pilot" Rolf Prümmer, im Organisationsteam zuständig für Ideen und Ausschilderung, die Hohenloher Weinhoheiten. Um elf sollten sie kommen, um 12 kamen sie. Zu viele Fotowünsche mussten Weinkönigin Lilia und Weinprinzessin Christine erfüllen. Um den Zeitverlust wieder aufzuholen, bestiegen die Hoheiten am Büschelhof den Anhänger von Dieter Rapp, der mit tuckerndem Traktor die hoheitlichen Gäste nach Weißbach chauffierte.

Längst ist die Kochertaler Genießertour bundesweit bekannt. "Man hört es an der Sprache", weiß Rolf Prümmer. Hört er etwas anderes als die Hohenloher Mundart, fragt er die Leute, woher sie kommen. Vor allem der Internetauftritt, aber auch die Mundpropaganda tragen zur Bekanntheit der Genießertour bei, berichtet er. Und es gebe auch schon Nachahmer der Genießertour.

Nette Leute

Mundpropaganda brachte auch Helga Spinder und Gisela Söhnel aus dem 472 Kilometer entfernten Hannover nach Hohenlohe. Am Samstag nahmen sie zum vierten Mal hintereinander teil. "Die Leute sind alle so nett und der Wein schmeckt", findet Helga Spinder, die nach Art der Hannoveraner übrigens lupenreines Hochdeutsch spricht. "Wir sind fröhliche Leute und lieben fröhliche Leute − nächstes Jahr wieder", fügt Gisela Söhnel hinzu. "Einer meiner Lieblingsplätze ist das hier: die Kochertaler Genießertour", verrät Ute Böttinger. Die Schriftstellerin muss es wissen. Sie hat ein ganzes Buch über Lieblingsplätze ("Hohenlohe pur genießen − 66 Lieblingsplätze") geschrieben. Sie wollte am Samstag auf jeden Fall bis zum Ingelfinger Fass.

Je näher der Wanderer dem Criesbacher Stattel kam, der auf der Hälfte der 15,6 Kilometer langen Strecke liegt, desto voller wurden die Wege. Wirklich eng wurde es dann am Sattel, am Fass und beim Weingut Bauer. Die Sonne am Samstag, der Wein der Weinkellerei Hohenlohe und die Köstlichkeiten an insgesamt elf Stationen beflügelten die Wanderer. Gerhard Bauer, der zusammen mit Ingolf Bauer das gleichnamige Weingut in Ingelfingen bewirtschaftet, beobachtet seit fünf Jahren, dass der Samstag dem Sonntag den Rang abläuft. Eine weitere Beobachtung von ihm: Weißwein wird mehr getrunken als Roter und pur mehr als Schorle. Für den einen oder anderen unfreiwilligen Schorle sorgte dann der Regen am Sonntag. "Durch den Regen war es wie abgeschnitten", sagte Weingärtner Horst Link aus Niedernhall über den Besuch. Moment mal "Sprechtechnisch"

   
Kommentar hinzufügen

Kommentare

Kommentar hinzufügen
  Nach oben