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Rückenwind für von Stetten

Gelassen sieht Christian von Stetten die Diskussion um einen möglichen Gegenkandidaten für die Bundestagswahl 2009, die nach den Querelen aufgeflammt ist: „Mehr kann und will ich dazu nicht sagen"

Von Ralf Reichert
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Konzentriert sich noch stärker auf Berlin: Christian von Stetten.Foto: privat

Hohenlohe - Widerstand stählt und stärkt und macht glücklich, wenn man dennoch gewinnt.“ So sprach Wolfgang Freiherr von Stetten am Samstag beim Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Residenz Schloss Stetten. Damit hat er natürlich zuallererst den Kampf gegen seine Widersacher gemeint, aber insgeheim war es wohl auch ein Fingerzeig an seinen Sohn Christian, der sich seit Monaten mit Anschuldigungen und Vorwürfen auseinandersetzen muss.

Thomas Strobl, Generalsekretär der Landes-CDU, war eigens aufs Schloss gekommen, um der Familie zum runden Jubiläum zu gratulieren – aber auch, um höchst persönlich zu verkünden, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete als MIT-Landesvorsitzender keinen Schmu getrieben habe. Eine externe Prüfung der Bücher habe keine Anhaltspunkte ergeben, dass Portokosten zweckentfremdet worden seien. Die Vorwürfe seien damit „in sich zusammengebrochen wie ein Kartenhaus“. Er freue sich für von Stetten, es gab es ordentlich Applaus – und nach der letzten Rede viel Zuspruch.

Anerkennung

Mustang-Chef Heiner Sefranek („Er ist ein extrem fleißiger Abgeordneter“), Künzelsaus Bürgermeister Volker Lenz („Er hat sich sehr stark im Wahlkreis eingesetzt“) und Landrat Helmut M. Jahn („Er kann noch höher steigen und noch mehr Einfluss gewinnen“) stärkten ihm wie viele andere demonstrativ den Rücken.

Nachdem die Prüfer den 37-Jährigen entlastet haben, melden sich auch CDU-Ortsverbände wie Krautheim und Pfedelbach zu Wort. Einhelliger Tenor: „Die Anschuldigungen müssen nun ein Ende haben.“ Und: „Wir stehen geschlossen hinter unserem Abgeordneten.“

Jochen K. Kübler, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Hohenlohe, sagt: „Ich hoffe und wünsche, dass es jetzt mit dem normalen Tagesgeschäft weitergeht.“ In einer schriftlichen Erklärung des Kreisverbands heißt es: „Das Prüfungsergebnis kann und wird von uns nicht bewertet werden, da es sich um eine interne Angelegenheit der MIT handelt. Wir gehen davon aus, dass die MIT nach zweimaliger Prüfung der infrage stehenden Finanzunterlagen die Unstimmigkeiten und Unklarheiten beseitigt hat.“ Zu keiner Zeit habe die CDU Hohenlohe eine Veranlassung gesehen, „sich von Christian von Stetten zu distanzieren oder an seiner Arbeit in Berlin Kritik zu üben“.

Erleichterung

Helmut W. Rüeck, Chef des Haller CDU-Kreisverbands, meint: „Ich habe im Interesse von Christian von Stetten und der CDU diese Prüfung eingefordert und freue mich, dass endlich ein Ergebnis da ist. Ich kenne den Wortlaut des Prüfungsergebnisses nicht, aber ich bin froh und erleichtert, dass es wohl aussagt, dass Christian von Stetten kein MIT-Geld zweckentfremdet hat und dass es für die bei der MIT erhobenen Vorwürfe keine Grundlage gibt. Wir werden demnächst das Gespräch mit ihm suchen, um die weitere Vorgehensweise festzulegen.“

„Gelassen“ sieht von Stetten die Diskussion um einen möglichen Gegenkandidaten für die Bundestagswahl 2009, die nach den Querelen aufgeflammt ist: „Mehr kann und will ich dazu nicht sagen.“ Bewerber für die Nominierungsversammlung gibt es außer ihm noch nicht, Crailsheims OB Andreas Raab denkt über eine Kandidatur nach.

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